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    Katholisch-Theologische Fakultät

    Christentum als Lebensform

    29.10.2018

    Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Johannes Först

    Am Donnerstag, 25.10.2018, hatte Prof. Dr. Johannes Först, seit 01.01.2018 Inhaber des Lehrstuhls für Pastoraltheologie und Homiletik, in das Burkardushaus zu seiner Antrittsvorlesung eingeladen. Der Einladung waren u.a. Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, Domkapitular Helmut Gabel, Regens Stefan Michelberger, die stellvertretende Leiterin des Fortbildungsinstituts des Bistums, Dr. Christine Schrappe, sowie der Liturgiereferent des Bistums, Dr. Stefan Steger, gefolgt. Zu den Anwesenden zählten weiterhin die Familienangehörigen des neuen Lehrstuhlinhabers, seine theologischen Lehrer, der ehemalige Lehrstuhlinhaber Prof. em. Dr. Erich Garhammer sowie mehrere Fachkolleginnen und Fachkollegen. Ebenso waren zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende der Kath.-Theol. Fakultät gekommen, um Först an seiner neuen Wirkungsstätte symbolisch willkommen zu heißen.

    Dekan Prof. Dr. Martin Stuflesser brachte in seinem Grußwort die Freude zum Ausdruck, mit Först einen großartigen Wissenschaftler und engagierten Kollegen gewonnen zu haben. Es gebe, so Stuflesser, genug gute Gründe, zu feiern: Für die Fakultät, dass sie Först als neuen Kollegen gewinnen konnte, an die Julius-Maximilians-Universität nach Würzburg zu kommen. Aber auch für Först selbst – denn nach einer nicht immer so ganz linear planbaren wissenschaftlichen Karriere, habe es ihn nun nach Würzburg verschlagen.

    In seiner Antrittsvorlesung ging Först der Frage nach dem Verhältnis von Christentum und Moderne nach. Die Moderne bestimmte er dabei als Oberbegriff für Fortschrittsdynamik, Verwissenschaftlichung, Technisierung und Ökonomisierung. Die praktische Bedeutung der Moderne für den Menschen konstatierte er im Anschluss an Max Weber im Glauben, „dass man, wenn man nur wollte, es jederzeit erfahren könnte, dass es also prinzipiell keine geheimnisvollen unberechenbaren Mächte gebe, die da hineinspielen, dass man vielmehr alle Dinge – im Prinzip – durch Berechnen beherrschen könne“. Nach Weber trete also mit der Moderne der Glauben an eine rationale Erklärung der Welt durch die Wissenschaft in Konkurrenz zu dem Glauben an eine magische Erklärung der Welt durch die Religion („Entzauberung der Welt“).

    Der These Webers, dass aus der Modernisierung zwangsläufig die Säkularisierung, also das Verschwinden der Religion, folge, widersprach Först indes nachdrücklich. Denn zumindest die jüdisch-christliche Religion, so Först, wolle gerade keine magische Erklärung der Welt bieten. Vielmehr übe die jüdisch-christliche Religion selbst deutliche Magiekritik, etwa wenn in Jes 1,10-17 der Kult als „sinnlos“ kritisiert werde, wenn er nicht mit einer entsprechenden ethischen Gesinnung bzw. mit einer Orientierung am Menschen und seinen existenziellen Sorgen und Nöten einhergehe. Zwischen der jüdisch-christlichen Religion und der Moderne bestehe somit kein wesentlicher Gegensatz.

    Die Ursache für die Krise der Kirche in der Moderne verortete Först in der Konsequenz im kirchlichen Handeln selbst: Wo die Kirche nur noch um ihr institutionelles Selbst kreise, verliere sie den modernen Menschen und seine existenziellen Sorgen und Nöte aus dem Blick und bringe sich somit selbst in Gegensatz zu ihm. Als ein Beispiel nannte Först die kirchliche Kritik an der Konsumorientierung des modernen Menschen, die als modernisierungsbedingte Flachheit abgetan werde. Allerdings, so Först, werde bei dieser Kritik seitens der Kirche übersehen, dass der Konsum vielfach nicht auf die Befriedigung elementarer Bedürfnisse abziele, sondern für den modernen Menschen identitätsstiftende Wirkung habe, also eine Antwort auf existenzielle Fragen und somit einen Anknüpfungspunkt auch für die kirchliche Botschaft darstelle. Försts abschließende Forderung: Die Kirche müsse die existenziellen Anliegen der Menschen in den Blick nehmen und dürfe sie nicht als oberflächlich verurteilen. Es könne keine Kirche an sich, sondern nur eine Kirche für die Menschen geben.

    Musikalisch umrahmt wurde die Antrittsvorlesung durch Emanuel Büttner (Bamberg) an der Klarinette. Im Anschluss fand im Foyer des Burkardushauses noch ein Empfang statt, um miteinander ins Gespräch zu kommen und den Abend bei einem Glas Wein in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen.

     

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