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    Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Altertums, christliche Archäologie und Patrologie

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    Exkursion des Lehrstuhls Alte Kirchengeschichte nach Trier

    Exkursion des Lehrstuhls Alte Kirchengeschichte nach Trier

    Der Lehrstuhl veranstaltet am 18.11 und 19.11.2022 eine Exkursion nach Trier zum Thema "Das spätantike Trier und der ‚Untergang des Römischen Reiches‘“.

    Trier ist in seiner Bedeutung für die Geschichte der christlichen Spätantike kaum zu unterschätzen. Unter Constantius I. und insbesondere Constantinus I., der durch die Mailänder Vereinbarung im Jahr 313 den systematischen Christenverfolgungen im Imperium Romanum ein offizielles Ende gesetzt und sich gegen Ende seines Lebens als erster römischer Kaiser hatte taufen lassen, avancierte Trier als Kaiserresidenz und Sitz der Prätorianerpräfektur zu einer der bedeutendsten Städte jenseits der Alpen. Zahlreiche Wirtschaftsgebäude sowie eine Münzprägestätte verweisen auf die Prosperität Triers am Ausgang der Spätantike, die selbst durch die vierfache Zerstörung der Stadt im Zuge der sogenannten Völkerwanderung und die Eroberung durch die Franken um das Jahr 470 nicht völlig zum Erliegen kam.

    Christliches Leben ist in Trier bereits seit der 2. Hälfte des 3. Jh. belegt, wovon über 800 frühchristliche Grabinschriften sowie eine bis in vorconstantinische Zeit reichende Bischofsliste zeugen. Trier ist damit nicht nur der älteste Bischofssitz auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, der Dom St. Peter ist zugleich die älteste deutsche Bischofskirche. Als politisches Zentrum und einflussreicher Handelsknotenpunkt war Trier darüber hinaus Ort der Begegnung, der Gelehrsamkeit und des Austauschs. Zahlreiche Persönlichkeiten des frühen Christentums aus dem griechischen Osten wie auch aus dem lateinischen Westen hielten sich für kürzere oder längere Zeit in Trier auf und beeinflussten einander, darunter Athanasius von Alexandria, Ambrosius von Mailand, Hieronymus und Martin von Tours. Doch auch in der heutigen Zeit spielt die Begegnung von Christinnen und Christen östlicher und westlicher Tradition in Trier eine große Rolle.

    Im Rahmen unserer Exkursion möchten wir Trier als Zentrum des frühen Christentums hautnah erleben. Auf dem Programm stehen Führungen durch die Konstantin-Basilika und die darunter befindlichen Ausgrabungen sowie durch den Trierer Dom St. Peter samt spätantiken Fundamenten und der 2007 geweihten Athanasius-Kapelle, die durch ihre öffenbare Ikonostase für Gottesdienste römischer wie auch byzantinischer und altorientalischer Tradition nutzbar ist, wodurch sie einen besonderen Ort ökumenischer Verbundenheit darstellt.

    Außerdem werden wir die rheinland-pfälzische Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ an den drei Standorten Rheinisches Landesmuseum (Hauptausstellung), Museum am Dom (Schwerpunkt Christentum) und Stadtmuseum Simeonstift (Rezeption in Kunst und Kultur) besuchen. Diese geht den Fragen nach, wie das Römische (West-)Reich im Laufe des 4. und 5. Jh. „untergehen“ konnte, welche Rolle Kirche und christlicher Glaube für den Übergang von der Spätantike ins Frühmittelalter spielten und wie bspw. im 19. Jh. Widerstandskämpfer gegen Rom zu Nationalhelden stilisiert wurden. Daneben wird es die Gelegenheit geben, Trier auf eigene Faust zu erkunden und Sehenswürdigkeiten wie die Thermen oder das Amphitheater zu entdecken.

    Der Exkursion voraus gehen zwei Treffen, in denen wir uns anhand von Referaten inhaltlich auf die oben genannten Aspekte vorbereiten wollen. Eine Themen- und Literaturliste wird in der ersten Sitzung am 12. Oktober 2022, 12.00-14.00 Uhr ausgegeben.

    Die Kosten für die Teilnahme an der Exkursion belaufen sich ohne Zuschüsse auf ca. 180,00 Euro pro Person. Darin enthalten sind Übernachtungskosten inkl. Frühstück, Transfergelder sowie Eintrittsgelder und Kosten für Führungen. Zuschüsse sind beantragt und werden den Gesamtpreis für studierende Teilnehmer*innen entsprechend senken.

     

    Neue Veröffentlichen von Prof. Dr. Christian Lange

    Auf dem Internetportal katholisch.de ist ein Beitrag von Christian Lange zur Polyphonie der christlichen Traditionen erschienen. Sie finden ihn unter: https://www.katholisch.de/artikel/34148-die-geheimnisvolle-vielfalt-des-christentums

    Auf dem Internetportal katholisch.de ist ein Beitrag von Christian Lange zum Apostel Thomas.
    Sie finden ihn unter https://www.katholisch.de/artikel/39924-der-apostel-thomas-mehr-als-nur-der-unglaeubige