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    Nachwuchsgruppe „Herrschaft“ (Dr. Katharina Ebner)

    Lehre

    im Sommersemester 2022

    Dr. Katharina Ebner

    Seminar: Systematische Theologie (Theologische Ethik)
    Ethik der Macht - Macht der Ethik

    Termine: Mo 12-14 Uhr

    Beschreibung:

    Im Rahmen des Seminars werden wir uns mit Machttheorien aus ethischer Perspektive beschäftigen. Dabei stehen Fragen nach dem Zu- und Miteinander von Menschen im Mittelpunkt. Wie lassen sich Machtverhältnisse erkennen, deuten, kritisieren, legitimieren, verändern oder überwinden?
    In Auseinandersetzung mit zwei jüngst erschienenen Debattenbeiträgen, Judith Butlers Macht der Gewaltlosigkeit und Rainer Forsts Normativität und Macht, fragt das Seminar nach der Analytik von Machtstrukturen und möchte Antworten auf das Wie einer gerecht(er)en Gesellschaft geben.

    Sebastian Dietz

    Seminar: Praktische Theologie: Christliche Sozialethik 2
    Der Synodale Weg und die Frage der Macht

    Termine: Donnerstags, 14-16 Uhr

    Beschreibung:

    Macht (und ihr Missbrauch) ist ein zentrales Thema des Synodalen Wegs – und zwar sowohl inhaltlich als auch formal.
    Inhaltlich wurde bei der dritten Synodalversammlung etwa der „Grundtext Macht“ beschlossen. Dieser theologische Text bildet die Grundlage für weitere sog. „Handlungstexte“, die konkrete Maßnahmen beschreiben. Damit der Beschluss zustande kam, war formal eine Mehrheit von zwei Dritteln der Synodalen notwendig – und zusätzlich von zwei dritteln der anwesenden Bischöfe.

    Beide Ebenen – die behandelten Texte und den Modus ihres Zustandekommens – möchte das Seminar mit Bezug auf soziologische und ethische Theorien der Macht analysieren. Was ist Macht, was bedeutet Machtmissbrauch? Wie sprechen die Texte des Synodalen Wegs über Macht? Wie wird sie jeweils bewertet und welche Schlussfolgerungen werden daraus gezogen? Wie lassen sich die Machtprozesse des Synodalen Wegs angemessen beschreiben? In welchem Verhältnis stehen die praktischen Vorgänge zu den inhaltlichen Aussagen?

    Die machttheoretisch geleitete Analyse soll dazu in die Lage versetzen, eine eigene qualifiziert begründete Haltung einzunehmen: Welche Praktiken und Aussagen sind angemessen, welche Kritik ist aber auch zu formulieren?

    im Wintersemester 2021/2022

    Sebastian Dietz & Dr. Benedict Schöning

    Seminar: Schöne neue Welt - gesellschaftliche Utopien in Zeiten von Krisen und Katastrophen

    Termine: Mo, 12.00 – 14:00 Uhr

    Die COVID-19-Pandemie ist ein Realitätsschock. Was bisher als sicher und verlässlich galt, kann auf einmal tödlich sein. Nicht nur, weil ein Virus um die Welt reist, werden individuelle Routinen und Gewohnheiten ebenso wie gesellschaftliche Praktiken und Normen radikal in Frage gestellt. Das Bedürfnis nach Daten und Informationen, nach Nachrichten und Geschichten über das Virus steigt in dieser Krisenzeit an. Weil diese eine Wirkung entfalten, verändert eine Krise auch, was wir für normal halten und wie wir über unsere Welt denken. Für diese Phänomene ist die Pandemie ein sehr eindrückliches, aber längst nicht das einzige Beispiel.
    In Folge des Schocks entsteht ein Zwischenzustand der Krise; ein Moment, in dem Entscheidungen möglich werden, weil vieles Unumstößliche in Frage gestellt wird. Darin liegt eine Ambivalenz von Drohung und Verheißung: Kippt die Gesellschaft nach der Krise in die katastrophale Dystopie oder besteht die Hoffnung, in eine neue, bessere Normalität überzugehen?  

    Die Antwort auf diese Fragen kann nicht eindeutig sein, denn sie ist davon abhängig, für wen und auf welche Weise das Neue eine Verheißung sein soll. An dieser Stelle setzt dieses Seminar an:
    Wir erzählen die bessere Welt. In theologisch fundierten Utopien einer besseren Welt formulieren wir Impulse aus unserer wissenschaftlichen Analyse der Krise und den Ressourcen, die unsere Tradition bereitstellt. Mittels narrativer, theologischer Ethik formuliert dieses Seminar somit Antworten auf die Frage: Wie wollen wir gelebt haben?

    Dabei reflektieren wir, wie solche Utopien glaubwürdig und wirksam werden können. Ziel ist es dabei, das neue Normal unserer Gesellschaft nicht einfach zu beschreiben, sondern theologisch-ethische Perspektiven für die Transformation der Gegenwart furchtbar zu machen und diese engagiert mitzugestalten.

    Sebastian Dietz

    Übung: Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten

    Termine: Do, 14.00 – 16:00 Uhr

    Beschreibung:

    Der Kurs "Wissenschaftliches Arbeiten" führt Sie in die grundlegenden wissenschaftlichen Arbeitstechniken der Katholischen Theologie ein.  Ein erster Überblick über die verschiedenen theologischen Disziplinen sowie die unterschiedlichen literarischen Gattungen wird durch Übungen zum eigenständigen Recherchieren und sachgemäßen Zitieren ergänzt. In Blended-learning-Szenarien werden Ihnen vielfältige Lernmöglichkeiten angeboten, um die gelernten Grundlagen in der praktischen Anwendung zu vertiefen. Regelmäßiges Feedback durch die Dozentin und ihre KommilitonInnen verhelfen Ihnen zu einem strategischen und systematischen Vorgehen und schaffen so beste Lernvoraussetzungen für Ihr weiteres Studium. Am Ende dieses Kurses sollen Sie in der Lage sein, wissenschaftliche Arbeiten eigenständig und reflektiert verfassen und präsentieren zu können.

    Dieses Teilmodul richtet sich an alle Studienanfänger (außer BA mit Nebenfach Theologie) der Katholischen Theologie und wird für die Magisterstudierenden durch die Veranstaltung der Universitätsbibliothek 41-IK-Theo-1Ü2 „Informationskompetenz für Studierende der Katholischen Theologie“ ergänzt.

    Dr. Benedict Schöning

    Vorlesung: Zentrale Literaturwerke des Alten Testaments 1 - Die Rede von Gott

    Termin: Dienstag, 8:00 – 10:00 Uhr

    Beschreibung:

    Gottesrede wird gefährlich, wenn sie einseitig wird. Die pauschale Annahme eines „guten“ oder „bösen“ Gottes verkürzt nicht nur die Möglichkeiten Gottes, es entspricht auch nicht der alttestamentlichen Rede von Gott. Das Alte Testament kennt viele Facetten Gottes, die in ihrer Ambivalenz einander gegenüberstehen und ein sich ergänzendes und auch in sich widersprüchliches Bild dieses Gottes abgeben, in dem sich Theologien, aber keine systematische Theologie zeigt.

    In dieser Vorlesung werden zentrale Texte des Pentateuch und ergänzende Texte aus den anderen Teilen des Alten Testaments hinsichtlich ihres vielstimmigen Gottesbildes dargestellt. Die Grundfrage lautet dabei, wie damit umzugehen ist, dass Gott auf die jeweils unterschiedlichen Weisen besprochen wird – als Gott in Beziehung, als zorniger Gott, als gerechter Gott usw. Der Pentateuch kommt dabei auch als ein Stück Literatur in den Blick, dass nicht nur an einschlägigen Stellen von Gott spricht, sondern auch als Ganzes eine bestimmte Art der „Rede von Gott“ ist.

    Vorlesung: Alttestamentliche Anthropologie und Schöpfungslehre

    Termin: Montag, 10:00 – 12:00 Uhr

    Beschreibung:

    Auf den ersten Seiten der Bibel sind uns zwei unter­schied­liche Geschichten überliefert, die davon erzählen, wie man sich den Beginn der Welt und der Menschheit vorgestellt hat – die eine erzählt von der Erschaffung der Welt in sieben Tagen (Gen 1,1-2,3), die anderen von der sukzessiven Erschaffung des ersten Menschen­paares (Gen 2,4-3,26).
    So sehr die beiden Erzählungen bzw. (vermeintliche) Ele­men­te aus ihnen unbemerkt in unser kulturelles Alltags­wissen eingegangen sind, so überrascht ist man doch immer wieder, wenn man sie einmal aufmerksam liest: Wer oder was ist das eigentlich, was Gott zuerst ge­schaffen hat? Was hat es mit der Schlange und den Bäumen im Paradies auf sich? Wo findet sich eigentlich der be­rühmte Apfel?
    Dieser erzählte Anfang von den Schöpfungserzählungen über die Sintflut bis zur Turmbauerzählung (die sogenannte Urgeschichte) wird in der Vorlesung beleuchtet. Dabei zeigen sich spannende und unvermutete Einblicke, die ganz grundlegende Fragen – nach Gott, nach dem Menschen, nach Leben und Tod – in erzählender Form thematisieren.

    im Sommersemester 2021

    Sebastian Dietz, Dr. Katharina Ebner, Dr. Benedict Schöning

    Seminar: Schöne Neue Welt nach Corona - Was macht die Gesellschaft mit Krisen und Katastrophen?

    Termine: Mo, 12.00 – 14:00 Uhr

    Beschreibung:

    Die COVID-19-Pandemie ist ein Realitätsschock. Was bisher als sicher und verlässlich galt, kann auf einmal tödlich sein. Nicht nur, weil ein Virus um die Welt reist, werden Routinen, gesellschaftliche Praktiken und Normen radikal in Frage gestellt. Auch weil Daten und Informationen, Nachrichten und Geschichten über das Virus Wirkung entfalten, verändert die Pandemie, was wir für normal halten.
    Es entsteht ein Zwischenzustand der Krise, ein Moment, in dem Entscheidungen möglich werden, weil vieles Unumstößliche in Frage gestellt wird. Darin liegt eine Ambivalenz von Drohung und Verheißung: Kippt die Gesellschaft nach der Krise in die katastrophale Dystopie oder besteht die Hoffnung, in eine bessere neue Normalität überzugehen?

    Die Antwort auf diese Fragen kann nicht eindeutig sein, denn sie ist davon abhängig, für wen und auf welche Weise das Neue eine Verheißung sein soll. An dieser Stelle setzt dieses Seminar an: Wir erzählen die bessere Welt nach Corona. In theologisch fundierten Utopien einer besseren Welt formulieren wir Impulse aus unserer wissenschaftlichen Analyse der Krise und den Ressourcen, die unsere Tradition bereitstellt. Mittels narrativer, theologischer Ethik formuliert dieses Seminar somit Antworten auf die Frage: Wie wollen wir gelebt haben? Dabei reflektieren wir, wie solche Utopien glaubwürdig und wirksam werden können. Ziel ist es dabei, das neue Normal unserer Gesellschaft nicht einfach zu beschreiben, sondern theologisch-ethische Perspektiven für die Transformation der Gegenwart furchtbar zu machen und diese engagiert mitzugestalten.

    Dr. Katharina Ebner

    Seminar: Normative Ordnungslogiken des Sozialen

    Termine: Di, 10:00 – 12:00 Uhr

    Beschreibung:

    Menschen leben in Gemeinschaft. Dabei fanden und finden sie sich in ganz verschiedenen Formen von Gemeinschaften wieder, die wiederum auch ihr eigenes Leben in unterschiedlichem Maß bestimmen, beschränken und ermöglichen. Denn es macht einen Unterschied, ob wir annehmen, dass das Gemeinwesen wohlgeordnet in Ständen ist oder alle Menschen gleiche Rechte haben, und auch ob es natürliche Rechte gibt oder ob Rechte über Verträge oder Vereinbarungen festgeschrieben werden, und wer wiederum darüber entscheidet.
    Im Seminar werden wir deshalb in einem ersten Schritt soziologischen Wirklichkeiten auf die Spur kommen, indem wir fragen, wie sich Formen des Sozialen beschreiben und analysieren lassen. In einem zweiten Schritt fragen wir nach den normativen Dimensionen. Wie sollen wir leben? Welche Gesellschaftsformen sind gerecht? Welche ermöglichen ein gelingendes Leben? Dabei werden wir uns sowohl mit philosophischen als auch theologisch-ethischen Ansätzen beschäftigen.

    Seminar: Der autonome Mensch als Ideal

    Termine: Do, 08:00-10:00 Uhr

    Beschreibung:

    Autonomie ist für viele ein ganz zentraler Begriff ihres Selbstverständnisses. Damit sind aber oft ganz unterschiedliche Dinge bezeichnet, beispielsweise eigenständig Entscheidungen zu treffen, sich nicht abhängig von anderen zu machen, selbstbestimmt zu handeln, sich frei entfalten zu können oder nicht Objekt von Zwang zu werden. Was unter Autonomie jeweils verstanden wird, hängt dabei sowohl von den zugrunde liegenden Annahmen über den Menschen ab als auch richtet es sich nach dem Feld, in dem sie wirksam werden soll. Diesen Dimensionen möchte das Seminar auf die Spur kommen. Im Seminar werden deshalb unterschiedliche Modelle individueller Autonomie untersucht und verschiedene Praxisfelder (Medizinethik, Beziehungsethik) erarbeitet.

     

    Dr. Benedict Schöning

    Vorlesung: Alttestamentliche Prophetie – eine Methode für die Fragen der Gegenwart

    Termine: Di, 12:00 – 14:00 Uhr

    Beschreibung:

    Was alttestamentliche Prophet*innen angekündigt haben, scheint Jahrhunderte später von der Zeit überholt. Was bleibt von der Prophetie der Bibel, sodass sie für gegenwärtige Leser*innen Sinn stiften und in der Welt etwas verändern kann?

    Die Vorlesung betrachtet Prophetie als ein wesentliches Phänomen des Alten Testaments, dessen Konzeption und Theologie heute anschlussfähig sind. Anhand von ausgewählten prophetischen Texten stellt sie die Grundzüge der Prophetie im Alten Testament dar und gibt Anregung zu einer pragmatischen Analyse der Texte in der beruflichen Praxis. Sie erarbeitet dazu im Dialog mit Studierenden hermeneutisch verantwortete Aktualisierungen der Bibeltexte für die Gegenwart. Zur Sprache kommen dabei u.a. gegenwärtige postkoloniale, feministische und gewaltkritische Perspektiven.

    Sebastian Dietz

    Seminar: Von Wutbürger:innen und Weltverbesserern – Emotionen im politischen Prozess

    Termine: Do, 12:00 – 14:00 Uhr

    Beschreibung:

    Obwohl viele Theorien von Demokratie ihren Fokus auf die Rationalität der Abläufe und Diskurse legen, ist nicht zu leugnen, dass Emotionen in (vor)politischen Prozessen relevant sind. Das beginnt bei leidenschaftlichen Diskussionen mit dem Onkel bei der Familienfeier und reicht über Protestbewegungen bis hin zu großen symbolischen Gesten von Spitzenpolitiker*innen. Als Reflexion der Praxis muss Christliche Sozialethik auch Emotionen berücksichtigen, wenn diese für politische und gesellschaftliche Prozesse relevant werden.
    Emotionalität und Rationalität stehen dabei nicht grundsätzlich im Widerspruch zueinander, sind aber auch nicht deckungsgleich. In welchen Bezügen werden Emotionen also relevant für die politische Praxis? Sind sie dabei für demokratische Prozesse tendenziell hinderlich und sollten bestmöglich aus dem politischen Bereich herausgehalten werden? Oder: Unter welchen Umständen können sie als wertvolle Ressource für ein demokratisches Miteinander verstanden werden?

    Das Seminar möchte diesen Fragen nachgehen und dabei verschiedene Konstellationen als Fallstudien für verschiedene Funktionen oder auch Dysfunktionen von Emotionalität in politischen Prozessen heranziehen.