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    Katholisch-Theologische Fakultät

    Religion – bloßer Wahn oder unverzichtbar für die Menschheit? Ringvorlesung beginnt am 20. Januar

    18.01.2010

    Professor Dietmar Willoweit, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, spricht zum Thema "Religion und Wissenschaft"

    Zum Auftakt der Ringvorlesung der Katholisch-Theologischen Fakultät spricht am Mittwoch, 20. Januar 2010 Professor Dietmar Willoweit, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, an der Neuen Universität am Sanderring. In seinem Vortrag beschäftigt er sich mit der Frage nach dem Verhältnis von Religion und Wissenschaft. 

    Das traditionelle Weltbild der Religionen, so Willoweit, führe seit jeher Glück und Unglück im Leben der Menschen und Völker auf den Willen und das Handeln göttlicher Mächte zurück. Dagegen erkläre die Wissenschaft die Welt mit Hilfe der Naturgesetze - und manche ihrer Vertreter Religion zum bloßen „Wahn“.

    Festzustellen sei aber, dass die Wissenschaft mit ihren Methoden die Kluft zwischen den neurobiologischen Grundlagen des Lebens und der Selbsterfahrung des Menschen nicht zu schließen vermag. Darüber hinaus übersehe eine radikale Kritik der Religion deren sozialen Sinn, der Gesellschaft verlässliche Verhaltensregeln zu geben, die das erfolgreiche Überleben des Homo Sapiens über Generationen hinweg ermöglicht hätten.

    In der Gegenwart hätten Elemente einer Zivilreligion mehr und mehr diese Aufgabe übernommen. Dabei stehe vor allem die Durchsetzung der Menschenrechte im Vordergrund,  so eine der Ausgangsüberlegungen des Akademiepräsidenten, der bis 2004 als Professor für Deutsche Rechtsgeschichte, Bürgerliches Recht und Kirchenrecht an der Universität Würzburg.

    Der Vortrag beginnt um 19.15 Uhr in Hörsaal 318 im Universitätsgebäude am Sanderring 2. Anschließend besteht Gelegenheit zur Diskussion.

    Die auf zwei Semester angelegte Ringvorlesung der Katholisch-Theologischen Fakultät trägt das Thema „Was treibt die Theologie? – Fächer, Aufgaben, wissenschaftliche Vernetzung“ und widmet sich der Frage nach Ort und Bedeutung heutiger Theologie im Kontext von Wissenschaft, Gesellschaft und Religion. An insgesamt sechs Abenden soll das wissenschaftliche Selbstverständnis, aber auch die Vielfalt und Vernetztheit des Faches, veranschaulicht werden.

    Nächster Termin ist am Donnerstag, 4. Februar 2010 der Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Frühwald zum Thema „Theologie im Spannungsfeld von Universität und Gesellschaft heute“.

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