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    Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft

    Analytische Theologie vs. Laientheologie

    Deutungen des Kreuzestodes

    DFG-Projekttitel: „Charakteristische Familienähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den formallogischen Konstruktionen analytischer Theologie und den theologischen Konstruktionen gläubiger Menschen ohne theologische Bildung“

    Warum musste Jesus am Kreuz sterben? Beim ersthaften Versuch einer Beantwortung dieser Frage kommen unweigerlich alle großen Themen der christlichen Theologie ins Spiel. Bis heute halten sich eine Vielzahl von Theorien zu diesem ‚Warum?‘, die auch innerhalb des Christentums kontrovers sind. Neben der inhaltlichen Varianz gibt es aber auch methodisch unterschiedliche Zugänge, von denen zwei hier untersucht werden:

    Die an der Universität angesiedelte Strömung der „analytischen Theologie“ legt Wert auf klare Definitionen, formalisierbare Argumentationsstrukturen und die Offenlegung aller weltanschaulichen und wissenschaftstheoretischen Prämissen. „Laientheologie“ (in der für das Projekt relevanten Bedeutung) bezeichnet das Nachdenken über die Wirklichkeit Gottes und den Sinn von Leben und Welt von Menschen mit persönlichem Glaubensbezug, aber ohne diplomierte theologische Bildung. In beiden Fällen handelt es sich um Arten des Theologietreibens.

    Auf den ersten Blick scheint es eine unüberwindbare Kluft zu geben – es stehen sich gegenüber:

    • Streng formalisierte Logik vs. Narrative Rationalität
    • Klar definierte Begriffe vs. Erfahrungsbasierte Aussagen
    • Allgemeingültige Erkenntnisse vs. „Alltagstauglichkeit“

    Die Liste ließe sich erweitern.

    Dieses Projekt wirft einen zweiten Blick auf die Gegenüberstellung – und fragt, neben den Unterschieden, nach inhaltlichen und strukturellen Parallelen beider Diskurse, welche bisher noch nicht systematisch untersucht wurden.

    Am Beispiel möglicher Deutungen des Kreuzestodes Jesu wird untersucht, ob und inwiefern die vielfach behauptete Diskrepanz zwischen beiden theologischen Zugängen tatsächlich anzutreffen ist bzw. welche Familienähnlichkeiten und charakteristische Unterschiede beide Diskurse im Vergleich aufweisen.

    Zum Vorgehen:

    1. Im systematisch-theologischen Bereich erfolgt eine Diskursanalyse anhand aller einschlägigen Texte der letzten 25 Jahre im analytisch-theologischen Stil, die die Heilsrelevanz des Kreuzestodes Jesu zum Thema haben.
    2. Im religionspädagogischen Bereich wird die Auseinandersetzung mit dem Kreuzestod Jesu in Gesprächskreisen im Gemeindekontext bzw. im Kontext religiöser Gemeinschaften (unterschiedlicher Couleur) aufgenommen, transkribiert und methodisch analysiert.
    3. Es folgt ein datenbankgestützter Vergleich der Erkenntnisse aus 1) und 2).

    Beteiligte:

    Das DFG-finanzierte Projekt wurde initiiert von Dr. Johannes Grössl (Fundamentaltheologie, Würzburg) und Prof. Ulrich Riegel (Religionspädagogik, Siegen). Als wissenschaftliche Mitarbeiter sind forschend: Winnie-Lotta Weghaus (Siegen) und Johannes Kronau (Würzburg).