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    Katholisch-Theologische Fakultät

    "Herr, zeige mir die Dinge, wie sie wirklich sind"

    24.04.2012

    Der iranische Dichter SAID zu Gast in Würzburg - Öffentliche Lesung aus seinen Psalmen in der Stadtbücherei Würzburg am 2. Mai

    SAID (links) und Professor Erich Garhammer (Bild: Lehrstuhl für Pastoraltheologie)

    Im Rahmen eines Psalmenseminars der Lehrstühle für Altes Testament und Pastoraltheologie der Katholisch-Theologischen Fakultät unter der Leitung der Professoren Barbara Schmitz und Erich Garhammer liest der iranische Dichter SAID am Mittwoch, den 2. Mai 2012 um 20 Uhr in der Stadtbücherei Würzburg aus seinen Psalmen.

    Psalmen mit ganz neuem Klang

    Seit langem schreibt SAID, der eine unkonventionelle und nicht-konfessionelle Spiritualität sucht und um sie ringt, Psalmen. Die biblischen Psalmen, die die gesamte geistliche Dichtung bis heute prägen, haben Vorbilder in der altorientalischen Literatur. Wer könnte sich mehr berufen fühlen als SAID, dessen lyrische Sprache von der persischen Tradition zehrt, diese uralte Form des religiösen Gesangs und Gebets auf eine zeitgemäße Art aufzugreifen und mit neuem Sinn zu füllen? Nichts in seinen Psalmen ist selbstverständlich, auch nicht das Verhältnis zum angerufenen Gott, alles ist radikal offen und neu. SAIDs Psalmen lassen niemanden kalt, und sie lassen nichts aus, nicht die Katastrophen und Konflikte der Geschichte, nicht die Sprache der Gegenwart, nicht die Nöte des Alltags, nicht die Lust, die Sehnsucht, die Angst vor dem Tod. Nach dem Ende der großen Utopien und einem weltweiten Sieg des Marktes sehnen sich nicht wenige Menschen nach einem Sinn jenseits des Konsums. SAID bewegt sich mit seinen Psalmen in einem Raum des Religiösen, der offen bleibt für Fragen. Seine Poesie ist eine Stimme der Sehnsucht.

    SAID - Iranischer Dichter im deutschen Exil

    SAID  - 1947 in Teheran geboren -  kommt 1965 als Student nach München. Hier verbinden sich seine literarischen Interessen mit einem politisch-demokratischen Engagement. Damit ist seine Rückkehr in den Iran ausgeschlossen. Nach dem Sturz des Schahs 1979 betritt er zum ersten Mal wieder iranischen Boden, sieht aber unter dem Regime der Mullahs keine Möglichkeit zu einem Neuanfang in seiner Heimat; seither lebt er  im deutschen Exil. SAID schreibt Lyrik und Prosa in deutscher Sprache und war von 1995 bis 1996 Vizepräsident, von 2000 bis 2002 Präsident des deutschen P.E.N.-Zentrums. Seine Bücher sind in mehreren Sprachen erschienen. Er wurde mit namhaften Preisen ausgezeichnet, zuletzt dem Adalbert-von Chamisso-Preis und der Goethe-Medaille.

    Text: Erich Garhammer

    Veranstaltungshinweis:

    SAID: Psalmen. Öffentliche Lesung, Mittwoch, 2. Mai 2012, 20 Uhr, Stadtbücherei Würzburg, Marktplatz 9 (Kartenreservierung über die Stadtbücherei Würzburg)

    Weitere Informationen:

    Artikel der MainPost vom 24.04.2012

     

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