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    Katholisch-Theologische Fakultät

    Edition des Speculum universale des Radulfus Ardens

    17.03.2021

    DFG verlängert Editionsprojekt

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat für das am Lehrstuhl „Theologische Ethik – Moraltheologie“ angesiedelte Projekt „Edition des Speculum universale des Radulfus Ardens“ weitere 3 Jahre Förderung (Volumen 316.000,- Euro) bewilligt. Bereits im Zeitraum von 2005–2014 hatte die DFG die Edition gefördert, in welcher Zeit – nach umfassenden Vorbereitungsarbeiten – der erste Band publiziert werden konnte. Seit 2016 läuft nun eine zweite Förderperiode, in deren Verlauf Ende 2020 der zweite Band der Edition erscheinen konnte.

    Die Mitarbeiterinnen des Projekts, Frau Dr. Claudia Heimann und Frau Dr. Anette Löffler, sowie die Studentischen Mitarbeiterinnen freuen sich ebenso wie der Antragsteller, Prof. Dr. Stephan Ernst, sehr über diese großzügige Förderung für die Jahre 2022 bis Ende 2024. Durch die bewilligten Mittel werden nun die weitere Erarbeitung des kritischen Textes und die Publikation des dritten und letzten Editions-Bandes möglich sein und damit die gesamte Edition abgeschlossen werden können.

    Das Speculum universale des Radulfus Ardens (gest. um 1200) stellt die umfangreichste und bedeutendste theologische Ethik des 12. Jahrhunderts dar, die sich – noch vor der vollständigen Rezeption der Nikomachischen Ethik des Aristoteles – durch hohe Originalität und Innovativität in der Theoriebildung, durch einen deutlichen Bezug zu konkreten Handlungssituationen und durch die starke Betonung anthropologischer Gegebenheiten in ihrer Bedeutung für das ethische Handeln auszeichnet.

    In den von der DFG erbetenen Gutachten wird einhellig nicht nur die hohe Bedeutung der Edition für die theologische und philosophische Mediävistik sowie für die theologische und philosophische Ethik herausgestellt, sondern auch auf die exzellente Qualität der Edition und der Einbettung der Texterstellung in verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen und Übersetzungen.

    In der zusammenfassenden Stellungnahme des Fachkollegiums der DFG heißt es: „Es handelt sich um den Fortsetzungsantrag bzgl. der kritischen Edition des Speculum universale des Radulfus Ardens, den beide Gutachten mit Nachdruck befürworten. Betont wird, dass die Fortführung nicht aufgrund purer Notwendigkeit befürwortet wird, ein begonnenes Projekt zu Ende zu bringen, sondern aufgrund der hohen Qualität, der Innovativität und des Erkenntnisgewinns. Betont wird auch die hervorragende bzw. exzellente Leistung, die bisher erbracht wurde. Herausgestellt wird auch, dass der revidierte Arbeits- und Zeitplan in jeder Hinsicht überzeugt, ebenso das wiss. Umfeld und Netzwerk des Projekts. Auch die veranschlagten Kosten sind nachvollziehbar begründet und nicht zu hoch angesetzt. Das Fachkollegium schließt sich den Gutachten vollumfänglich an und empfiehlt den Antrag zur Bewilligung.“

    Für die Zukunft ist angedacht, – neben einer Untersuchung der Abhängigkeitsverhältnisse des Speculum universalevon zeitgenössischen Texten – auch die bedeutende Predigtsammlung des Radulfus Ardens kritisch zu edieren und wissenschaftlich zu erschließen und zu untersuchen. Verwiesen sei in diesem Zusammenhang auch auf das ebenfalls am Lehrstuhl „Theologische Ethik – Moraltheologie“ laufende Übersetzungsprojekt, das sich die Übertragung der Vier Bücher der Sentenzen des Petrus Lombardus, des beherrschenden theologischen Studienbuchs während des Mittelalters bis in die Neuzeit hinein, ins Deutsche zum Ziel gesetzt hat und das im Rahmen der Reihe Fontes Christiani erscheinen soll.

     

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