Deutsch Intern
Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft

Wintersemester 2013/14

Lehrveranstaltungen Prof. Stuflesser

 

 WiSe 2013/14:

Vorlesung: „Grundfragen
gottesdienstlichen Handelns der Kirche“


Zeit:      Montag, 12.00-14.00 Uhr
Raum:   Hörsaal 318, Sanderring
Beginn: Montag, 14.10.2013, 12.00 Uhr c.t.

Zielgruppe:
Lehramtsstudierende [EWS-Scheinerwerb nach § 36 (2) 1 a) bb) ist möglich], Diplom-studierende, Magisterstudierende mit Theologie im Nebenfach

Inhalt:
Es geht um eine anthropologische und theologische Grundlegung des Gottesdienstes: Liturgie im Leben der Gemeinde (u.a. als Quelle des Glaubens, Liturgiewissenschaft im Gesamt der Theologie) - Liturgie als Dialog zwischen Gott und Mensch - Handeln im Zeichen (u.a. Liturgiefähigkeit; Zeichen und/oder Symbol; Sinnenhaftigkeit; Rituspro-blem) - menschengerechter Gottesdienst (u.a. Einheit und Vielfalt; Inkulturation; gesellschaftliche Bedeutung von Liturgie), Feiern im Rhythmus der Zeit (Kirchenjahr).
 Ein Schwerpunkt liegt auf liturgiewissenschaftlichen Themen, die im Religionsunterricht in der Grundschule und in weiterführenden Schulen (Hauptschule, Realschule, Gym-nasium) vorkommen. Liturgisches Basiswissen steht hierbei im Mittelpunkt. Die Vorle-sung richtet sich damit besonders an Lehramtsstudierende, aber auch an Diplomstu-dierende und Magisterstudierende mit Theologie im Nebenfach.

Literatur:
• Berger, R. Neues Pastoralliturgisches Handlexikon. Freiburg 1999.
• Lengeling, E. J. Liturgie - Dialog zwischen Gott und Mensch, Hg. von K. Richter.
   Altenberge 2. Aufl. 1991. 
• Richter, K. u.a. (Hg.) Gott feiern in nachchristlicher Gesellschaft. Stuttgart 2000.
• Stuflesser, M./Winter, St. Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind. Was ist
   Liturgie? (Grundkurs Liturgie 1). Regensburg 2004.


Vorlesung: Die Feier der Sakramente


Zeit:      Mittwoch, 8.00-10.00 Uhr
Ort:       R. 302, Paradeplatz 4
Beginn: Mittwoch, 16.10.2013

Zielgruppe:
Lehramtsstudierende, Diplomstudierende, Magisterstudierende mit Theologie im Nebenfach

Inhalt:
Von den Sakramenten der Kirche heißt es in Art. 61 der Liturgiekonstitution Sacrosanc-tum Concilium, dass sie Feier des Pascha Mysteriums sind, „des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi, aus dem alle Sakramente und Sakramentalien ihre Kraft ableiten.“ Sie sind, so Art. 59, „hingeordnet auf die Heiligung der Menschen, den Aufbau des Leibes Christi und schließlich auf die Gott geschuldete Verehrung; als Zeichen haben sie auch die Aufgabe der Unterweisung.“ In den als Sakramente bezeichneten liturgischen Vollzügen verdichtet sich demnach die sakramentale Grundstruktur der Kirche.
Die heutige liturgische Ordnung der Feier der Sakramente ist dabei das Ergebnis eines langen Prozesses, in dem sich die konkrete liturgische Praxis und die theologische Reflexion immer wieder gegenseitig beeinflusst haben. Die Vorlesung fragt, ausgehend vom biblischen Zeugnis und der historischen Entwicklung, nach einer sachgerechten Feier der Sakramente heute. Dabei werden, beginnend mit den Sakramenten der Initiation (Taufe und Firmung) die sakrament-lichen Feiern der Buße/Versöhnung, der Krankensalbung, der Ehe und des Ordo behandelt.
Im Mittelpunkt stehen historische, liturgisch-pastorale und ökumenisch-theologische Fragestellungen.

Literatur:
• Meßner, Reinhard. Einführung in die Liturgiewissenschaft. Paderborn 2001, bes. 59-149,
  359-382.
• Stuflesser, Martin/Winter, Stephan. Wiedergeboren aus Wasser und Geist. Die Feiern des
   Christwerdens. (Grundkurs Liturgie, Bd. 2). Regensburg 2004, bes. 92ff.
• Stuflesser, Martin/Winter, Stephan. Erneuere uns nach dem Bild deines Sohnes.
   Die Feiern des Taufgedächtnisses, der Umkehr und der Versöhnung.
  (Grundkurs Liturgie, Bd. 4). Regensburg, 2005, 51-90, 111-144.
• Stuflesser, Martin/Winter, Stephan. Gefährten und Helfer. Liturgische Dienste zwischen
   Ordination und Beauftragung. (Grundkurs Liturgie, Bd. 5). Regensburg 2005, 9-57.
• Schneider, Theodor. Zeichen der Nähe Gottes. Grundriss der Sakramententheologie.
   Mainz 71998, bes. 57-114, 184-307.


Hauptseminar: "Happy Birthday oder Midlifecrisis? "Eine Relecture ausgewählter Themenbereiche der Liturgie-konstitution „Sacrosanctum Concilium“ zum 50. Jahrestag ihrer Promulgierung


Zeit:  Vorbesprechung: 22.10.2013, 16Uhr, Seminarraum 302 (Paradeplatz 4)
         + Blockveranstaltung 16.-17. Januar 2014
Ort:   R. 302, Paradeplatz 4

Einführende Literatur:
Stuflesser, Martin: Sacrosanctum Concilium. Eine Relecture der Liturgiekonstitution des
                             II. Vatikanischen Konzils. (Theologie der Liturgie 1). Regensburg 2011.


Oberseminar: Aktuelle Fragen der Liturgiewissenschaft

Zeitrahmen: 2 st. als Blockveranstaltung am 3./4. Dezember 2013

 

 

Dr. Andreas Bieringer

Vorlesung: Einführung in Strukturen u. Formen gottesdienstlicher Feiern

Zeit:        Dienstag, 14.00-16.00 Uhr
Ort:         Paradeplatz 4, Seminarraum 302
Beginn:   15.10.2013
Hinweis: 1-stündige Lehrveranstaltung im Wechsel mit Dr. Thomas Meckel/Kirchenrecht

Inhalt: 
Die Lehrveranstaltung führt unter anthropologischen und theologischen Gesichts-punkten zum Verständnis der Liturgiewissenschaft und der liturgischen Feiern hin. Dies wird exemplarisch verdeutlicht z.B. an der Feier des Osterfestes und der Osternacht. Darüber hinaus werden diverse gottesdienstliche Feiern vorgestellt und elementare Fachtermini eingeführt. Die Lehrver-anstaltung ist pflichtmäßig für alle Studienanfänger im neuen modularisierten Masterstudiengang Magister theologiae vorgesehen.

Zielgruppe: Alte Studiengänge

nicht vorgesehen
Neue Studiengänge
Modularisierter BANF (3. Semester),Mag.Theol. (1. Semester)

Die Lehrveranstaltung ist pflichtmäßig für alle Studienanfänger im neuen modularisierten Masterstudiengang Magister theologiae und Bachelor Nebenfach Theologie vorgesehen.

Seminar: Lektüreseminar zu aktuellen Forschungsfragen der Liturgiewissenschaft

Zeit:       Dienstag, 16.00-18.00 Uhr, 14-tgl.
Ort:        Paradeplatz 4, Seminarraum 308
Beginn:  15.10.2013
Hinweis: Anwesenheit in der ersten Sitzung erforderlich. Bei Verhinderung mit um Kontaktaufnahme mit dem LV-Leiter.

Inhalt:
50 Jahre nach der Liturgiekonstitution versucht die Liturgiewissenschaft neue Forschungs-felder zu erschließen, die auf Methoden und Ergebnisse aus anderen Bereichen der Kulturwissenschaften zurückgreifen. Ziel des Seminars ist es, die aktuellen Trends in der Liturgiewissenschaft anhand der jüngsten Publikationen in gemeinsamen Diskussionen zu erschließen.
Leistungsnachweis: Laufende Lektüre und Abschlussarbeit

Hauptseminar: „Happy Birthday oder Midlifecrisis?” Eine Relecture ausgewähl-ter Themenbereiche der Liturgie-konstitution „Sacrosanctum Concilium“ zum 50. Jahrestag ihrer Promulgierung

gemeinsam mit Professor Dr. Martin Stuflesser (siehe Veranstaltung Nr. 0160200 Professor
Dr. Martin Stuflesser)

 

apl. Professor Dr. Guido Fuchs

Hauptseminar: Heilige essen – heiliges Essen

Religiöse Aspekte der Ernährung am Beispiel verschiedener Heiliger


Zeit: Blockveranstaltung; 22./23. November; 13./14. Dezember 2013
Ort: Raum 320
Vorbesprechung: Montag, 14. Oktober 14 Uhr st

Inhalt:Bei vielen Heiligen spielten das Essen und Trinken und die Auseinandersetzung mit dem Körper im Zusammenhang der Ernährung eine nicht unwichtige Rolle. Bis heute nachhaltig sind die Regeln, die der hl. Benedikt in seiner Ordensregel hinsichtlich des Essens gab, und das nicht nur innerhalb der Klöster. Schon vorher hatte der hl. Hieronymus für den Fleischverzicht innerhalb des Christentums entscheidende Impulse gegeben, auch wenn sich das nicht grundsätzlich durchsetzte. Geradezu marketingmäßig wird zur Zeit eine Ernährung, aber auch das Fasten, nach den Erkenntnissen der hl. Hildegard von Bingen propagiert. Die heilige Elisabeth von Thüringen speiste an der Seite ihres Mannes, verschmähte dabei aber solche Speisen, die der armen Bevölkerung abgepresst waren. Es gab Heilige, die ausgesprochen asketisch lebten und dem Essen und Trinken wenig beimaßen, wie der heilige Pfarrer von Ars, der sich hauptsächlich von Kartoffeln ernährte, wobei es ihn nicht störte, wenn sie am Ende einer Woche bereits schimmelig waren. Von den alten Wüstenvätern ist bekannt, dass sie bei aller Askese eine Vorliebe für Salate pflegten oder aus Gründen der Gastfreundschaft ihr Fasten unterbrachen für ein einfaches Essen, wenn sie Besuch erhielten. Es gab Heilige wie Niklaus von Flüe, die jahrelang nur von der Kommunion, gelebt haben.
Mit manchen Heiligen  verbinden sich Segnungen bestimmter Speisen und Getränke wie etwa am Fest des Evangelisten Johannes oder am Gedenktag des Priesters und gelernten Bäckers Klemens Maria Hofbauer. Einige Heiligennamen wie Martin oder Hubertus haben es sogar bis in die Kochbücher geschafft, wobei die Bezüge freilich eher äußerlicher Art sind und beruhen auf Legenden. Und auch für das Genießenkönnen sprachen sich Heilige aus – wie etwa Teresa von Ávila, deren Sentenz „Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn – wenn Fasten, dann Fasten“ noch immer gern zitiert wird.
Am Beispiel verschiedener heiligen Männer und Frauen und ihrer Essgewohnheiten soll es um die verschiedenen Aspekte einer christlichen Mahlkultur gehen, die ja durch keine religiösen Ordnungen (wie etwa der jüdischen Kaschrut) geregelt wird. Was lässt sich daraus für die Beantwortung der Frage gewinnen: Was heißt christlich essen?

Literatur:
Bynum, Carolyn Walker: Holy Feast and Holy Fast. The Religious Significance of Food to Medieval Women. Berkeley 1987. (Zur mittelalterlichen Geschichte des Fastens)
Fuchs, Guido: Gott und Gaumen. Eine kleine Theologie des Essens und Trinkens, München 2010.
Fuchs, Guido: Mahlkultur. Tischgebet und Tischritual, Regensburg 1998.
Heise Irene, Catarina von Siena … Gebt ihr ihnen zu essen, Wien 2008.
Imbach, Josef: Von reichen Prassern und armen Schluckern. Geschichten aus Küche, Kirche und Kultur, Düsseldorf 2007.
Vandereycken, Walter / van Deth, Ron / Meermann, Rolf: Hungerkünstler, Fastenwunder, Magersucht. Eine Kulturgeschichte der Essstörungen, München 1992.