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Professur für Philosophie

Profilbeschreibung der Professur für Philosophie

Die Professur für Philosophie, die 2015 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg neu eingerichtet wurde, hat laut Ausschreibungstext ein klares Kernziel: breitestmögliche Vertretung des Faches Philosophie und seiner Disziplinen in Lehre und Forschung an der genannten Fakultät. Gewünscht sind also gerade keine inhaltlichen oder epochenmäßigen Vorabbeschränkungen und formale Verengungen auf Religionsphilosophie oder philosophische Grundlagenfragen der Theologie. Eher besteht der Auftrag, möglichst unverkürzt und epochenübergreifend bis hin zu neuesten Debatten das Themen- und Wissensspektrum der Theoretischen wie der Praktischen Philosophie in den Blick zu nehmen. Das schließt nicht aus, sondern ein, dass die Zusammenstellung eines entsprechenden Lehrangebots die spezifischen ideengeschichtlichen und systematischen Erkenntnis- und Ausbildungsinteressen berücksichtigt, aus denen die katholische Theologie die Philosophie in der Regel als einziges nicht-theologisches Fach in eine enge Dialogpartnerschaft unter das Dach ihrer Fakultäten aufnimmt.

Bedarf an und Verwendung für eine breite Präsenz der Philosophie hat die universitäre Theologie in zwei Grundhinsichten:

  • einerseits im Sinne eines Gebots größtmöglicher Selbsttransparenz ihrer systematischen Begriffsbildung und Lehrentwicklung, die sich selten ohne Rezeption und Adaptation von philosophischen Konzepten und Methoden vollzogen hat (sogar bis hin zu einer frühen, inzwischen antiquierten Selbstbezeichnung namentlich der monastischen christlichen Glaubensreflexion als „vera philosophia“);

  • andererseits im Sinne eines Dialog- und Anschlussfähigkeitsgebots wissenschaftlicher theologischer Diskurse im Blick auf weltanschaulich neutralere bzw. pluralistischere Debatten; für deren vernunftorientierte methodisch-kritische Reflexion gilt die Philosophie kraft ihres Anspruchs, das Allgemeingültige argumentativ klären und verteidigen zu können, weithin als ein klassisches Paradigma.

In diesem Sinn gehören Philosophiekenntnisse zu einem anspruchsvollen Begriff theologischer Kompetenz hinzu, ohne dadurch mit theologischer Kompetenz selbst verwechselbar zu sein.

 




Andererseits ähnelt die Begriffsbildung und Lehrentwicklung der Philosophie seit frühester Zeit insofern derjenigen der Theologie, als auch die Philosophie typischerweise eine Konzentration auf Fragen der Grund- und Zielidentität des Menschen in seiner naturalen und sozialen Umwelt pflegt. Das schließt nicht aus, sondern ein, dass trotz ähnlicher Fragerichtungen in beiden Fächern durchaus unterschiedliche, mitunter auch konträre und rivalisierende Positionen entwickelt werden. So ist Philosophiekritik ein sehr früher (teils schon biblisch angelegter), oft bis heute sich durchhaltender Gestus der Glaubenswissenschaft. Umgekehrt gehört Religionskritik zu den frühen, ebenfalls recht beständigen Themenfeldern der Philosophie. Entsprechend darf man von der Aufnahme einer Philosophieprofessur unter das Dach einer Theologischen Fakultät mit Fug beides erwarten: wechselseitige konstruktive und kritische Begleitung und Bereicherung der Arbeit der Theologie wie der Philosophie.

Darüber hinaus gilt die Offenheit der Philosophie an der Kath.-Theol. Fakultät für Kommunikation und Kooperation vor Ort mit anderen Fakultäten und international.