piwik-script

Intern
    Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Altertums, christliche Archäologie und Patrologie

    Aktuelles

    Studientag der Katholisch-Theologischen Fakultät - Workshop des Lehrstuhls Kirchengeschichte des Altertums

    Bericht Workshop zum Studientag: „Braucht der Staat Religion? Das Verhältnis von Staat und Kirche auf dem Prüfstand“

       Bild Prof. Lange

    Anlässlich des Studientages der Katholisch-Theologischen Fakultät trafen sich am 10. November 2022 Studierende, SchülerInnen, Beschäftigte der Universität und andere Interessierte zu einem Workshop mit dem Thema: „Warum unterstützt Kyrill von Moskau Putins Krieg in der Ukraine? Überlegungen zum Verhältnis zwischen ‚Staat‘ und Kirche in Geschichte und Gegenwart“. Die Leitung übernahm(en) Prof. Dr. Christian Lange (und Katharina Pultar).

    Warum unterstützt Kyrill von Moskau Putins Krieg in der Ukraine? Bei einer Umfrage zu Beginn der Veranstaltung war man sich über die Gründe Kyrills uneinig. Ob die Unterstützung aus dem Verhältnis zwischen Kirche und Staat in Russland, dem Kriegsverständnis Kyrills oder aus der Idee eines Kampfes gegen westliche Werte herrührt – das Stimmungsbild der Gruppe war ausgeglichen.

    In Gruppenarbeiten konnte sich anhand von unterschiedlichen Quellentexten dem Verhältnis zwischen „Staat“ und Kirche in der Spätantike und heute genähert und sich über die Ergebnisse ausgetauscht werden. Nach Ende des Austauschs konnte die Frage vom Anfang nun erneut gestellt werden. Das Ergebnis zeigte einen deutlichen Unterschied: Nach einer näheren Betrachtung sahen die meisten TeilnehmerInnen den Grund für das Verhalten des russischen Patriarchen nun im Verhältnis zwischen der orthodoxen Kirche und dem russischen Staat liegen.

    Neben einem Einblick in die Arbeit der Alten Kirchengeschichte war der Workshop eine gelungene Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen TeilnehmerInnen zu einem sehr aktuellen Thema auszutauschen. So konnte ein für uns unverständliches Verhalten des russischen Patriarchen näher betrachtet und kontextualisiert werden. 

    Podiumsdiskussion Müssen wir unser Verständnis von Krieg und Frieden neu überdenken?

    Durch persönliche Schicksale verändert sich unser Blick auf Krieg und Frieden

    (Würzburg) Durch persönliche Schicksale verändert sich unser Blick auf Krieg und Frieden – so könnte man eine Podiumsdiskussion am Dienstag, 25. Oktober 2022, an der Universität Würzburg zusammenfassen. Zu ihr hatten das Team des Lehrstuhls für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie der Katholisch-Theologischen Fakultät sowie das Ostkirchliche Institut eingeladen. Erfreulich viele Interessierte kamen in den Hörsaal 129 des Gebäudes am Sanderring 2 gekommen, um mit Prof. Dr. Michelle Becka (Christliche Sozialethik), Archimandrit Petros Klitsch (griechisch-orthodoxe Kirche) sowie dem aus der Ukraine stammenden Studierenden Maxim Berdichevskiy zu diskutieren.

    Dabei waren sich die Diskutierenden darüber einig, dass sich das Verständnis von Krieg und Frieden ändere, wenn angesichts des Krieges in der Ukraine aus der theoretischen Durchdringung auf einmal konkrete persönliche Schicksale würden. Dies formulierte bereits in seiner Begrüßung Prof. Dr. Matthias Reményi, der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät. In ihrem Eingangsstatement legte Prof. Michelle Becka dar, dass in der aktuellen europäischen Diskussion der Friedensethik das Recht auf Selbstverteidigung grundsätzlich anerkannt werde. Die Fachvertreterin der Christlichen Sozialethik unterstrich, dass die Schlussfolgerung aus dem Einmarsch in einen souveränen Staat darin bestehen müsse, die internationalen Systeme der Zusammenarbeit – und damit eine gemeinsame Friedensordnung – zu stärken. Angesichts des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit der Mittel werde unter den christlichen Ethiker:innen allerdings unterschiedlich diskutiert, mit welcher Art von Waffen und politischen Mitteln auf die Erreichung eines „gerechten Friedens“ hingewirkt werden solle. Dabei müsse immer mitbedacht werden, was jede/r einzelne tun könne und wolle.

    Archimandrit Petros Klitsch zeigte am Beispiel der Theologie der Kirchenväter auf, dass die orthodoxe Theologie sich immer für den Frieden einsetze und für diesen bete. Im Altertum hätten die Wüstenväter sogar für den Bösen, den Widersacher der Menschen, gebetet, weil auch dieser ein Geschöpf Gottes sei. Klitsch äußerte daher Verständnis für die schwierige Situation, in der sich russische Geistliche befänden, die sich nicht immer so frei äußern könnten, wie sie dies gerne täten. Er hoffe daher auf die Kraft des Gebetes für den Frieden, erklärte der Koordinator des orthodoxen Religionsunterrichts in Bayern.

    Emotional sei der russische Einmarsch in ihr Land für viele Ukrainer:innen schwer erträglich, führte der Student Maxim Berdichevskiy, dessen Familie aus der Ukraine stammt, aus. Die Menschen in der Ukraine seien geschockt von der zerstörerischen Kraft des Krieges. Um diesen schnellstmöglich zu beenden, wünschten sie sich daher vom Westen Waffen sowie finanzielle wie politische Unterstützung, um der russischen Aggression gegen ihr Land widerstehen und das zerstörte Land wiederaufbauen zu können. Für viele Ukrainer:innen sei der christliche Glaube aber eine Hoffnung in düsteren Tagen.

    In der von Katharina Pultar moderierten Diskussion drehten sich die Fragen und Anmerkungen der Anwesenden in erster Linie um die Frage, wie künftig ein „gerechter Friede“ herbeigeführt werden könne; denn es gebe auf der Welt viele Konflikte; und es sei ungewiss, wie lange der Krieg in der Ukraine noch andauern werde. Gerade von Papst Franziskus wünschten sich mehrere Diskussionsteilnehmende ein stärkeres Engagement und eine klarere Positionierung in Bezug auf die eindeutige Verurteilung des Angriffskrieges. Die Theologie sei dazu aufgefordert, an Lösungen mitzuarbeiten, wie die Weltgemeinschaft im Schluss aus der Handlungsunfähigkeit des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen die regionalen wie globalen Strukturen stärken könne, um dauerhaft für einen „gerechten Frieden“ in der Welt zu sorgen.

    Die Diskussion zeigt, dass es viel Gesprächsbedarf gibt – lautet daher das Fazit der Veranstaltenden. Sie wollen deshalb gemeinsame neue Formate zum Austausch entwickeln.

     

    Exkursion des Lehrstuhls Alte Kirchengeschichte nach Trier

    Exkursion des Lehrstuhls Alte Kirchengeschichte nach Trier

    Der Lehrstuhl veranstaltet am 18.11 und 19.11.2022 eine Exkursion nach Trier zum Thema "Das spätantike Trier und der ‚Untergang des Römischen Reiches‘“.

    Trier ist in seiner Bedeutung für die Geschichte der christlichen Spätantike kaum zu unterschätzen. Unter Constantius I. und insbesondere Constantinus I., der durch die Mailänder Vereinbarung im Jahr 313 den systematischen Christenverfolgungen im Imperium Romanum ein offizielles Ende gesetzt und sich gegen Ende seines Lebens als erster römischer Kaiser hatte taufen lassen, avancierte Trier als Kaiserresidenz und Sitz der Prätorianerpräfektur zu einer der bedeutendsten Städte jenseits der Alpen. Zahlreiche Wirtschaftsgebäude sowie eine Münzprägestätte verweisen auf die Prosperität Triers am Ausgang der Spätantike, die selbst durch die vierfache Zerstörung der Stadt im Zuge der sogenannten Völkerwanderung und die Eroberung durch die Franken um das Jahr 470 nicht völlig zum Erliegen kam.

    Christliches Leben ist in Trier bereits seit der 2. Hälfte des 3. Jh. belegt, wovon über 800 frühchristliche Grabinschriften sowie eine bis in vorconstantinische Zeit reichende Bischofsliste zeugen. Trier ist damit nicht nur der älteste Bischofssitz auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, der Dom St. Peter ist zugleich die älteste deutsche Bischofskirche. Als politisches Zentrum und einflussreicher Handelsknotenpunkt war Trier darüber hinaus Ort der Begegnung, der Gelehrsamkeit und des Austauschs. Zahlreiche Persönlichkeiten des frühen Christentums aus dem griechischen Osten wie auch aus dem lateinischen Westen hielten sich für kürzere oder längere Zeit in Trier auf und beeinflussten einander, darunter Athanasius von Alexandria, Ambrosius von Mailand, Hieronymus und Martin von Tours. Doch auch in der heutigen Zeit spielt die Begegnung von Christinnen und Christen östlicher und westlicher Tradition in Trier eine große Rolle.

    Im Rahmen unserer Exkursion möchten wir Trier als Zentrum des frühen Christentums hautnah erleben. Auf dem Programm stehen Führungen durch die Konstantin-Basilika und die darunter befindlichen Ausgrabungen sowie durch den Trierer Dom St. Peter samt spätantiken Fundamenten und der 2007 geweihten Athanasius-Kapelle, die durch ihre öffenbare Ikonostase für Gottesdienste römischer wie auch byzantinischer und altorientalischer Tradition nutzbar ist, wodurch sie einen besonderen Ort ökumenischer Verbundenheit darstellt.

    Außerdem werden wir die rheinland-pfälzische Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ an den drei Standorten Rheinisches Landesmuseum (Hauptausstellung), Museum am Dom (Schwerpunkt Christentum) und Stadtmuseum Simeonstift (Rezeption in Kunst und Kultur) besuchen. Diese geht den Fragen nach, wie das Römische (West-)Reich im Laufe des 4. und 5. Jh. „untergehen“ konnte, welche Rolle Kirche und christlicher Glaube für den Übergang von der Spätantike ins Frühmittelalter spielten und wie bspw. im 19. Jh. Widerstandskämpfer gegen Rom zu Nationalhelden stilisiert wurden. Daneben wird es die Gelegenheit geben, Trier auf eigene Faust zu erkunden und Sehenswürdigkeiten wie die Thermen oder das Amphitheater zu entdecken.

    Der Exkursion voraus gehen zwei Treffen, in denen wir uns anhand von Referaten inhaltlich auf die oben genannten Aspekte vorbereiten wollen. Eine Themen- und Literaturliste wird in der ersten Sitzung am 12. Oktober 2022, 12.00-14.00 Uhr ausgegeben.

    Die Kosten für die Teilnahme an der Exkursion belaufen sich ohne Zuschüsse auf ca. 180,00 Euro pro Person. Darin enthalten sind Übernachtungskosten inkl. Frühstück, Transfergelder sowie Eintrittsgelder und Kosten für Führungen. Zuschüsse sind beantragt und werden den Gesamtpreis für studierende Teilnehmer*innen entsprechend senken.

     

    Neue Veröffentlichen von Prof. Dr. Christian Lange

    Auf dem Internetportal katholisch.de ist ein Beitrag von Christian Lange zur Polyphonie der christlichen Traditionen erschienen. Sie finden ihn unter: https://www.katholisch.de/artikel/34148-die-geheimnisvolle-vielfalt-des-christentums

    Auf dem Internetportal katholisch.de ist ein Beitrag von Christian Lange zum Apostel Thomas.
    Sie finden ihn unter https://www.katholisch.de/artikel/39924-der-apostel-thomas-mehr-als-nur-der-unglaeubige