Triumph. Zur Geschichte einer wirkmächtigen Metapher
Der Tod auf dem Scheiterhaufen, die Wechselfälle der Liebe, die Passion Jesu, das gute Leben, die Kritik am Herrscher, die Arbeit als Apostel – all das und noch manches mehr kann im Rahmen antiker Literatur unter Rückgriff auf das Prozessions- und Siegesritual des römischen Triumphzugs anschaulich charakterisiert werden. Der Triumph als machtvolle und wirkmächtige Metapher, die bis heute Spuren in der Alltagssprache hinterlässt – auch wir feiern gelegentlich „triumphale Siege“ im Sport oder beklagen den „Triumph des Populismus“ –, steht im Zentrum einer von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung geförderten interdisziplinären Tagung des Lehrstuhls für Neutestamentliche Exegese. Sie wird wesentliche Facetten der Geschichte der Triumphzugsmetapher in antiker Literatur aufarbeiten.
Die Tagung findet vom 9.–11. Juli 2026 im SR 129 der Neuen Universität (Sanderring 2, 97070 Würzburg) statt.
Gäste sind nach Anmeldung herzlich willkommen. Bitte melden Sie sich bei Interesse per Mail bei Markus Lau (markus.lau@uni-wuerzburg.de).
Tagungsprogramm
(Änderungen vorbehalten)
Donnerstag, 9. Juli 2026
| ab 13.30 Uhr | Begrüßungskaffee |
| 14.00–14.30 Uhr | Begrüßung und Einführung in die Tagung |
| 14.30–15.30 Uhr | Jacob Hesse (Bochum): Die Vielfalt möglicher Bedeutungen von „Metapher" |
| 15.30–16.30 Uhr | Tanja Itgenshorst (Freiburg/CH): Triumphmetaphorik bei Plautus |
| 16.30–17.00 Uhr | Pause |
| 17.00–18.00 Uhr | Maximilian Höhl (Gießen): Talis triumphus, qualis vita? Der Triumph als Charakterspiegel bei Cicero und Seneca |
| 19.00 Uhr | Abendessen |
Freitag, 10. Juli 2026
| 09.00–10.00 Uhr | Helmut Krasser (Gießen): Triumph, Dichtung und Raum in Vergils Georgica |
| 10.00–11.00 Uhr | Rene Pfeilschifter (Würzburg): Triumphe bei Petron, Apuleius und im griechischen Roman |
| 11.00–11.30 Uhr | Pause |
| 11.30–12.30 Uhr | Leon Schmieder (Marburg): Triumph und Text in der Spätantike: Poetische Einschreibungen einer Metapher zwischen Aktualisierung und Entfremdung |
| 12.30–14.00 Uhr | Mittagspause (Mittagessen in der Uni-Mensa) |
| 14.00–15.00 Uhr | Peter Franz Mittag (Köln): Triumph oder nicht Triumph? Bemerkungen zur Nutzung von Triumphsymbolik in der römischen Kaiserzeit |
| 15.00–16.00 Uhr | Barbara Bargel (Würzburg): Triumphierender Apostel? Paulus‘ metaphorische Selbstverortung im Bild des römischen Triumphzuges (2 Kor 2,14–17) |
| 16.00–16.30 Uhr | Pause |
| 16.30–17.30 Uhr | Thomas Schumacher (Freiburg/CH): Die Präsentation besiegter Mächte und Gewalten im Triumphzug? Ein Blick auf Kol 2,15 und die Semantik von θριαμβεύω |
| 17.30–18.30 Uhr | Markus Lau (Würzburg): Ein gekreuzigter Triumphator. Triumphzugsmetaphorik im Markusevangelium |
| 19.00 Uhr | Abendessen |
Samstag, 11. Juli 2026
| 08.30–09.30 Uhr | Michael Hölscher (Bochum): „Die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden“ (Offb 19,14). Triumphzugsmetaphorik in der Offenbarung des Johannes |
| 09.30–10.30 Uhr | Johanna Brankaer (Würzburg): Triumphvorstellungen in der frühchristlichen Apologetik |
| 10.30–11.00 Uhr | Pause |
| 11.00–12.00 Uhr | Sonja Ulrich (Würzburg): Triumph- oder Leichenzug. Zur Umdeutung vorchristlich-römischer Erfolgsgeschichte(n) bei Orosius und Augustinus |
| 12.00–13.00 Uhr | Abschlussdiskussion |
| 13.00 Uhr | Mittagessen und Ende der Tagung |
