Intern
Lehrstuhl für neutestamentliche Exegese

Projekte am Lehrstuhl

Hier können Sie sich über aktuelle Forschungs- und Arbeitsprojekte informieren, die im Zusammenhang mit dem Lehrstuhl für Neutestamentliche Exegese stehen.

Sie gruppieren sich mal ganz eng, mal eher locker um die langfristigen Forschungsschwerpunkte, die in der Arbeit am Lehrstuhl verfolgt werden. Zu diesen gehören:

  • Exegese der synoptischen Evangelien und der Apostelgeschichte im Rahmen eines mehrdimensionalen methodischen Zugriffs
  • Die Welt des Neuen Testaments, d.h. die Kontexte neutestamentlicher Texte. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Bereichen: Numismatik, Archäologie und Baugeschichte Jerusalems und Galiläas ab der hellenistischen Zeit, antike Fluchkultur und ihre Epigraphik, antike Körpergeschichten und Körperdiskurse (vor allem Praktiken der Body-Modification), antike Rituale (z.B. den Triumphzug), materiale Kultur der Antike, Geschichte der jüdisch-römischen Kriege.

  • Apostel Paulus – Biografie, Selbstverständnis, Theologie
  • Lukanisches Doppelwerk, Schwerpunkt Apostelgeschichte – Historizität, literarische Gestaltung, Aussageabsicht
  • Soziokulturelle, rechtliche und materiale Kontexte des Neuen Testaments
  • Methodik biblischer Exegese

  • Hermeneutische und methodologische Aspekte biblischer Exegese
  • Paulus und seine Briefe im Kontext des römischen Imperiums
  • Forschungsgeschichte der Bibelwissenschaften, besonders der katholischen Exegese zwischen den beiden Vatikanischen Konzilien

Fluchtafeln und das Neue Testament (Prof. Dr. Markus Lau)

Faszinierend, oft irritierend und gelegentlich auch verstörend wirkt, wie antike Menschen unter Rückgriff auf Rituale des Fluchens und unter Einsatz materialer Artefakte in Form von Fluchtafeln (defixiones) Konflikte und Konkurrenzsituationen mit ihren Mitmenschen in ihrem Sinne zu beeinflussen suchten, um letztlich die eigene Zukunft und die Zukunft anderer machtvoll zu manipulieren. Nicht nur dezente Spuren, sondern gelegentlich auch deutliche Echos der antiken Fluchpraxis und des weiten Felds der hellenistisch-römischen wie jüdischen Fluchkultur haben sich dabei auch in neutestamentlichen Texten erhalten – zumal auch Christ:innen in der Hoffnung auf die Macht des Namens Jesu zur Fluchtafel gegriffen haben, um agonistische Situationen in ihrem Sinne zu lösen.
Seit dem Jahr 2018 beschäftigt sich Markus Lau in Kooperation mit Prof. Dr. Michael Hölscher (Bochum) und Prof.in Dr. Susanne Luther (Göttingen) mit den Interdependenzen zwischen biblischen Texten und antiker Fluchpraxis. Zu diesem Themenfeld liegen inzwischen mehrere Publikationen vor, die auf drittmittelfinanzierte Tagungen zurückgehen. Aktuell in Vorbereitung ist der von Markus Lau mitherausgegebene Sammelband «Ancient Cursing and the New Testament: Case Studies at the Intersections between Prayer and Curse», der open access bei Mohr Siebeck in der Reihe WUNT I erscheinen wird und auf die Tagung «Not lehrt fluchen! Schnittstellen zwischen Gebet und Verfluchung in antiken defixiones, frühchristlichen Texten und Kontexten: Gattungsfragen, Materialität, Ritualität» (Göttingen, 3.–6. September 2025) zurückgeht. Das Forschungsfeld verspricht noch zahlreiche spannende Entdeckungen und eignet sich auch gut für Qualifikationsarbeiten.

Inschriften aus Thyatira: Ein Datenbankprojekt (Prof. em. Dr. Bernhard Heininger)

Das Projekt steht in der Betreuung von Prof. em. Dr. Bernhard Heininger. Hier geht es zur Datenbank der Inschriften aus Thyatira.

Dissertationen, Lizentiatsarbeiten

Unter Betreuung von Prof. Dr. Markus Lau:

Laufende Dissertationen/Lizentiatsarbeiten:

Laura Henke

Zeiten im Wandel. Transformationsprozesse des heilsgeschichtlichen Konzepts im lukanischen Doppelwerk (Arbeitstitel; Promotionsprojekt an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz [Mentorat])

Magdalena Widmer

Die nimmermüde Witwe, der Richter und die Suche nach κδίκησις. Eine exegetische Analyse von Lk 18,1–8 (Arbeitstitel; Lizentiatsprojekt an der Theologischen Hochschule Chur/Schweiz [Erstgutachter]).

Abgeschlossene Dissertationen/Lizentiatsarbeiten:

Melina Rohrbach

Beziehung trotz Abwesenheit. Bewältigungsstrategien für Jesu Abwesenheit im Vergleich der Ostererzählungen des Lukas- und Johannesevangeliums (eingereicht am 29.09.2023 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz [Zweitgutachten]; veröffentlicht als SBB 86; Stuttgart 2024).

 

Unter Betreuung von Prof. em. Dr. Bernhard Heininger:

Laufende Dissertationen:

Dunstan Assimwe Lk 24,1-53 im Diskurs der Methoden (Arbeitstitel)
Stephen Egwu "Magic Paul". A religio-historical study on Acts 13:4-12; 16:16-18; 19:11-20 (Arbeitstitel)
Karl Gengel Anthropologie frühjüdischer Schriften (Arbeitstitel)
Stefan Heberl Jesus in der Schule. Elementarunterricht in der Kindheitserzählung des Thomas (KThom) (Arbeitstitel)
Stephen Kulandai Gospel for the Rich? The social background of the Gospel of Luke (Arbeitstitel)

 


Habilitationen

Mit Fachmentorat von Prof. Dr. Markus Lau:

Laufende Habilitationen:

Dr. Barbara Bargel Tod, Grab, Erinnerung. Begräbniskultur im antiken Judentum und im Neuen Testament (Arbeitstitel)

Abgeschlossene Habilitationen: 

Dr. Michael Hölscher

Entzauberte Rituale. Die Johannesoffenbarung im Spiegel antiker Fluchtafeln und ihrer Kontexte (eingereicht am 09.10.2023 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz [Zweitgutachten]; zur Publikation vorgesehen für NTOA).

 Mit Fachmentorat von Prof. em. Dr. Bernhard Heininger:

Laufende Habilitationen:

Prof. Dr. Marievonne Schöttner Die narrative Konstruktion des Christentums. Der Beitrag der Apostelgeschichte zum frühchristlichen Identitätsdiskurs (Arbeitstitel)

 

Hier findet sich eine Liste der bereits abgeschlossenen Qualifikationsarbeiten unter Prof. em. Dr. Bernhard Heininger.

Unter Betreuung von Prof. Dr. Markus Lau:

Eliah Barthelmes (Arbeitstitel wird noch festgelegt)
Matthias Klein Zwischen antikem Judentum und Hellenismus: Eine Untersuchung des Entstehungshintergrundes ausgewählter Ich-Bin-Worte des Johannesevangeliums (eingereicht am: 28.11.2025)

Hier finden Sie eine Liste der abgeschlossenen Studienabschlussarbeiten am Lehrstuhl für Neutestamentliche Exegese unter der Betreuung von Prof. em. Dr. Bernhard Heininger.

 

 

Numismatische Palimpseste. Die erzählende Materialität jüdischer Aufstandsmünzen vor dem Hintergrund der römischen Judaea-Capta-Münzprägung – oder: Eine Dinggeschichte von Hoffnung und Widerstand. (22. April 2026)

Vortrag von Markus Lau im Projekt B2 des Sonderforschungsbereichs (SFB 1391) "Andere Ästhetik" der Universität Tübingen und des English-German Colloquium in New Testament (Prof. Dr. Michael Tilly, Universität Tübingen)

Bileam oder Augustus? Die Magiergeschichte (Mt 2,1–12) als Testfall für Doppelkodierungen im Sondergut des Matthäusevangeliums. (13. Juni 2026)

Vortrag von Markus Lau im Rahmen der Tagung "Das Sondergut des Matthäusevangeliums. Terminologie, Themen und Texte" (12.–13. Juni 2026) an der Bergischen Universität Wuppertal (Veranstalter:innen: AOR Dr. Matthias Berghorn, Wuppertal; Paula Greiner-Bär, Erfurt; Alexa Stephany, Trier)

Erzählte Kontrolle. Narrative und kompositionelle Strategien in den Grabwächter-Perikopen des Matthäusevangeliums (Mt 27,62–66; 28,11–15). (13. Juni 2026)

Vortrag von Barbara Bargel im Rahmen der Tagung "Das Sondergut des Matthäusevangeliums. Terminologie, Themen und Texte" (12.–13. Juni 2026) an der Bergischen Universität Wuppertal (Veranstalter:innen: AOR Dr. Matthias Berghorn, Wuppertal; Paula Greiner-Bär, Erfurt; Alexa Stephany, Trier)

"Synoptic Gospels" EABS Research Unit (2026–2028)

Zusammen mit Prof.in Dr. Susanne Luther (Göttingen) und Prof. Dr. David Cielontko (Prag) ist Markus Lau Chair der Research Unit «Synoptic Gospels» im Rahmen der European Association of Biblical Studies (EABS). Die Research Unit bietet ein internationales Forum für den fachwissenschaftlichen Austausch zu aktuellen Fragen der Synoptikerexegese. Neben stets willkommenen Beiträgen zu allen Fragen der Synoptikerexegese sind dabei für die Tagung im Jahr 2026 (an der KU Leuven) insbesondere Vorträge zum Themenfeld «Space in the Synoptic Gospels» angezielt. Für das Jahr 2027 freuen wir uns auf Vortragsangebote, die sich mit erzählter Materialität bei den Synoptikern beschäftigen. 2028 beschäftigen wir uns mit kleinen Erzählfiguren innerhalb der jeweiligen Evangelien. Informationen zum jeweiligen Tagungsprogramm und den jeweils aktuellen Call for Papers finden sich auf der Website der EABS: https://www.eabs.net.

 

Bibel und Liturgie: Revision des Messbuchs für den deutschsprachigen Raum (2024–2028)

Gottesdienstliche Feiern sind ein wesentlicher Begegnungsraum mit biblischen Texten für kirchlich aktive Menschen. Biblische Texte werden in liturgischen Feiern gelesen und feierlich zu Gehör gebracht, über sie wird (im Idealfall) gepredigt, sie werden in Liedern und Gebeten zitiert, sie prägen nicht zuletzt auch die liturgischen Räume und die Kunstwerke, die in den Räumen präsentiert werden. Auch das auf dem lateinischen Missale Romanum basierende deutschsprachige Messbuch, das seit 2024 einer Revision mit dem Ziel einer Aktualisierung der Sprache unterzogen wird, enthält nicht wenig Biblisches.
Im Rahmen des Revisionsprozesses arbeitet Markus Lau in der Arbeitsgruppe 3 mit, die sich mit biblischen und poetischen Texten im Messbuch beschäftigt (weitere Mitglieder der AG 3: Prof.in Dr. Inga Behrendt, Rottenburg/Rom; Prof. Dr. Peter Ebenbauer, Graz; Prof. Dr. Franz Karl Prassl, Graz/Rom; Axel Simon, Trier; Prof. Dr. Stefan Wahle, Paderborn). Eine wesentliche Aufgabe besteht darin, die biblische Sprache im Messbuch vor dem Hintergrund der im Jahr 2016 veröffentlichten revidierten Einheitsübersetzung zu aktualisieren und gleichzeitig die mannigfachen Übersetzungsprozesse zu reflektieren, die biblische Texte durchlaufen haben, bis sie als lateinische Texte Teil des römischen Messbuchs wurden, um dann in ein der Liturgie angemessenes Deutsch übersetzt zu werden. Aus bibelwissenschaftlicher Sicht gilt es dabei immer auch die Bedeutung der biblischen Ausgangstexte im Gegenüber zu lateinischen Bibelübersetzungen zu betonen und gemeinsam nach guten Formulierungen im Deutschen zu suchen, die auch den biblischen Texten gerecht werden.
Das Projekt wird von den Bischofskonferenzen des deutschen Sprachraums finanziert.

Interessiert?

Wenn Sie sich für eine Vertiefung im Bereich der neutestamentlichen Bibelwissenschaft interessieren, eine Projektidee haben, die Sie gerne gut begleitet verfolgen wollen, Leidenschaft für die neutestamentlichen Texte und ihre Welt Sie prägt und Sie Freude an methodisch präziser Arbeit, neuen Fragestellungen und der griechischen Sprache haben, dann kontaktieren Sie gerne Markus Lau