Intern
Lehrstuhl für Dogmatik

"Wenn Gelassenheit nicht Teflon meint"

19.05.2026

Prof. Christine Büchner im Podcast "Erschöpfung statt Gelassenheit"

Mehr Gelassenheit im Alltag: Das versprechen die meisten Achtsamkeitspraktiken. Meist gilt Gelassenheit dabei als psychische Ressource, die helfen soll, Belastungen zu bewältigen. Über dieses Verständnis hätte sich der mittelalterliche Mystiker Meister Eckhart gewundert. Er gilt als Erfinder des Wortes „Gelazenheit“ - ein radikales „Sich Lassen“: das Loslassen des eigenen Wollens, Habens und Wissens, um Raum für Gott und eine andere Wirklichkeit zu schaffen.

Eckharts Vorstellung von Gelassenheit unterscheidet sich damit deutlich von der heutigen Idee eines teflonartigen Gleichmuts. Dient der Blick nach innen dazu, dass alles so bleiben kann, wie es ist? Oder eröffnet er den Gedanken, dass die Welt anders sein könnte – und welche Form von Individualität entsteht, wenn das Ich nicht ständig gegen andere ausgespielt werden muss?

Darüber spricht Kathrin Fischer in ihrem Podcast mit Christine Büchner. Ein Gespräch über die Unzufriedenheit, von Gott getrennt zu sein, über die Unterschiede zwischen Kirche, Sekte und Mystik und über die Frage, ob und falls ja, was, Wut zur Transformation der Welt beitragen kann.

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