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    Katholisch-Theologische Fakultät

    "Wie entstehen Tugenden und Laster?"

    16.03.2017

    Neue Publikation von Prof. Dr. Stephan Ernst

    Das Speculum universale des Radulfus Ardens (gest. um 1200) ist die umfangreichste systematische Gesamtdarstellung der theologischen Ethik im 12. Jahrhundert. Während in den frühscholastischen Sentzenzensummen die Tugenden vor allem als Resultat der Gnade Gottes verstanden werden, thematisiert sie Radulfus Ardens – in der Linie der Schüler des Gilbert von Poitiers – auch von der Seite des Menschen und seiner Eigenwirklichkeit her. Er entwickelt eine höchst differenzierte und eigenständige Untergliederung der Tugenden, die er erstmals auch in den Vermögen der Seele verankert. In den Büchern I-V des Speculum universale, die eine allgemeine Tugendlehre beinhalten, stellt Radulfus Ardens den Prozess dar, in dem sich die Tugenden und Laster ausgehend von den Gedanken und ersten Regungen der Seelenvermögen entwickeln. Dabei werden auch die äußeren, naturalen oder sozialen Bedingungen und Einflüsse zur Sprache gebracht, die diese Entwicklung fördern oder hemmen. Der vorliegende Band enthält die entscheidenden Passagen aus Buch I und V, in denen der Entwicklungsprozess der Tugenden und Laster analysiert wird.

    Die jetzt vorliegende Übersetzung aus den Bücher I und V ist entstanden auf der Grundlage der kritischen Edition des Speculum universale, die am Lehrstuhl „Theologische Ethik – Moraltheologie“ in Würzburg – im Rahmen eines DFG-Projekts – erarbeitet wird. Erschienen ist hier bereits der Band: Radulfi Ardentis Speculum Universale, libri I-V, Ed.: Claudia Heimann / Stephan Ernst (Corpus Christianorum. Continuatio Mediaevalis 241), Turnhout 2011.

    Wie entstehen Tugenden und Laster?: Lateinisch – Deutsch. Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Stephan Ernst (Herders Bibliothek der Philosophie des Mittelalters 3. Serie), Freiburg/Basel/Wien 2017, 352 Seiten, 45,- Euro, ISBN: 978-3-451-37760-0.

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