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    Katholisch-Theologische Fakultät

    Fit für den Studieneinstieg

    09.10.2017

    Zum fünften Mal hat die Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Würzburg zur „Sommerschule zum Studieneinstieg Physik“ eingeladen. 36 Teilnehmer haben diese Angebot angenommen: Studieninteressierte, deren Abitur gerade erst ein paar Wochen oder doch schon ein paar Jahre zurückliegt.

    36 Teilnehmer haben 2017 am vierwöchigen Programm „Sommerschule Physik für Studieneinsteiger“ teilgenommen. (Foto: Svenja Hümmer)
    36 Teilnehmer haben 2017 am vierwöchigen Programm „Sommerschule Physik für Studieneinsteiger“ teilgenommen. (Foto: Svenja Hümmer)

    Für ein Studium der Physik oder eines physiknahen Fachs sind gute Grundkenntnisse in Mathematik dringend erforderlich. Um zu Studienbeginn keine bösen Überraschungen zu erleben und gut ins erste Semester zu starten, wiederholen in der „Sommerschule zum Studieneinstieg Physik“ Studieninteressierte die Grundlagen der Mathematik und Mechanik.

    Den Studienalltag simulieren

    Vom 21. August bis 15. September 2017 fand das vierwöchige, ganztägige Programm mit dem Team der Sommerschule statt. Koordinatorin Dr. Svenja Hümmer hat die „Sommerschüler“ fit gemacht in Differential- und Integralrechnung, Koordinator Marco Wagner in Vektorrechnung und klassischer Mechanik. Ebenfalls engagiert haben sich als studentische Tutoren Vladimir Marković (2. Master-Semester Physik) und Daniela Brandt (5. Bachelor-Semester Physik).

    Das Viererteam simuliert für die Neulinge an der Uni den zukünftigen Studienalltag. In Vorlesungen am Vormittag und Übungen am Nachmittag wiederholen und üben sie den Stoff ein. In den ersten Tagen ist das Lerntempo noch angepasst an das Tempo, das Abiturienten aus ihrer Schulzeit gewöhnt sind. Bald aber steigt das Team um auf das schnellere Unileben, an das sich die Sommerschüler jetzt schon gewöhnen sollen: Viel Lernstoff in kurzer Zeit bewältigen.

    Rechtzeitig sollen sich die Erstis auch an universitäre Arbeitsweisen und -techniken gewöhnen. Das künftige Zeitmanagement zum Beispiel können die Sommerschüler schon jetzt proben: Vor der Mittagspause erhalten die Teilnehmer Übungsblätter, die sie in der Mittagspause bearbeiten sollen. Denn am Nachmittag heißt es: In Kleingruppen gemeinsam Lösungen für die kniffeligen Aufgaben finden. Hier lernen die Schüler in Gruppen zu diskutieren, verschiedene Lösungswege zu finden und im Plenum vor Mitschülern aufzutreten. Tutor Vladimir Marković achtet streng darauf, dass jede Übung im Team und nie im Alleingang gelöst wird – genauso so, wie es später im Studium auch laufen wird.

    In der vierten Woche simuliert das Team mit einer Miniklausur eine Prüfung: Hier gibt es die ersten Noten – nach einer Note fünf oder sechs auch lange Gesichter. Aber daran erkennen die Schüler, was es heißt in ein Studium zu investieren. „Sie werden in Ihr Unistudium richtig viel Arbeit investieren müssen. Bereiten Sie sich für eine Arbeitswoche mit fünfzig oder sechzig Stunden vor – ohne Bezahlung“, rät Marco Wagner seinen Sommerschülern.

    Individuelles Lerntempo mit Inverted Classroom

    Marco Wagner Koordinatorin hat mit Svenja Hümmer hat mit 2013 die Sommerschule Physik mit ins Leben gerufen und jährlich weiter entwickelt. In diesem Jahr hat sie als E-Learning-Koordinatorin ihrer Fakultät ein neues Konzept in ihre Vorlesungen eingeführt: Inverted Classroom. Die Idee dieses Konzeptes ist es, die Wissensvermittlung aus der gemeinsamen Präsenzzeit in die Einzelarbeitszeit zu verschieben und dafür die Vorlesungszeit für eine rege Diskussion zum Lernstoff zu nutzen.

    Hierfür hat Svenja Hümmer Lehrvideos produziert, die die Sommerschüler jeweils am Tag vor der eigentlichen Vorlesung auf der Lernplattform WueCampus abrufen können. Dies hat viele Vorteile: Man kann sich die Videos nach eigenem Tempo und je nach Wissensstand individuell abspielen, beliebig oft anschauen und sich in Ruhe ungelöste Fragen für den nächsten Tag notieren. „Die Sommerschüler waren durch das Studieren Die Sommerschüler waren durch das Studieren der Lehrvideos gut auf den nächsten Tag vorbereitet, und so konnten wir im Plenum weiterführende Fragen gemeinsam diskutieren und auch Übungsaufgaben rechnen der Lehrvideos gut auf den nächsten Tag vorbereitet, und so konnten wir im Plenum weiterführende Fragen gemeinsam diskutieren und auch Übungsaufgaben rechnen“, so Hümmer. „Inverted Classroom gibt einem die Möglichkeit, die Zeit im Hörsaal interaktiver zu gestalten. Das macht die „Vorlesung“ sowohl für die Studierenden als auch für mich als Dozentin spannender.“

    Das neue Konzept bewertet die Koordinatorin genauso positiv wie die Teilnehmer der diesjährigen Sommerschule: „Das Online-Material ist extrem hilfreich und eine großartige Ergänzung oder gar Alternative zur Vorlesung“ oder „Sehr gut! Individuelles Lerntempo und Zeiteinteilung möglich.“

    Enthusiasmus, Wissensdurst und eine angenehme Atmosphäre

    Die beiden Koordinatoren der Sommerschule Physik freuen sich bereits auf die nächste Sommerschule 2018: „Enthusiasmus, schier unstillbarer Wissensdurst und eine angenehme zwischenmenschliche Atmosphäre – das fasziniert mich immer wieder. Die Sommerschule ist eine sehr sinnvolle Einrichtung unserer Fakultät, eine dauerhafte Installierung dieser Veranstaltung wäre sehr wünschenswert“, erläutert Marco Wagner.

    Auch Vladimir Marković ist mit Engagement und Begeisterung bei der Sache. Er selbst war vier Jahre zuvor einer der Teilnehmer der damaligen Veranstaltung: „Diese Sommerschule zu besuchen, war dringend notwendig. Ich dachte zuvor, als vermeintlicher Crack in Schulphysik und Mathe gehe ich locker ins Studium. Aber dann musste auch ich feststellen: Man muss sich richtig anstrengen, um am Ball zu bleiben. Und N24-Wissen ist an der Uni nicht gefragt“, so Vladimir Marković. Und heute setzt sich der Masterstudent als Tutor für seine Mitstudierenden ein: „Meine Leidenschaft für das Fach Physik möchte ich unbedingt weitergeben. Mir macht es viel Spaß, alle möglichen Fragen mit meinen Teilnehmern zu diskutieren und ihnen Lust auf ihr Studienfach zu machen. Ich bereite mich immer wieder gerne auf die nächste Übungseinheit vor und bleibe dabei selbst fit in den Übungsaufgaben. Was will man mehr?“, so der Tutor.

    Die Teilnehmer der Sommerschule schätzen neben dem fachlichen Training besonders die gute Atmosphäre im Kurs: „Die Stimmung ist locker und dennoch wird hart gearbeitet, die Dozenten holen uns gut ab und machen uns für das echte Unileben fit. Ohne diesen einzigartigen Kurs hätte ich nicht ansatzweise so gut den Einstieg in mein Studium geschafft“, so ein Teilnehmer.

    Weitere Angebote für Studienbeginner

    Auch nach der Sommerschule begleitet die Fakultät für Physik und Astronomie ihre Studienbeginner: Seit Jahren findet ein bewährtes MINT-Vorkursprogramm statt, das gemeinsam mit der Fakultät für Mathematik und Informatik vor Semesterbeginn in Kombination mit den „Schnubbertagen“ der Fachschaft organisiert wird. In den ersten beiden Semestern bietet das KOMPASS Tutoren- und Mentorenprogramm zahlreiche Tutorien als Weiterführung des Physik-Vorkurses an: Hier können die Teilnehmer anhand von eigenen betreuten Übungsaufgaben den Stoff der Grundlagenvorlesungen einüben, vertiefen und sich auf die ersten Klausuren im Studium vorbereiten. Studentische, ausgebildete Tutoren mit passenden fachlichen und didaktischen Fähigkeiten geben den Studierenden auf Augenhöhe Hilfestellungen und beantworten Fragen.

    Die genannten Maßnahmen werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im „Qualitätspakt Lehre“ mitfinanziert.

    Kontakt und weitere Informationen:

    Dr. Svenja Hümmer und Marco Wagner, Physikalisches Institut, Mail: studieneinstieg@physik.uni-wuerzburg.de

    Website „Studieneinstieg an der Fakultät für Physik und Astronomie“

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    Von Annette Popp

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