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Lehrstuhl für Religionspädagogik

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KI-Kompetenzen in der Ausbildung von Religionslehrkräften

19.06.2026

Dem brandaktuellen Thema des Einsatzes von KI in der Ausbildung von Religionslehrkräften widmete sich das mittlerweile 4. Vernetzungstreffen des Religionspädagogischen Instituts (RPI) und des Lehrstuhls für Religionspädagogik in Würzburg. Das regelmäßige Treffen, das dieses Mal im RPI stattfand, dient dazu, die unterschiedlichen Phasen der Ausbildung aufeinander abzustimmen und darüber hinaus eine enge Kooperation zwischen Universität und Bistum zu festigen.

Vlnr.: Dr. Johannes Pfeiff, Winnie-Lotta Weghaus, PD Dr. Boris Kalbheim, Prof. Dr. Stefan Heil, Guido Kunkel, Prof. Dr. Johannes Heger, Matthias Och, Foto: © RPI Bettina Englert

Nicht zuletzt durch die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. erhält der Umgang mit KI in Theologie und Kirche in erhöhte Aufmerksamkeit. Dies betrifft auch die Ausbildung von Religionslehrkräften. Wie können sie verantwortlich mit KI im Religionsunterricht umgehen? Und welche KI-Kompetenzen bekommen sie in der Ausbildung an Universität und Seminar vermittelt?Unter der Moderation von Prof. Dr. Stefan Heil, dem Leiter des RPI, widmete sich das Treffen in einer zweigeteilten Struktur diesen Fragen:

Im ersten Teil referierte Prof. Dr. Johannes Heger, Inhaber des Lehrstuhls für Religionspädagogik an der Universität Würzburg, die Grundlagen des Themas. Heger bezeichnet KI als „Disruption“, das menschliches Leben fundamental verändert - so auch den Religionsunterricht und religiöse Bildung. Für die Ausbildung von Religionslehrkräften hat dies bedeutende Konsequenzen: Sie müssen zuerst wahrnehmen, dass ihre Schülerinnen und Schüler KI selbstverständlich im Alltag nutzen. Davon ausgehend können Religionslehrkräfte unterschiedliche Kompetenzen entwickeln, wie KI im Religionsunterricht eingesetzt werden kann.

Im zweiten Teil diente das Treffen dem Erfahrungsaustausch und der Entwicklung von Kompetenzbereichen, in denen die Ausbildung wirken kann. Die Runde entwickelte in einem regen Austausch aus den jeweiligen Arbeitsbereichen von Universität, Seminar und Schule vier Bereiche, in denen angehende - und ausgebildete – Religionslehrkräfte Kompetenzen entwickeln können:

Erstens die Entwicklung von Urteilskompetenz als Herausbildung und Reflexion eines eigenen Standpunktes zur KI. Dazu gehören Wissen, was KI überhaupt ist, nach welchen Prinzipien sie funktioniert, was sie leisten kann und was nicht. Am Ende wählt immer der Mensch die Vorschläge aus, und dies muss gerade im pädagogischen Kontext nach professionellen Kriterien erfolgen.

Zweitens die Weiterbildung der didaktisch-methodischen Kompetenz zur Verwendung bestimmter KI-Software zur Unterrichtsvorbereitung und -durchführung, z. B. Fobizz, KI-generierte Bibelclips oder interaktive Chatbots. Hierzu existiert eine Vielzahl an Software, die verwendet werden kann. Ein kurzer Überblick wurde vorgestellt.

Drittens die Vermittlung von Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern, wie sie mit KI umgehen lernen. Dabei bekommt die ethisch-theologische Reflexion im Religionsunterricht eine immer größere Bedeutung, z.B. wie KI religiöse Vorstellungswelten von Kindern und Jugendlichen beeinflusst oder welche Transzendenzvorstellungen hinter der Verwendung von KI stehen.

Und viertens schließlich die Verwendung von KI in Prüfungen. Hierzu wurden Formate diskutiert, wie KI in Prüfungssituationen verwendet werden kann. Dazu zählen etwa die Verbindung von schriftlichen und mündlichen Anteilen einer Prüfung, die Erarbeitung längerfristig dauernder Projekte oder die Integration von KI in die Aufgabenstellung selbst. Passend hierzu ist, dass in Bayern die Kultusministerin Anna Stolz zum Schuljahr 2026/27 neue Prüfungsformate einführt wie z. B. Erstellung eines Podcasts oder Bewertung einer Debatte. Für klassische schriftliche Leistungen soll zumindest die Verwendung der KI bibliographisch dokumentiert werden.

Das Vernetzungstreffen hat erneut gezeigt, dass gerade das Zusammenwirken unterschiedlicher Arbeitsbereiche wie Universität, Schule und Seminar sehr gewinnbringende Ergebnisse liefert, da verschiedenartige Erfahrungsbereiche zu Sprache kommen und sich ergänzen. So wurde vereinbart, die auf der Grundlage der Ergebnisse das Thema weiterzuverfolgen und beim nächsten Treffen zu evaluieren, wie diese Bereiche in der Praxis gestaltet worden sind.

(Stefan Heil)

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