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    Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft

    Ein Rückblick:

    „Reform ist nichts Neues in der Kirche“ – Kongress der „Societas Liturgica“ in Würzburg eröffnet

    Mit einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst im Kiliansdom und einem anschließenden Festakt in der Neubaukirche begann am Montagabend, 5. August 2013, der Kongress „Liturgiereformen in den Kirchen“. Über 300 Theologen und Kirchenvertreter aus vielen christlichen Kirchen und allen Kontinenten sind in dieser Woche in Würzburg zu Gast. Der Kongress der internationalen ökumenischen Vereinigung „Societas Liturgica“ befasst sich mit der Erneuerung des christlichen Gottesdienstes. Anwesend ist auch der „Ökumene-Minister“ des Papstes, der Schweizer Kardinal Kurt Koch.

     

    Den abendlichen Vespergottesdienst in der Kathedrale hielt der katholische Bischof Würzburgs, Dr. Friedhelm Hoffmann, zusammen mit dem evangelisch-lutherischen Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und der Bischöfin der evangelisch-methodistischen Kirche, Rosemarie Wenner. In seiner Predigt verwies Bischof Dr. Hoffmann auf die Taufe, die alle Christen miteinander verbinde, und auf das gemeinsame Bekenntnis des Glaubens an Jesus Christus. Die Reform des Gottesdienstes in den Kirchen sei kein „akademisches Glasperlenspiel“, so der Bischof. Es gehe vielmehr darum, in den verschiedenen Formen des Gottesdienstes zur gemeinsamen Mitte des Glaubens, Jesus Christus, vorzudringen.

     

    Beim Festakt in der Neubaukirche in der Neubaukirche sprach der Präsident der „Societas Liturgica“, der amerikanische Theologe Prof. Dr. Gordon Lathrop. Der Lutheraner widmete sich der Bedeutung der vier Evangelien für eine Reform von Kirche und Gottesdienst. Die Evangelisten hätten beim Verfassen ihrer Texte die Situation der ersten christlichen Gemeinden vor Augen gehabt und sie zu Erneuerung und Reformen aufrufen wollen. Auch heute seien die Evangelien die wichtigste Quelle für eine Erneuerung des kirchlichen Lebens: „Reform ist nichts Neues in der Kirche, sondern war notwendig von Anbeginn. Schätzen wir die Evangelien als Quelle für unsere eigenen fortwährenden Reformen“.

     

    Anwesend beim Festakt war auch Oberbürgermeister Georg Rosenthal, der in einem Grußwort die internationalen Gäste des Kongresses in Würzburg willkommen hieß.

    Der Kongress dauert noch bis zum 10. August 2013. An den Kongresstagen werden morgens und abends öffentliche Gottesdienste in Kirchen der Würzburger Innenstadt gefeiert. Am Dienstag und Mittwoch ist der Kongress auch für angemeldete Tagesgäste zugänglich.

     

    Einheit und Vielfalt – In Würzburg beginnt die Arbeit des Kongresses „Liturgiereformen in den Kirchen

    Hunderte von Theologen aus aller Welt und viele interessierte Zuhörer waren am Dienstag, 6. August 2013 in die „Neue Universität“ am Sanderring in Würzburg gekommen, um die ersten Hauptvorträge des Kongresses „Liturgiereformen in den Kirchen“ zu hören. Die Tagung der internationalen ökumenischen Vereinigung „Societas Liturgica“ mit über 300 Teilnehmern widmet sich der Erneuerung des Gottesdienstes in den christlichen Kirchen. Anlass ist der 50. Jahrestag der Veröffentlichung der Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils. Mit diesem Dokument stieß die Bischofsversammlung der katholischen Kirche im Jahr 1963 weitreichende Reformen des Gottesdienstes an. Es sprachen der evangelisch-methodistische Theologe Prof. Dr. Don E. Saliers und der katholische Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Martin Klöckener. Ergänzt wurden die beiden Hauptvorträge um eine Vielzahl von kürzeren Präsentationen zu Einzelfragen.

    Saliers erinnerte daran, dass jede liturgische Reform auf die Wiederherstellung der Feier von Leben, Tod, Auferstehung und Geistsendung zielen solle. Daher müsse sie zwei Ansprüchen zugleich genügen: „Dem Anspruch, der Tradition von Christus her die Treue zu halten, sowie dem Anspruch, sich vom Geist Gottes in die Konfrontation mit den Anforderungen der je gegenwärtigen Zeit führen zu lassen.“ Auch erfordere die Reform der Liturgie eine kritische Überprüfung der eigenen theologischen Hermeneutik. Diese stehe in der Pflicht, die legitime Vielfalt im liturgischen Ausdruck bei gleichzeitiger Einheit im Geist zuzulassen, unter den Vorzeichen der Herausforderungen der Gegenwart in Treue zum Ursprung in Christus, betonte der Theologe, der bis zu seiner Emeritierung 2007 in Atlanta, Georgia (USA) lehrte.

    Auch Martin Klöckener, Professor für Liturgiewissenschaft in Fribourg (Schweiz), hob die Aufgabe jeder Reform hevor, Einheit in der Liturgie der Kirche bei Anerkennung legitimer Vielfalt zu leben. Nachdem er die Kriterien darlegte, um begründet von einer Liturgiereform sprechen zu können, zeigte Klöckener anhand ausgewählter Beispiele der Liturgiegeschichte die wichtigsten übergreifenden Aspekte einer Reform der Liturgie auf. So zeige die Neuordnung der Märtyrerverehrung in der Alten Kirche, dass jede Reform der Liturgie notwendigerweise Diskontinuität mit sich bringe. Dies stelle jedoch keine Distanz von der kirchlichen Tradition dar, sondern den Versuch, sie neu und besser verwirklichen zu wollen. Weiterhin habe exemplarisch das Bemühen um die liturgische Einheit als Spiegel der innertrinitarischen Einheit im Frühmittelalter verdeutlicht, dass jede Reform auf einem tragfähigen theologischen Konzept beruhen müsse, wenn sie eine nachhaltige Erneuerung bewirken wolle. Klöckener zog eine letzte Schlussfolgerung aus den historischen Modellen: „Jede Liturgiereform hängt mit bestimmten Kirchenbildern zusammen.“ So habe uns beispielhaft das Hochmittelalter die Bedeutung der Teilkirche in Form eines Ordens gezeigt. Ausgehend von seinen historischen Untersuchungen schließt Klöckener: „Liturgie zu reformieren heißt, unter den konkreten weltgeschichtlichen Gegebenheiten die bestmöglichen Wege zu suchen, sich je neu dem Wort Gottes zu unterstellen, sich den Ursprüngen der Kirche, ihrer Stiftung und ihrem Stifter Jesus Christus so gut wie möglich anzugleichen, in seine Nachfolge zu treten und sein Mysterium zu feiern.“

    Der Tag wurde feierlich mit einem anglikanischen „Evensong“ in der Neumünsterkirche beendet. Es handelt sich hierbei um ein gemeinschaftliches Abendgebet der anglikanischen Kirche, welches Elemente der Vesper (Abendgebet) und der sogenannten Komplet (Nachtgebet) vereinigt. Diese Form entstand in England zur Zeit der Reformation in der Mitte des 16. Jahrhunderts.

    Auf der Suche nach den Ursprüngen - Kardinal Kurt Koch spricht in Würzburg über Liturgie und Ökumene

    Nirgendwo ist der christliche Glaube so sehr in seinem Element, wie im Gottesdienst. Für die ökumenische Annäherung der christlichen Konfessionen spielt die Liturgie darum eine entscheidende Rolle. Das sagte am Mittwoch, 7. August 2013 Kardinal Kurt Koch, der Präsident des päpstlichen Einheitsrates und damit der „Ökumene-Minister“ der katholischen Kirche. Er sprach beim Kongress „Liturgiereformen in den Kirchen“, der vom 5. bis zum 10. August 2013 an der Würzburger Julius-Maximilians-Universität stattfindet. Anlass für den Kongress ist der fünfzigste Jahrestag der Veröffentlichung von „Sacrosanctum Concilium“. Mit diesem Dokument stießen die Bischöfe der katholischen Kirche beim Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1963 die Reform des katholischen Gottesdienstes an.

    Wichtig für die Ökumene sei eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Gestalt der Liturgie, wie sie in den ersten christlichen Jahrhunderten gefeiert worden sei. Der Schweizer Kardinal verwies auf die Erneuerung des Gottesdienstes, zu der es im 20. Jahrhundert sowohl bei Katholiken, als auch bei Protestanten gekommen sei. Durch die Rückbesinnung auf die christlichen Ursprünge seien hier viele liturgische Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten gewachsen. Die Katholiken forderte Koch auf, von den Kirchen des Ostens zu lernen. Dort werde die Liturgie nicht nur als Feier einer versammelten Gemeinde, sondern auch als „kosmisches Geschehen! verstanden. Koch zitierte den emeritierten Papst Benedikt XVI.: „Die christliche Liturgie ist ein kosmisches Ereignis - die Schöpfung betet mit, wir beten mit der Schöpfung und dabei öffnet sich zugleich der Weg auf die neue Schöpfung hin, auf die alle Kreatur wartet.“

    Über den Würzburger Kongress sagte der Kardinal, es bleibe zu hoffen, dass von ihm „weitere Anregungen ausgehen werden, die gewiss nicht nur Früchte für die Liturgiewissenschaft, sondern auch für die ökumenische Diskussion erbringen werden.“

    Über Liturgiereformen und die Einheit der Kirchen sprach auch der anglikanische Theologe und Liturgiehistoriker Prof. Dr. Paul Bradshaw. Bei der Suche nach der "ursprünglichen" Form des Gottesdienstes stießen die Historiker zunehmend auf Schwierigkeiten. Denn die Riten des Christentums seien zu Beginn der Kirchengeschichte nicht so einheitlich gewesen, wie bislang angenommen. Sie seien vielmehr von einer großen Vielfalt gekennzeichnet gewesen. Trotzdem sei es sinnvoll, weiter nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Bradshaw wies darauf hin, dass die Ordnung der biblischen Lesungen, die in der katholischen Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil entstanden waren, in den vergangenen Jahrzehnten von nicht wenigen Kirchen der Reformation ganz oder in Teilen übernommen wurde. Auch habe man sich in vielen Sprachen auf gemeinsame Texte von Grundgebeten wie dem Vaterunser oder dem Glaubensbekenntnis geeinigt. In den letzten Jahren sei allerdings die Tendenz zu beobachten, sich in der Liturgie eher der eigenen konfessionellen Identität zu vergewissern, anstatt die Gemeinsamkeiten weiterzuentwickeln.

    Der Kongresstag endete mit einem evangelisch-methodistischen Gottesdienst in der Würzburger St.-Johannes-Kirche.

     

    Theologen aus aller Welt besuchen evangelische und katholische Klostergemeinschaften

    Die katholischen Mönche der Abtei Münsterschwarzach und die evangelischen Schwestern der Kommunität Casteller Ring auf dem benachbarten Schwanberg waren am Donnerstag, 8. August 2013 die Gastgeber für eine Gruppe von 300 Theologen und Kirchenvertretern aus aller Welt. Die Teilnehmer des Kongresses „Liturgiereformen in den Kirchen“ feierten zusammen mit den beiden Klostergemeinschaften jeweils einen Gottesdienst. In Münsterschwarzach leben bereits seit dem 8. Jahrhundert Benediktinermönche. Die evangelischen Schwestern auf dem Schwanberg, die ebenfalls nach der Benediktsregel leben, gründeten ihre Gemenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Würzburger Theologieprofessor und Liturgiewissenschaftler Martin Stuflesser, der den Kongress organisiert hat, sieht darin ein positives ökumenisches Zeichen: „Über die Grenzen der Konfessionen hinweg können Christen gemeinsam beten, Gott loben und auf sein Wort hören.“

     

    Liturgie und Ethik

     

    Am Freitag setzten die Theologen ihre Arbeit in der Würzburger Universität fort. Die französische Liturgiewissenschaftlerin Frédérique Poulet sprach in ihrem Vortrag über den engen Zusammenhang zwischen der Feier des Gottesdienstes und dem Leben der Christen. Das bedeute aber nicht, dass liturgische Feiern einfach nur dazu dienen, einen „moralischen Rahmen“ für das christliche Leben zu bilden. Es sei nie möglich, das, was in der Liturgie gefeiert wird, in seinem Leben vollständig zu verwirklichen.

     

    Gottesdienst in den Kulturen der Welt

     

    Der südafrikanische Theologe Cas Wepener beschrieb die Veränderungen der gottesdienstlichen Praxis in den vielfältigen kirchlichen Landschaft Südafrikas. Wenn Afrikaner Gottesdienst feiern, seien Aspekte wie die Körpersprache, das Verhältnis zu den Verstorbenen oder Heilungsrituale von großer Bedeutung. Der zur syro-malabarischen Kirche gehörende indische Theologe Sebastian Madathummuriyil schilderte die jüngsten Entwicklungen im Gottesdienst seiner Kirche in Indien und in Migrantengemeinden in den USA und Kanada.

     

    Fünfzig Jahre Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils

     

    Vom 5. bis zum 10. August 2013 tagt in Würzburg die „Societas Liturgica“, eine internationale, ökumenische Vereinigung von Liturgiewissenschaftlern. Am Mittwoch war Kardinal Kurt Koch, der „Ökumene-Minister“ des Papstes, beim Kongress zu Gast und hielt einen der Hauptvorträge. Thema des Kongress ist die Erneuerung des Gottesdienstes in den christlichen Kirchen. Den Anlass bildet der fünfzigste Jahrestag der Veröffentlichung von „Sacrosanctum Concilium“. Mit diesem Dokument stießen die Bischöfe der katholischen Kirche beim Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1963 eine Reform der Liturgie an, um den Menschen in einer veränderten Welt einen neuen Zugang zum Glauben zu ermöglichen. Auch andere christliche Konfessionen änderten in dieser Zeit ihre Riten und Gebete.

     

    „Societas Liturgica“ wählt neuen Vorstand

     

    Ebenfalls am Freitag wählte die „Societas Liturgica“ einen neuen Vorstand. Zur Präsidentin wurde die anglikanische Theologin Lizette Larson-Miller (USA) gewählt. Vizepräsident wurde der Organisator des Würzburger Kongresses, Martin Stuflesser. Nach zwei Jahren wird er der neuen Präsidentin in ihrem Amt nachfolgen. Als Sekretäre der „Societas Liturgica“ fungieren die lutherische Theologin Sebecca Söderblom (Schweden) und der Anglikaner Alan Barthel (Kanada). Schatzmeister bleibt der deutsche Lutheraner Hans Krech.

     

    Kongress „Liturgiereformen in den Kirchen“ endet mit Diskussion in der Augustinerkirche Neue Dynamik oder „Profanierung“?

    Mit einer Diskussion über Kirchenarchitektur endete am Samstag, 10. August 2013, der internationale Kongress „Liturgiereformen in den Kirchen. Die Tagung, an der rund 300 Theologen und Kirchenvertreter aus aller Welt teilnahmen, fand vom 5. bis zum 10. August 2013 an der Würzburger Julius-Maximilians-Universität statt. Welche Rolle spielt die Gestaltung eines Kirchengebäudes für den Gottesdienst? Über diese Frage sprachen der amerikanische Theologe und Planer Richard Vosko und der deutsche Architekt Paul Böhm.

    Für ihre Diskussion über den Kirchenbau trafen sich die Theologen in der jüngst renovierten barocken Augustinerkirche in Würzburg, die auch als Anschauungsbeispiel diente. Richard Vosko lobte den neugestalteten Innenraum der Kirche. Es sei eine Dynamik entstanden, die die liturgischen Riten neu verorte und sie in die Hände aller Gläubigen gebe. So könne Liturgie zu einer Art „Erfahrungs-Theater“ werden, in dem jeder auf der Bühne stehe. Die Anordnung der Sitze beispielsweise lade alle Mitglieder der Versammlung zu gemeinsam gottesdienstlichen Handeln ein. Für Vosko kommt so der Gemeinschaftscharakter des Gottesdienstes hervorragend zum Ausdruck. Die Augustinerkirche sei ein Beispiel für einen Sakralbau, der es einer Gemeinschaft ermögliche, sich von Zeit zu Zeit zu „re-formieren“ und ihre Identität zu überdenken. Negativ sieht Vosko Bauten, die den Gemeinden zum Gegenstand einer Definition machen, die von anderen festgelegt wurde. Der Theologe kritisierte die aktuelle Tendenz, zu Kirchenbautypen zurückzukehren, die vor langer Zeit konventionell waren. Dies sei keine gute Strategie für eine Religion, die ein himmlisches Festmahl verheiße, das in Zeit und Raum unbegrenzt sei.

    Paul Böhm zeigte gegenüber Kirchenumgestaltungen, wie sie in der Augustinerkirche vorgenommen wurde, skeptischer. Böhm ist Sproß einer Dynastie von Kirchenbaumeistern. Sein Großvater Dominikus Böhm und sein Vater Gottfried Böhm sind als Planer bedeutender Kirchenbauten bekannt. Der Architekt beklagte, dass es in der Kirchenarchitektur der vergangenen 40 Jahren zu einer „Profanierung“ des Sakralraums gekommen sei. „Sakralräume werden zu Mehrzweckräumen, die den Charme und die Ausstrahlung von Turnhallen oder Bankschalterhallen hatten. Jegliche räumliche Wirkung wurde ihnen ausgetrieben,“ sagte der Architekt, von dem der unter anderem der Entwurf der neuen Kölner Zentralmoschee stammt. Für Böhm muss ein Sakralraum eine ganz spezifische Ausstrahlung haben. Dafür gebe es keine allgemein gültige Definition und keine Handlungsanweisung. Der Architekt schilderte aber, was ein Sakralraum ermöglichen müsse: „Er sollte anregen zur Meditation, zum Gebet, zur Kontemplation und zur gemeinsamen Feier“. Wichtig sei hierbei, dass die Elemente Volumen, Licht und Material sich zu einer Einheit ergänzen. Bei misslungenen Projekten sei oft die Erklärung zu hören, der Künstler habe einen bewussten Bruch mit dem Bestehenden gewollt. Natürlich seien Brüche in bestimmten Fällen sinnvoll. Es seien aber „wohl kaum unsere Kirchen, die wie keine andere Baugattung unsere kulturvolle Geschichte geprägt haben und wiederspiegeln,“ die eines solchen Bruches bedürfen. Böhm plädierte deshalb für einen sorgfältigen Umgang mit den Strukturen eines Baus. In diese greife man bereits stark ein, wenn man beginne, ihre funktionalen Zusammenhänge zu verändern.

    Der Kongress endete in der Augustinerkirche mit einem ökumenischen Abschlussgottesdienst.

    Der Theologe Martin Stuflesser, Lehrstuhlinhaber für Liturgiewissenschaft an der Universität Würzburg und Veranstalter des Kongresses, zog eine positive Bilanz. „Sechs Tage lang haben sich christliche Theologen aus vielen Konfessionen in Würzburg getroffen, um über den Gottesdienst und die Bedeutung von Reformen in den Kirchen zu diskutieren. Sie haben aber nicht nur wissenschaftliche gearbeitet, sondern auch gemeinsam Gottesdienst gefeiert, gebetet und gesungen,“ sagte der katholisch Theologe. Besonders eindrucksvoll sei für viele Menschen der ökumenische Eröffnungsgottesdienst im Dom gewesen.

     

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