Intern
    Lehrstuhl für Kirchenrecht

    Wintersemester 2011/12

     

    Prof. Dr. Heribert Hallermann

    Vorlesung: Die Gläubigen
    Pflichtvorlesung für Diplomstudierende
    2-stündig; Montag 8-10 Uhr; HS 321

    Für den CIC/1917 war es ganz klar: Subjekte der kirchlichen Rechtsordnung waren die Kleriker, die Laien traten ehr als Objekte und als Adressaten kirchlicher Verbote und Weisungen in Erscheinung. Mit dem II. Vatikanischen Konzil und der Erneuerung des Codex Iuris Canonici hat sich diesbezüglich ein entscheidender Perspektivwechsel ergeben: Die Gläubigen erscheinen heute als die Subjekte der kirchlichen Rechtsordnung, die, je nach ihrer Rechtsstellung und Handlungsfähigkeit, aktiv an der Verwirklichung der Sendung der Kirche beteiligt sind. Die Vorlesung will entsprechend dieser Grundannahme die Rechte und Pflichten der Gläubigen sowie die unterschiedliche Rechtsstellung von einzelnen Gruppen von Gläubigen darlegen.
    Literatur H. Hallermann, Art. Gläubige, II. Kath.: Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht Bd. II, 154-156; ders., Art. Gleichheit aller Gläubigen, II. kath.: ebd., 159-161; ders., Art. Grundrechte und Grundpflichten, II. Kath.: ebd., 184-187; I. Riedel-Spangenberger, Art. Sendung: Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht Bd. III, 547-548; H. Hallermann, Die Vereinigungen im Verfassungsgefüge der lateinischen Kirche, Paderborn u.a. 1999.

     

    Vorlesung: Verkündigungsdienst und Sakramentenrecht (01-M11-3)

    2-stündig; Freitag, 8-10 Uhr; HS 302
    Pflichtvorlesung (01-M11-3) für Magister Theologiae und Wahlpflichtvorlesung für Bachelor Nebenfach sowie für alle Interessierten

    Die Dienste der Verkündigung und der Heiligung sind zwei wesentliche Bereiche aus dem Gesamtspektrum des kirchlichen Handelns, die den pastoralen Alltag weitgehend bestimmen. Die Vorlesung will die geltenden kirchlichen Normen zum Verkündigungsdienst sowie zum Sakramentenrecht – mit Ausnahme des Eherechts – im Zusammenhang darstellen, um so eine verlässliche Orientierung für die Tätigkeit in den verschiedenen pastoralen Handlungsfeldern zu geben.
    Literatur: R. Ahlers, Communio Eucharistica, Regensburg 1990; J. Ammer, Zum Recht der „Katholischen Universität“, Würzburg 1994; B. Laukemper, Die Heilsnotwendigkeit der Taufe und das kanonische Taufrecht, Essen 1992; N. Lüdecke, Die Grundnormen des katholischen Lehrrechts, Würzburg 1997; S. Rau, Die Feiern der Gemeinde und das Recht der Kirche, Altenberge 1990; W. Rees, Der Religionsunterricht und die katechetische Unterweisung in der kirchlichen und staatlichen Rechtsordnung, Regensburg 1986; einschlägige Beiträge im Handbuch des katholischen Kirchenrechts sowie im Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht.

     

    Vorlesung: Grundfragen des Staat – Kirche – Verhältnisses (01-M12-3V)
    Pflichtvorlesung (01-M12-3) für Magister Theologiae und Bachelor Nebenfach sowie für alle Interessierten
    1-stündig; Montag 10-12h HS 321 (1 SWS/1,25 CP)

    Das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in Deutschland kann als rechtlich geordnetes kooperatives Zusammenwirken bei gegenseitiger Unabhängigkeit beschrieben werden. Die Vorlesung behandelt Grundfragen des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat und geht auf Einzelfragen ein, die der rechtlichen Regelung bedürfen, wie etwa Religionsunterricht, Vermögens- und Finanzierungsfragen, Schutz der Sonn- und Feiertage, Militär- und Anstaltsseelsorge und so weiter.
    Literatur: Einschlägige Artikel des Handbuchs des Staatskirchenrechts

     

    Seminar: "Strafe muss sein!" - Muss Strafe sein?
    Seminar für Studierende Magister Theologiae und Bachelor Nebenfach (01-M-24) sowie für alle Studierenden alter Studienordnung

    Aufgrund der Reaktionen der katholischen Kirche auf Fälle von sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker sind Kirche und Öffentlichkeit (wieder) neu darauf aufmerksam geworden, dass die Kirche ein eigenes Strafrecht besitzt: Dieses ist unabhängig von der Strafgewalt des Staates und erhebt den Anspruch, die kirchliche Ordnung und die kirchliche Disziplin schützen zu wollen. In der Praxis des kirchlichen Lebens ist das eigene kirchliche Strafrecht jedoch weithin unbekannt. Das gilt selbst für die kirchlichen Gerichte, die bislang fast ausschließlich mit Ehenichtigkeitsverfahren beschäftigt sind. Auch im grundständigen Theologiestudium kommt das kirchliche Strafrecht nicht vor. Insofern stellt das geplante Hauptseminar auch eine inhaltliche Ergänzung zum allgemeinen Lehrangebot dar. Hinweise: Blockveranstaltung
    Zielgruppe Studierende der katholischen Theologie; Lehramtsstudierende mit katholischer Theologie; Studierende der Rechtswissenschaften; sonstige Interessierte
    Lit.: Rees, Wilhelm, Sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch Kleriker. Anmerkungen aus kirchenrechtlicher Sicht: AfkKR 172 (2003), 392-426; Lüdecke,Norbert,  Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester aus kirchenrechtlicher Sicht: MThZ 62 (2011), 33-60; Wijlens, Myriam – Müller, Wunibald, Aus dem Dunkel ans Licht. Fakten und Konsequenzen des sexuellen Missbrauchs für Kirche und Gesellschaft, Münsterschwarzach 2011.

    Oberseminar für Diplomanden und Doktoranden: Forschungsfragen des Kirchenrechts
    2-stündig; 10.10.2011, 14.30 Uhr – 12.10.2011, 14.00 Uhr sowie nach Vereinbarung; Seminarraum 320

     

    Übung: Examensvorbereitung für Diplomstudierende
    2-stündig; Montag 16-18 Uhr; Seminarraum 320

    Die Übung richtet sich an alle, die in diesem Semester die Diplomprüfung ablegen wollen. Es werden der Aufbau der kirchenrechtlichen Klausur sowie der Ablauf einer mündlichen Prüfung erläutert und die Fragen behandelt, die sich den Studierenden während ihrer eigenen Prüfungsvorbereitung stellen.



    Dr. theol. Thomas Meckel

    Vorlesung: Theologische Grundlegung und Einführung in Strukturen und Bereiche kirchlicher Rechtsordnung (01-M4-2)

    Pflichtvorlesung für Studierende Magister Theologiae und Bachelor Nebenfach sowie für alle Interessierten1-stündig; Dienstag 14-16h, HS 317 Sanderring (1 SWS/1,125 CP) im Wechsel mit Florian Kluger / Liturgiewissenschaft

    Was ist Kirchenrecht? Benötigt die Kirche ein Kirchenrecht? Wie unterscheidet sich das Kirchenrecht von staatlichem Recht und vom Staatskirchenrecht? In welchem Verhältnis steht die Kirchenrechtswissenschaft zu anderen theologischen Disziplinen? Welche Rechtsquellen zieht die Kirchenrechtswissenschaft heran? Wie werden kirchenrechtliche Normen begründet? Mit welchen Grundbegriffen arbeitet das Kirchenrecht? Welche Hermeneutik und Methodik ist bei der Auslegung der Rechtsquellen zu beachten? Die Vorlesung beantwortet diese Fragen und führt in die theologische Grundlegung des Kirchenrechts sowie in grundlegende Strukturen und Bereiche der kirchlichen Rechtsordnung ein. Die Anwendung kirchenrechtlicher Normen wird anhand konkreter Fallbeispiele aus der Praxis verdeutlicht, sodass die Relevanz der kirchlichen Rechtsordnung für das Handeln der Kirche deutlich wird.

    Eine Literaturliste wird in der Vorlesung ausgegeben.

     

    Übung/Seminar: Verliebt, verlobt, verheiratet – Das Eherecht der katholischen Kirche im interreligiösen Vergleich (01-PT-ThKR und 01-M22-1)

    Zusätzlicher Kurs „Verliebt, verlobt verheiratet. Das Eherecht der kath. Kirche im interreligiösen Vergleich

    Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl der Veranstaltung „Verliebt, verlobt, verheiratet. Das Eherecht der katholischen Kirche im interreligiösen Vergleich“ von Dr. Meckel wird neben dem wöchentlichen Kurs zusätzlich ein geblockter Kurs angeboten.

    Die verbindliche Vorbesprechung für die geblockte Veranstaltung ist Mo, 07.11.2011; 15-16h in Raum 310 Paradeplatz.

    Sa, 26.11.11; 10-18h Raum 320 Paradeplatz
    Fr. 16.12.11; 14-18h Raum 302 Paradeplatz
    Fr. 20.01.11; 14-18h Raum 320 Paradeplatz
    Sa, 21.01.11; 10-18h Raum 302 Paradeplatz

     

    Veranstaltung für Bachelor Nebenfach (01-M22-1 Kirchliches Eherecht) Lehramtsstudierende modularisiert (01-PT-ThKR Themen des Kirchenrechts) und nicht modularisiert; GWS/EWS-Veran­staltung; sowie für alle interessierten Studierenden
    2-stündig; Mittwoch 10-12 Uhr; Seminarraum 302 (2 SWS/2 CP)

    Bis dass der Tod euch scheidet… Die gültig geschlossene und vollzogene Ehe ist nach katholischem Verständnis unauflöslich. Und doch gibt es Annullierungen von Ehen. Wann ist eine Ehe aus kirchenrechtlicher Sicht gültig geschlossen? Warum und wie werden Ehen für nichtig erklärt oder aufgelöst? Unter welchen Bedingungen ist eine konfessionsverschiedene oder religionsverschiedene Eheschließung möglich? Gibt es eine sogenannte ökumenische Trauung? Was ist der Unterschied zwischen staatlicher und kirchlicher Eheschließung? Welche Folgen hat eine staatliche Scheidung bzw. Wiederverheiratung mitunter für Religionslehrer oder im kirchlichen Dienst Tätige? Wie wird die Ehe in anderen Religionen normiert? Die Veranstaltung führt mit der Beantwortung dieser Fragen in die Grundlagen des katholischen Eherechts ein und vermittelt zudem die Grundlagen der Regelung des Religionsunterrichts sowie der Vergabe der Missio Canonica für Religionslehrer.

    Die Übung steht allen Interessierten unabhängig von der Art des Studiengangs offen. Für alle Lehrämter der modularisierten Studiengänge werden 2 ECTS-Punkte für den freien Bereich erworben. Für GWS-Studierende ist der Erwerb von 3 ECTS-Punkten möglich.

    Literatur: Einschlägige Artikel im Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht; Reinhardt, H.J.F., Die kirchliche Trauung, Essen 2006; Sebott, R., Das neue kirchliche Eherecht, Frankfurt 32005; Prader, J. – Reinhardt, H.J.F., Das kirchliche Eherecht in der seelsorgerischen Praxis, Essen 42001.

     

    Übung: Das Verfassungsrecht der Kirche in seiner rechtsgeschichtlichen Entwicklung - Einführung in die Editionspraxis und Übersetzung mittelalterlicher Rechtsquellen (01-SQL-1a-1)

    Übung für Diplomstudierende, Studierende Magister Theologiae (01-SQL-1b-1), Lehramtsstudierende und Interessierte2-stündig; Blockveranstaltung (2 SWS/2,5 CP) gemeinsam mit Dr. W. Kozur und K. Miethaner-Vent
    Verpflichtende Vorbesprechung: Dienstag, 18.10.2011, 13.00 Uhr; Seminarraum 320 In der Vorbesprechung werden die Blocktermine festgelegt. Ohne Teilnahme an dieser Vorbesprechung ist eine Teilnahme an der Übung nicht möglich.

    Kirchliche Rechtsnormen werden nicht am Schreibtisch erfunden, sondern kommen aus dem Leben und damit aus der Praxis der Kirche. Die kirchliche Rechtsgeschichte gibt den heutigen Normen ihre Tiefenschärfe und lässt diese heute besser verstehen. Die Übung nimmt in einem ersten Teil wichtige Etappen der rechtsgeschichtlichen Entwicklung des kirchlichen Verfassungsrechts von der Antike bis zur neuesten Zeit in den Blick. Mit diesem rechtsgeschichtlichen Horizont wird in einem zweiten Teil ein Einblick in das am Lehrstuhl für Kirchenrecht angesiedelte Forschungsprojekt „Edition der Dekretsumme des Honorius und der Summa Lipsiensis“ geboten.  Beispielhaft wird in den Umgang mit mittelalterlichen Schriften und Rechtsquellen eingeführt und es werden Techniken und Hilfsmittel zur Erstellung und Auswertung von Editionen und der Übersetzung lateinischer Rechtsquellen vorgestellt.

    Quellen: Magistri Honorii Summa „De Iure Canonico Tractaturus“ Tomus II-III (= Monumenta Iuris Canonici. Series A: Corpus Glossatorum Vol. 5), hg. v. P. Landau – W. Kozur – S. Haering – K. Miethaner-Vent – M. Petzolt, Città del Vaticano. Biblioteca Apostolica Vaticana 2010; Corpus Iuris Canonici, hg. v. E. Friedberg, Leipzig 1879/81.

    Literatur: Feine, Hans Erich, Kirchliche Rechtsgeschichte, Köln-Graz 51972; Plöchl, Willibald, Geschichte des Kirchenrechts 5 Bde., Wien-München 1953ff.; Erdö, Peter, Die Quellen des Kirchenrechts, Frankfurt u.a. 2002; Erdö, Peter, Geschichte der Wissenschaft vom kanonischen Recht, Berlin 2006.; Link, Christoph, Kirchliche Rechtsgeschichte, München 2009.

     

     

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