Intern
    Lehrstuhl für Kirchenrecht

    Sommersemester 2012


    Prof. Dr. Heribert Hallermann

    Vorlesung: Das Verfassungsrecht der lateinischen Kirche
    Pflichtvorlesung für Diplomstudierende; Studierende im Studiengang Magister Theologiae, interessierte Studierende anderer Studiengänge und Fächer
    2-stündig, Montag 10-12 Uhr, HS 321

    Die Kirche ist verfasst als die Gemeinschaft der Gläubigen und zugleich als hierarchische Gemeinschaft. Das kirchliche Verfassungsrecht reflektiert beide grundlegenden Gegebenheiten der Kirche und beginnt – erstaunlicherweise – nicht mit dem Papst, sondern mit den Gläubigen und ihrer aktiven Teilhabe an der Sendung der Kirche. Aufbauend darauf werden die drei Verfassungsebenen der lateinischen Kirche vorgestellt: Die Gesamtkirche, die Teilkirche und die Pfarrei.
    Im Kontext des kirchlichen Verfassungsrechts stellen sich wichtige Fragen: Sind die Gläubigen aktive Subjekte in der Kirche oder Objekte der Seelsorge? Wie kann das Verhältnis zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen in einer Pfarrei beschrieben werden? Warum kann nur ein Priester eine Pfarrei leiten? Welche Aufgaben hat ein Diözesanbischof? Wer ist Träger höchster Autorität in der Kirche? Und in welchem Verhältnis stehen Teilkirchen und Gesamtkirche zueinander?
    Daneben soll auch Raum sein, um eigene Fragen der Studierenden oder aktuelle Fragen anzusprechen.
    Hinweise zur Literatur werden in der Lehrveranstaltung gegeben.
    Die Art des Leistungsnachweises wird mit den Studierenden zu Beginn des Semesters vereinbart.

    Vorlesung: Die rechtliche Ordnung der Sakramente und Sakramentalien
    Theologiestudierende im Bachelor-Nebenfach, Studierende im Studiengang Magister Theologiae, interessierte Diplomstudierende, interessierte Studierende anderer Studiengänge und Fächer 1-stündig, Freitag 10-12 Uhr, Seminarraum 321

    Sakramente sind "Handlungen Christi und der Kirche" und sie sind "Zeichen und Mittel, durch die der Glaube ausgedrückt und bestärkt" wird. Die Sakramente sind deshalb - wie die Sakramentalien auch - nicht nur auf der Ebene der individuellen Frömmigkeitspraxis zu verstehen, sondern sie müssen auch in ihrer ekklesiologischen Einbettung bedacht werden.
    Die Vorlesung befasst sich vertieft mit der rechtlichen Ordnung ausgewählter Sakramente und Sakramentalien. Sie fragt nicht nur nach Spender und Empfänger oder nach den jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen für Spendung und Empfang, sondern sie will auch reflektieren, welches Selbstverständnis von Kirche in der rechtlichen Ordnung dieser Heilszeichen zum Ausdruck kommt.
    Literatur: Hinweise zur Literatur werden in der Lehrveranstaltung gegeben.
    Die einstündige Lehrveranstaltung wird in der ersten Semesterhälfte mit sechs je zweistündigen Einheiten durchgeführt.
    Die drei Initiationssakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie werden einführend in der Lehrveranstaltung 01-M11-3 behandelt, das Sakrament der Ehe in der Lehrveranstaltung 01-M22-1.
    Die Art des Leistungsnachweises wird mit den Studierenden zu Beginn der Lehrveranstaltung vereinbart.

    Vorlesung: Der geistliche Dienst der Kleriker und seine rechtliche Ordnung
    Theologiestudierende im Bachelor-Nebenfach, Studierende im Studiengang Magister Theologiae,
    interessierte Diplomstudierende, interessierte Studierende anderer Studiengänge und Fächer
    1-stündig, Freitag 10-12 Uhr, Seminarraum 321

    Folgt man einschlägigen Veröffentlichungen, so sind Kleriker heute auf dem Weg, zu einer radikalen Minderheit in der Kirche zu werden. Der - im Vergleich zu früheren Zeiten - immer mehr spürbar werdende Priestermangel kann zwei Wirkungen hervorbringen: Eine Ghettoisierung mit all den zugehörigen Folgen, aber auch ein neues und kritisches Nachdenken über den Dienst der Kleriker.
    Die Lehrveranstaltung will in vertiefender Weise auf einzelne Fragen aus dem Kontext des Klerikerrechts eingehen und beispielsweise Auswahl und Ausbildung der Kleriker, ihren spezifischen Dienst in der Kirche oder ihre spezifischen Pflichten und Rechte reflektieren.
    Hinweise zur Literatur werden in der Lehrveranstaltung gegeben.
    Die einstündige Lehrveranstaltung wird in der zweiten Semesterhälfte mit sechs je zweistündigen Einheiten durchgeführt.
    Die Art des Leistungsnachweises wird mit den Studierenden zu Beginn der Lehrveranstaltung vereinbart.

    Hauptseminar: Gegeneinander, nebeneinander oder miteinander?
    Kleriker, Ordensleute und Laien als Mitarbeiter an der Sendung der Kirche

    Studierende im Studiengang Magister Theologiae, Diplomstudierende, interessierte Studierende anderer Studiengänge und Fächer
    2-stündig, Montag 14-16 Uhr, Seminarraum 320

    Im Rahmen des aktuell laufenden Dialogprozesses haben die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken einen Arbeitskreis zum Thema "Zusammenarbeit von Priestern und Laien in der Kirche" eingerichtet: Damit wird offenkundig ein größeres Problem signalisiert. Eine zweite Problemanzeige kann man darin erkennen, dass Ordensleute in diesem Zusammenhang nicht genannt werden, und dass diese im Kontext der Strukturplanungen in einzelnen Diözesen in der Regel auch nicht vorkommen.
    Wenn mit zunehmender Heftigkeit die Frage der "Gemeindeleitung durch Laien" vorgetragen wird, gleichzeitig immer mehr Pfarrer angesichts größer werdender Verantwortung darauf drängen, vorrangig "Seelsorger" sein zu wollen, wenn Bischöfe die Priester vor allem in der Rolle des "geistlichen Begleiters" sehen und Pastoral- und Gemeindereferenten/-innen sich immer öfter in der Situation wiederfinden, lange Vakanzen im Amt des Pfarrers überbrücken zu müssen, stellt sich verstärkt die Frage nach dem Verbindenden und dem Unterscheidenden der verschiedenen kirchlichen Berufe - und zwar nicht im Sinne der Profilierung zu Lasten der jeweils anderen, sonder im Sinne einer konstruktiven und gelingenden Zusammenarbeit zugunsten der ganzen Kirche und ihrer Sendung.
    Die Vorbereitungsliteratur wird in Form  eines Readers zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.
    Das Seminar lebt von der literaturgestützten eigenen Vorbereitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und von den Fragen, die sie in die Seminargruppe einbringen.
    Aktive Mitarbeit an der Vorbereitung und Durchführung der Seminarsitzungen und abschließendes Kolloquium (ca. 15 Minuten). Die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit ist nicht vorgesehen.

    Übung: Examensvorbereitung für Diplomstudierende
    2-stündig; Donnerstag 10-12 Uhr; Seminarraum 320

    Die Übung richtet sich an alle, die in diesem Semester die Diplomprüfung ablegen wollen. Es werden der Aufbau der kirchenrechtlichen Klausur sowie der Ablauf einer mündlichen Prüfung erläutert und die Fragen behandelt, die sich  den Studierenden während ihrer eigenen Prüfungsvorbereitung stellen.

    Oberseminar für Diplomanden und Doktoranden: Forschungsfragen des Kirchenrechts
    2-stündig, Mittwoch, 18.4., 14-20 Uhr, Do, 19.4. – Fr., 20.4. 9-20 Uhr, Seminarraum 320

    Dr. theol. Thomas Meckel

    Vorlesung: Grundfragen des Verfassungs-, Verkündigungs- und Sakramentenrechts
    Vorlesung für Lehramtsstudierende modularisiert (01-PT-AFKR-1) und nicht modularisiert (tritt an die Stelle der bisher im WS angebotenen Vorlesung „Grundfragen des Kirchenrechts“ nach LPO I i.d.F. vom 1.09.2004) sowie alle interessierten Studierenden mit Bezug zum schulischen Religionsunterricht
    2-stündig, Di, 10-12, Hörsaal 318 (Sanderring)

    Kirchenrecht im Lehrplan? Es stecken zahlreiche kirchenrechtliche Basics im Lehrplan und sind für ihren Unterricht und dessen Vorbereitung unverzichtbar:Wie ist die Kirche als Volk Gottes eigentlich strukturiert? Was ist ein Bistum? Was ist eine Pfarrei? Welche Ämter und Dienste gibt es in der Kirche? Nach welchen Regeln funktioniert die Ökumene? Was sind Sakramente? Wie sind in der Kirche die Sakramente, insbesondere Taufe, Firmung, Eucharistie und Ehe in Grundzügen geregelt?  Was ist der Unterschied von Recht und Moral? Wie gestaltet sich das rechtliche Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland? etc.Die Vorlesung vermittelt die notwendige kirchenrechtliche Fitness für die Beantwortung und Erarbeitung dieser Themen im schulischen Religionsunterricht. Die Vorlesung steht allen Studierenden unabhängig von der Art ihres Studiengangs offen und richtet sich insbesondere an alle Lehramtsstudierende der nichtmodularisierten und modularisierten Studiengänge.
    Eine Literaturliste wird in der Vorlesung ausgegeben!

    Seminar/Übung: Kirchensteuer, Kirchenaustritt, Islamischer Religionsunterricht... - Aktuelle Fragen des Verhältnisses von Staat und Religion in der BRD
    Für Lehramtsstudierende modularisiert (01-ThKR-1Ü Themen des Kirchenrechts) und nicht modularisiert; GWS-Veranstaltung; sowie alle interessierten Studierende mit Bezug zum schulischen Religionsunterricht.
    Die Übung steht allen Interessierten unabhängig von der Art des Studiengangs offen. Für alle Lehrämter der modularisierten Studiengänge werden 2 ECTS-Punkte für den freien Bereich oder 3 ECTS-Punkte im Rahmen von GWS erworben.
    Auf Wunsch der Teilnehmer kann der Kurs auch zu vereinbarten Zeiten im Block stattfinden.
    2-stündig, Mo, 14-16, Seminarraum 302, Paradeplatz 4

    Werden in einem neutralen Staat, religiöse Angelegenheiten von staatlichen sauber getrennt oder vermischt? Warum kooperieren Staat und Religion bzw. Kirche auf einigen Gebieten, wie dem Religionsunterricht, den Theologischen Fakultäten, der Kirchensteuer, der Bezahlung der Bischöfe etc.? Der Aufbau Islamisch-Theologischer Fakultäten, die Einführung des islamischen Religionsunterrichts in einigen Bundesländern, die Kirchensteuer, der Kirchenaustritt, die Regelung der Feiertage etc. werfen als immer wieder diskutierte aktuelle Themen die grundsätzliche Frage nach dem Verhältnis von Staat und Religion in der Bundesrepublik Deutschland auf.  Die Veranstaltung will das grundsätzliche Verhältnis von Staat und Religion in der BRD auch im Unterschied zu anderen europäischen Modellen des Staat-Religion-Verhältnisses klären, um sich dann der Behandlung der aktuell diskutierten Fragestellungen zu widmen. Neben den eingangs benannten speziellen Themen gestalten die Themenwünsche der Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung den Seminarplan mit.
    Literatur: Riedel-Spangenberger, Ilona, Art. Kirche und Staat. Deutschland: LKStKR Bd. II, 417-420. Winter, Jörg, Staatskirchenrecht der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung mit kirchenrechtlichen Exkursen, Köln 22008.Campenhausen, Axel von - De Wall, Heinrich, Staatskirchenrecht. Eine systematische Darstellung des Religionsverfassungsrechts in Deutschland und Europa, München, 42006.

    Übung: 50 Jahre II. Vatikanisches Konzil - Ein Lese- und Schreibworkshop zur Theologie des Kirchenrechts
    Übung für Diplomstudierende, Studierende Magister Theologiae (01-SQL-1b-1), Lehr­amtsstudierende und Interessierte. Für Studierende, die im Kirchenrecht eine Qualifikationsarbeit anfertigen wollen, ist dieser Kurs verpflichtend.
    Der Kurs ist einstündig und beginnt am Mi, 18.04.2012, 16-17h im Raum 320 Paradeplatz. In den ersten Sitzungen wird mit den Teilnehmern geklärt, wie er teilweise geblockt werden kann.

    Vor 50 Jahren wurde das II. Vatikanische Konzil eröffnet; bis heute ist seine Rezeption keineswegs abgeschlossen. Papst Johannes XXIII. kündigte 1959 nicht nur dieses Konzil, sondern zugleich die Revision des damaligen Gesetzbuches, des Codex Iuris Canonici von 1917 an. Das geltende Gesetzbuch, der Codex Iuris Canonici von 1983, ist somit eine Frucht dieses Konzils. Dieser Lese- und Schreibworkshop wird zentrale Dokumente des II. Vatikanischen lesend, diskutierend und schreibend der Frage nachgehen, welche Inhalte des Konzils das geltende Gesetzbuch aufgenommen hat und welche Inhalte nicht rezipiert wurden.
    Anhand dieser Einführung in die theologische Grundlegung des Kirchenrechts will dieser Workshop ihren individuellen Schreibprozess mit individuellem Feedback begleiten und fördern. Im gesamten Studium, ob Magister, Diplom oder Lehramt, ob am Anfang oder am Ende, stehen sie vor der Herausforderung, wissenschaftliche Texte zu verfassen. Daher richtet sich der Workshop an Anfänger wie an Fortgeschrittene.

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    Paradeplatz 4
    97070 Würzburg

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