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    Lehrstuhl für Theologische Ethik - Moraltheologie

    DFG-Projekt: "Intention" bei Peter Abaelard

    Der Begriff der Intention in den ethischen Schriften Peter Abaelards

    • Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    • Projektdauer: 3 Jahre
    • Wissenschaftliche Projekt-Mitarbeiterin: Elisabeth Hasch
    • Projektbeginn: 1. März 2016

    Der Begriff der Intention gehört zu den zentralen Begriffen der Ethik Peter Abaelards (1079–1142). Nicht das, was ein Mensch äußerlich tut, begründet die ethische Bewertung einer Handlung, sondern ausschließlich die Intention des Handelnden. Diese These, die bereits bei Abaelards Zeitgenossen Widerspruch hervorgerufen und eine nachhaltige Diskussion ausgelöst hat, hat nicht zuletzt auch innerhalb der katholischen Moraltheologie immer wieder zum Vorwurf geführt, Abaelard vertrete eine reine Gesinnungsethik. Die neuere Forschung hat demgegenüber hervorgehoben, dass Abaelard nicht ein objektives Fundament der Ethik bestreite, sondern die subjektive Vermittlung ethischen Handelns hervorhebe, und auch auf die Ähnlichkeit zur Ethik Immanuel Kants hingewiesen. Zentrale Texte aus dem Dialogus Abaelards legen jedoch auch ein anderes Verständnis nahe.


    Ziel des jetzt beantragten Projekts ist es, die Bedeutung bzw. die Bedeutungsvielfalt des Begriffs der Intention mitsamt ihrer internen Entwicklung in den ethisch relevanten Schriften Abaelards – insbesondere vor dem Hintergrund der augustinischen Tradition – möglichst präzise und systematisch zu erheben. Mit Blick auf die speziellen Fragestellungen Abaelards soll der Schwerpunkt der Untersuchung auf der Akzentuierung der originären Konzeption seiner Ethik und der Profilierung seines Neuansatzes innerhalb des historischen Umfeldes liegen. Für das rechte Verständnis soll danach gefragt werden, welche Bedeutung der Intention für die sittliche Bewertung einer Handlung zukommt. Damit soll der – in der bisherigen Forschung so nicht gestellten – Frage nachgegangen werden, ob es Abaelard bei seinen Ausführungen zur Intention nicht auch um die Frage geht, wie sich die konkrete sittliche Artbestimmung einer zunächst neutral beschreibbaren Handlung begründet. Die systematische Verortung der historischen Frageperspektive soll auf dem Hintergrund der gegenwärtigen Handlungstheorie erfolgen, um durch die Differenzierungen der aktuellen Philosophie die Analyse sowie Interpretationsmöglichkeiten der mittelalterlichen Texte gerade auch im Blick auf die zeitgenössische Debatte zu schärfen.