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Intern
    Lehrstuhl für Dogmatik

    Forschungsprofil

    Möglichkeiten und Grenzen der Erfahrung Gottes

    Die Auseinandersetzung mit theologischen und philosophischen Positionen der im weitesten Sinn als Post-Moderne bezeichneten geistesgeschichtlichen Gemenlage der Gegenwart steht im besonderen Fokus der Forschung. Insbesondere gilt die Aufmerksamkeit den Möglichkeiten und Grenzen der Erfahrung Gottes an den Orten der Welt und den spezifischen Problemlagen, die sich aus ihnen für die theologische Reflexion ergeben. Im philosophischen Anschlussdiskurs stehen vor allem französische Positionen (Focault, Deleuze, Derrida, Ricoeur aber auch ganz aktuelle Ansätze wie der von Badiou) im Blick. Ziel des Forschungsschwerpunktes ist die Entwicklung einer Rede/Schreibe von Gott, die sich der mundanen Uneindeutigkeit bzw. Unausweisbarkeit seiner spezifisch entzogenen Form der Ankunft in der Welt annähern kann. Auf diese Weise soll eine Art - nicht zuletzt pneumatologisch - fundierter Wahrnehmungslehre des Glaubens entworfen werden, welche sich bewusst den erkenntnistheoretischen wie pragmatischen Akzeptanzbedingungen der Wahrheit in der Alltagswelt von heute ausgesetzt. 

    Eschatologie

    Ein weiterer Forschungsschwerpunkt greift den eschatologischen Fragenkreis auf. In einer z.Z. in Vorbereitung befindlichen Publikation geht Prof. Meuffels hier dem Problem nach, wie die traditionell dem Traktat der letzten Dinge zugeordneten Inhalte christlicher Glaubenshoffnung für das gegenwärtige Leben in ihrer praktischen Bedeutung fruchtbar gemacht werden können. Seine Analysen setzen bei der Grenzerfahrung des Todes an, um in ihrem Horizont die Wahrheitsfrage des Menschen, welche das Leben individuell wie in seiner weltlichen Totalität betrifft, über die Frage der Anerkennung (A. Honneth, P. Ricoeur, E. Lévinas) zu reformulieren und ihre Perspektivität (I. U. Dalferth) in philosophischen (R. Rorty, H. Putnam, B. Williams, M. Foucault) wie literarischen Diskursgeflechten einer kreativen Ausgestaltung zuzuführen. Mit Bezug auf das Zeugnis des Alten und Neuen Testaments klagt diese Theologie eine engagierte Eschatologie nach der pastoralen Maßgabe des II. Vatikanischen Konzils ein, welche die glaubensprägende Nachfolge-Forderung der Nächstenliebe unter das Leitwort des Respekts für das Leben stellt.

    Herrmann-Schell

    Mit dem vom Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele gegründeten Herman-Schell-Institut ist dem Lehrstuhl für Dogmatik eine Einrichtung angegliedert, die sich der Erforschung von Leben und Werk des Würzburger Theologen und Universitätsrektors Herman Schell widmet und zu diesem Zweck eine nahezu vollständige Sammlung der Literatur von und zu Herman Schell verwaltet. Zudem beheimatet das Schell-Institut eine bedeutende reformationsgeschichtliche, vor allem der Calvin-Forschung verpflichtete Bibliothek.

    Intra- und interdisziplinäre Forschung

    Der Aufgabenstellung des Faches entsprechend verfügt Dogmatik über ein hohes intra- und interdisziplinäres Potential. Innerhalb der wissenschaftlichen Theologie entstehen enge Bezüge zur Exegese und zur Kirchengeschichte genauso wie zur Praktischen Theologie. Wichtigste außertheologische Gesprächspartnerin ist die Philosophie. Prinzipiell ist der Austausch mit allen Human- und Sozialwissenschaften und im Hinblick auf die Schöpfungstheologie auch mit den Naturwissenschaften für die innovative Kraft der Dogmatik konstitutiv.