piwik-script

Intern
    Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft

    Lehrveranstaltungen

    Sommersemester 2010

    Hauptseminar: Gemeinsam den einen Glauben feiern und bekennen


    2 St., Mittwoch 14-16 Uhr + Blockveranstaltung mit Teilname am Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in München vom 13.-16. Mai 2010. Das Seminar wird in Kooperation mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg ausgerichtet, mit Frau Dr. Iris Kreile als Co-Dozentin.

    (Genaue organisatorische Details unter Lehre.)

    Beschreibung:

    Vom 13.-16. Mai 2010 wird in München der 2. Ökumenische Kirchentag stattfinden. Im Rahmen des Hauptseminars sollen zunächst in wöchentlichen Sitzungen die theoretischen Grundlagen erarbeitet werden: Welches sind die spezifischen Feiergestalten von ökumenischen Gottesdiensten? Inwieweit haben die ökumenischen Gespräche die letzten vier Jahrzehnte zu einer größeren Übereinstimmung im Verständnis von Sinngehalt und Feiergestalt des christlichen Gottesdienstes geführt? Wo haben sich in den getrennten Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften liturgische Feierformen einander angenähert? Was eint uns auf dem Gebiet der Liturgie? Und: Was trennt uns (noch)?

    Während des Kirchentages in München werden dann gemeinsam ökumenische Gottesdienste besucht und anschließend analysiert.

    Schon in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche, Lumen Gentium, des II. Vatikanischen Konzils heißt es in Art. 15: "Mit jenen, die durch die Taufe der Ehre des Christennamens teilhaftig sind, den vollen Glauben aber nicht bekennen oder die Einheit der Gemeinschaft unter dem Nachfolger Petri nicht wahren, weiß sich die Kirche aus mehrfachem Grunde verbunden. Viele nämlich halten die Schrift als Glaubens- und Lebensnorm in Ehren, zeigen einen aufrichtigen religiösen Eifer, glauben in Liebe an Gott..." Das Konzil unterstreicht die liturgische Verehrung und Wertschätzung für die Heilige Schrift als ein "Element der Heiligung und Wahrheit" im ökumenischen Prozess. In seiner Enzyklika "Ut unum sint" hat Papst Johannes Paul II. die Bedeutung der gemeinsamen Wertschätzung der Hl. Schrift in den noch getrennten Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften für die ökumenische Bewegung noch einmal unterstrichen. In der Heiligen Schrift sind jene "mirabilia Dei", jene großen Heilstaten Gottes überliefert, die wir in der Liturgie feiern. Johannes Paul II. betont, dass gerade für das gemeinsame gebet der noch getrennten Christen die Verheißung Jesu Christi in besonderem Maße gilt: "Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20; zit. in: Ut unum sint, Nr. 21), und er folgert daraus: "Wenn Christen miteinander beten, erscheint das Ziel der Einheit näher." (Ebenda, Nr. 22) Dabei sind die großen gewachsenen "Übereinstimmungen im Wort Gottes und im Gottesdienst" (Ebenda, Nr. 44) ein wichtiges Zeichen der Hoffnung auf dem Weg zur vollen Einheit der Christen.

    Literatur

    • Stuflesser, Martin: "Viele nämlich halten die Schrift als Glaubens- und Lebensnorm in Ehren..." Anmerkungen zur liturgietheologischen Bedeutung von ökumenischen Wort-Gottes-Feiern. In: Kranemann, B. (Hg.): Die Wort-Gottes-Feier. Eine Herausforderung für Theologie, Liturgie und Pastoral. Stuttgart 2006, 54-63.