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    Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit

    Charakter – Biographie – Politik. Die Theologen Haussler, Schelkle und Schuster

    Dominik Burkard:
    Charakter – Biographie – Politik. Die Theologen Bernhard Hanssler, Karl Hermann Schelkle und Josef Schuster in Malbriefen aus den Jahren 1932-1935, Regensburg 2016.

    Der Band präsentiert eine – einmalig zu nennende – Sammlung von „Malbriefen“ aus der Feder des Rottenburger Diözesanpriesters Josef Schuster. Es geht um Charaktere, Erfahrungen und Befindlichkeiten dreier Neupriester, die – 1932 geweiht – als Hilfsgeistliche auf ihnen zugewiesene Seelsorgsstellen „hinaus“ müssen und nun ihren je eigenen Weg zu finden haben. 

    Die Zeit der ersten praktischen Tätigkeit führt in die Anfangsjahre des Nationalsozialismus. Während Karl Hermann Schelkle einen ausgesprochen dornenreichen Weg ins akademische Lehramt geht, hat Josef Schuster mit den Problemen der Pfarrseelsorge zu kämpfen. Der Dritte des „Kleeblatts“ ist der Bekannteste: Hanssler geht früh einen Sonderweg, als Jugend- und später Studentenseelsorger, als Intellektueller und „Ästhet“, um schließlich als erster Leiter des Cusanuswerkes und Geistlicher Direktor beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken gestaltend am geistigen Aufbau der jungen Bundesrepublik mitzuwirken. 

    Das Buch handelt von einem „Männerbund“, der in brüchigen Zeiten Rückhalt zu geben versteht. Die Bilder und Skizzen erlauben durch ihre sorgfältige historische Einbettung und Analyse nicht nur faszinierende Einblicke in die Charaktere der Protagonisten, sondern auch in Strategien der Lebensbewältigung in einer schwierigen Zeit des Übergangs.