Deutsch Intern
    Lehrstuhl für Kirchenrecht

    Wintersemester 2012/13


    Prof. Dr. Heribert Hallermann

    Vorlesung: Grundfragen des Staat-Kirche-Verhältnisses
    Pflichtvorlesung (01-M12-3) für Magister Theologiae und Bachelor Nebenfach sowie für alle Interessierten und Studierenden (Bachelor) im Bereich "allgemeine Schlüsselqualifikationen".
    1 Std., Mo 10-12, HS 321 (15.10.-26.11.2012)
    Credits: 1,25 im ASQ-Pool 2

    Das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in Deutschland kann als rechtlich geordnetes koope­ratives Zusammenwirken bei gegenseitiger Unabhängigkeit beschrieben werden. Die Vorle­sung behandelt Grundfragen des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat und geht auf Einzel­fragen ein, die der rechtlichen Regelung bedürfen, wie etwa Religionsunterricht, Vermögens- und Finanzierungsfragen, Schutz der Sonn- und Feiertage, Militär- und Anstaltsseelsorge usw.
    Literatur: Einschlägige Artikel des Handbuchs des Staatskirchenrechts

    Vorlesung: Verkündigungsrecht und Recht der sakramentalen Initiation
    Pflichtvorlesung (01-M11-3) für Magister Theologiae und Wahlpflichtvorlesung für Bachelor Nebenfach sowie für alle Interessierten
    2 Std., Fr 8-10, HS 321
    Credits: 2,5

    Die Dienste der Verkündigung und der Heiligung sind zwei wesentliche Bereiche aus dem Ge­samtspektrum des kirchlichen Handelns, die den pastoralen Alltag weitgehend bestimmen. Die Vorlesung will die geltenden kirchlichen Normen zum Verkündigungsdienst sowie zum Sakramentenrecht – mit Ausnahme des Eherechts – im Zusammenhang darstellen, um so eine verlässliche Orientierung für die Tätigkeit in den verschiedenen pastoralen Handlungsfeldern zu geben.
    Literatur: R. Ahlers, Communio Eucharistica, Regensburg 1990; J. Ammer, Zum Recht der „Katholischen Universität“, Würzburg 1994; B. Laukemper, Die Heilsnotwendigkeit der Taufe und das kanonische Taufrecht, Essen 1992; N. Lüdecke, Die Grundnormen des katholischen Lehrrechts, Würzburg 1997; S. Rau, Die Feiern der Gemeinde und das Recht der Kirche, Altenberge 1990; Th. Meckel, Religionsunterricht im Recht. Perspektiven des katholischen Kirchenrechts und des deutschen Staatskirchenrechts, Paderborn – München – Wien – Zürich 2011 (KStKR 14).


    Hauptseminar: Das Strafrecht der Kirche - mehr als ein Papiertiger?
    Studierende im Studiengang Magister Theologiae, Diplomstudierende, Interessierte Studie­rende anderer Studiengänge und Fächer
    2 Std., Mi 16-18, HS 30
    Credits: 4

    Klaus Lüdicke urteilt im Münsterischen Kommentar, dass dem geltenden Strafrecht des CIC/1983 „gar kein Konzept zugrunde“ liegt. Auch im Hinblick auf seine Anwendbarkeit habe es sich selbst enge Grenzen gezogen. Tatsächlich gilt: Bis vor wenigen Jahren galt die Be­schäftigung mit dem kirchlichen Strafrecht eher als ein Kuriosum oder als ein theoretisches Glasperlenspiel – seitdem die Kirche sich aber herausgefordert sieht, auf die vielen Fälle sexu­ellen Missbrauchs auch in ihrem eigenen Bereich strafrechtlich zu reagieren, haben sich die Fragen zugespitzt, z.B.: Kann, darf oder muss die Kirche bestrafen? Welche Verhaltensweisen können nicht toleriert und müssen demzufolge bestraft werden? Welche Strafmöglichkeiten stehen der Kirche zur Verfügung? Auf welchem Weg werden Strafen verhängt? Das Hauptse­minar bietet die Möglichkeit, Einblick in die Werkstatt der Strafrechtsreform zu nehmen.
    Literatur: Die Vorbereitungsliteratur wird in Form eines Readers zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.

    Oberseminar für Diplomanden und Doktoranden:
    Forschungsfragen des Kirchenrechts

    2 Std., Mi, 10.10. u. Do, 11.10: 14-19; Fr, 12.10.: 9-16, Seminarraum 320

    Die Art des Leistungsnachweises wird mit den Studierenden zu Beginn der Lehrveranstaltung vereinbart.

    Übung: Examensvorbereitung für Diplomstudierende
    2 Std., Mi 9-11, Seminarraum 320

    Die Übung richtet sich an Diplomstudierende, die im WS 2012/13 ihre Diplomprüfung able­gen.
    Inhalt: Prüfungsrelevanter Lehrstoff im Fach Kirchenrecht. Aufbau einer kirchenrechtlichen Klausur.

    Dr. theol. Thomas Meckel

    Vorlesung: Theologische Grundlegung und Einführung in Strukturen und Bereiche kirchlicher Rechtsordnung
    Pflichtvorlesung für Studierende Magister Theologiae (M4-2) und Bachelor Nebenfach  sowie für alle Interessierten und für Studierende (Bachelor) im Bereich "allgemeine Schlüsselqualifi­kationen", Credits 1,125: im ASQ-Pool 2
    1 Std., Di 14-16, HS 302, Paradeplatz

    Was ist Kirchenrecht? Benötigt die Kirche ein Kirchenrecht? Wie unterscheidet sich das Kir­chenrecht von staatlichem Recht und vom Staatskirchenrecht? In welchem Verhältnis steht die Kirchenrechtswissenschaft zu anderen theologischen Disziplinen? Welche Rechtsquellen zieht die Kirchenrechtswissenschaft heran? Wie werden kirchenrechtliche Normen begründet? Mit welchen Grundbegriffen arbeitet das Kirchenrecht? Welche Hermeneutik und Methodik ist bei der Auslegung der Rechtsquellen zu beachten? Die Vorlesung beantwortet diese Fragen und führt in die theologische Grundlegung des Kirchenrechts sowie in grundlegende Strukturen und Bereiche der kirchlichen Rechtsordnung ein. Die Anwendung kirchenrechtlicher Normen wird anhand konkreter Fallbeispiele aus der Praxis verdeutlicht, sodass die Relevanz der kirchlichen Rechtsordnung für das Handeln der Kirche deutlich wird.
    Literatur: Heimerl, Hans – Pree, Helmuth, Allgemeine Normen und Eherecht, Wien 1983; Krämer, Peter, Braucht Kirche eine rechtliche Ordnung?: TThZ 2002, 212ff.; Pack, Heinz, Me­thodik der Rechtfindung im staatlichen und kanonischen Recht, Essen 2004 (Beihefte zum Münsterischen Kommentar 38); Puza, Richard, Katholisches Kirchenrecht, Heidelberg 21993 (UTB 1395); Riedel-Spangenberger, Ilona, Grundbegriffe des Kirchenrechts, Paderborn 1992 (UTB 1618); Riedel-Spangenberger, Ilona, Hermeneutik des Kirchenrechts: LKStKR II, 235f.; Riedel-Spangenberger, Ilona, Kirchenrecht II. kath.: LKStKR II, 503ff.; Witsch, Norbert, Me­thode, kanonistische: LKStKR II, 787f. 

    Vorlesung: Wie die Ehe zu ihrem Recht kommt - Das Eherecht der katholi­schen Kirche
    Pflichtvorlesung für Diplomstudierende und Bachelor NF.
    Pflichtvorlesung für Magister Theologiae 9. Semester. Ist für Studierende des 7. Semesters vor­ziehbar.
    Für Lehramtsstudierende modularisiert (01-ThKR-1Ü Übung: Themen des Kirchenrechts) und nicht modularisiert (Möglichkeit des Erwerbs eines fachwissenschaftlichen Scheins gemäß LPO I v. 31.07.2002 § 42 Abs. 1 5d bb); EWS-Schein; GWS-Veranstaltung. Credits: 2-3 sind möglich
    2 Std., Mo 14-16, HS 317, Sanderring 2

    Bis dass der Tod euch scheidet… Die Ehe ist nach katholischem Verständnis unauflös­lich und doch gibt es Annullierungen von Ehen. Wann ist eine Ehe aus kirchenrechtlicher Sicht gültig geschlossen? Auf welchen Säulen fußt das Eherecht der katholischen Kirche? Warum und wie werden Ehen für nichtig erklärt oder aufgelöst? Unter welchen Bedin­gungen ist eine konfessionsverschiedene oder religionsverschiedene Eheschließung mög­lich? Gibt es eine sogenannte ökumenische Trauung? Was ist der Unterschied zwischen staatlicher und kirchlicher Eheschließung? Welche Folgen hat eine staatliche Scheidung bzw. Wiederverheiratung mitunter für Religionslehrer oder im kirchlichen Dienst Tätige?
    Die Vorlesung vermittelt die Grundlagen des katholischen Eherechts und möchte zugleich anhand der Besprechung von Fällen in die praktische Anwendung des Eherechts einführen.
    Literatur: Einschlägige Artikel im Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht; Reinhardt, H.J.F., Die kirchliche Trauung, Essen 2006; Sebott, R., Das neue kirchliche Eherecht, Frankfurt 21990; Prader, J. – Reinhardt, H.J.F., Das kirchliche Eherecht in der seelsorgerischen Praxis, Essen 42001; Handbuch des katholischen Kirchenrechts, §§ 83-91.

    Übung/Seminar: Das Sakramentenrecht der Kirche in seiner rechtsgeschichtlichen Entwicklung - Einführung in die Editionspraxis und Übersetzung mittelalterlicher und weiterer Rechtsquellen (01-SQL-1a-1)
    Für Diplomstudierende, Studierende Magister Theologiae (01-SQL-1b-1), Lehramtsstu­dierende und alle Interessierte sowie für Studierende (Bachelor) im Bereich "allgemeine Schlüsselqualifikationen", Credits 2,5: im ASQ-Pool 3
    2-stündige Blockveranstaltung n.V. in Kooperation mit Dr. Waltraud Kozur und Karin Miethaner-Vent
    Verpflichtende Vorbesprechung: Dienstag, 16.10.2012, 13h; Seminarraum 320
    In der Vorbesprechung werden die Blocktermine festgelegt.
    Ohne Teilnahme an dieser Vorbesprechung ist eine Teilnahme an der Übung nicht mög­lich. 

    Kirchliche Rechtsnormen werden nicht am Schreibtisch erfunden, sondern kommen aus dem Leben und damit aus der Praxis der Kirche. Die kirchliche Rechtsgeschichte gibt den heutigen Normen ihre Tiefenschärfe und lässt diese heute besser verstehen. Die Übung nimmt in einem ersten Teil wichtige Etappen der rechtsgeschichtlichen Entwick­lung des kirchlichen Sakramentenrechts von der Antike bis zur neuesten Zeit in den Blick. Mit diesem rechtsgeschichtlichen Horizont wird in einem zweiten Teil ein Ein­blick in das am Lehrstuhl für Kirchenrecht angesiedelte DFG-Forschungsprojekt "Edition der Werke des Honorius und der Summa Lipsiensis" (12. Jh.) geboten.  Beispielhaft wird in den Umgang mit mittelalterlichen Schriften und Rechtsquellen eingeführt und es wer­den Techniken und Hilfsmittel zur Erstellung und Auswertung von Editionen und der Übersetzung lateinischer Rechtsquellen vorgestellt und eingeübt.

    Quellen: Magistri Honorii Summa „De Iure Canonico Tractaturus“ Tomus II-III (= Monumenta Iuris Canonici. Series A: Corpus Glossatorum Vol. 5), hg. v. P. Landau – W. Kozur – S. Haering – K. Miethaner-Vent – M. Petzolt, Città del Vaticano. Biblioteca Apostolica Vaticana 2010; Corpus Iuris Canonici, hg. v. E. Friedberg, Leipzig 1879/81.

    Literatur: Feine, Hans Erich, Kirchliche Rechtsgeschichte, Köln-Graz 51972; Plöchl, Willibald, Geschichte des Kirchenrechts 5 Bde., Wien-München 1953ff.; Erdö, Peter, Die Quellen des Kirchenrechts, Frankfurt u.a. 2002; Erdö, Peter, Geschichte der Wissenschaft vom kanonischen Recht, Berlin 2006.; Link, Christoph, Kirchliche Rechtsgeschichte, München 2009; Köstler, Rudolf, Wörterbuch zum Codex Iuris Canonici, München - Kempten 1927.

     

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