Deutsch Intern
    Lehrstuhl für Kirchenrecht

    Wintersemester 2010/11

    Prof. Dr. Heribert Hallermann

    Vorlesung: Die Ehe in der kirchlichen Rechtsordnung

    Pflichtvorlesung für Diplomstudierende sowie für alle Interessierten
    2-stündig; Montag 8-10, HS 321

    Bei der Vorbereitung der Eheschließung kommt praktisch jeder Gläubige mit den Bestimmungen des kirchlichen Eherechts in Berührung: Fragen nach der Erlaubtheit und der Gültigkeit der Ehe werden aufgeworfen, bestimmte Formvorschriften und Zuständigkeiten wollen beachtet sein, damit eine Ehe gültig zustande kommt. In diesem Zusammenhang wird ebenfalls deutlich, dass sich das katholische Eheverständnis vom allgemein verbreiteten Verständnis der Ehe wesentlich unterscheidet: Die Einheit und die Unauflöslichkeit der Ehe und die Offenheit der Eheleute für die Zeugung und die Erziehung von Nachkommenschaft sind vor diesem Hintergrund nicht mehr selbstverständlich.Das Eherecht ist der Normenkomplex, der im katholischen Kirchenrecht den größten Umfang einnimmt. Die Vorlesung will die wesentlichen Inhalte des katholischen Eherechts vermitteln und orientiert sich dabei an den Erfordernissen der Seelsorge in diesem Bereich.

    Literatur: Einschlägige Artikel im Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht, vor allem in Band I; Reinhardt, H.J.F., Die kirchliche Trauung, Essen 2006; Sebott, R., Das neue kirchliche Eherecht, Frankfurt ²1990; Prader, J. – Reinhardt, H.J.F., Das kirchliche Eherecht in der seelsorgerischen Praxis, Essen 42001; Handbuch des katholischen Kirchenrechts, §§ 83-91; Münsterischer Kommentar zu den einschlägigen Canones.

    Vorlesung: Verkündigungsrecht und Recht der sakramentalen Intiation
    (01-M11-3V)

    Pflichtvorlesung für Studierende Bachelor Nebenfach sowie für alle Interessierten
    2-stündig; Dienstag 10-12, HS 321 (2 SWS/2,5 CP)

    Wort und Sakrament sind in rechtlicher Hinsicht die grundlegenden Bauelemente der Kirche. Das Verkündigungsrecht im Buch III des CIC/1983 normiert die verschiedenen Formen der Verkündigung und weist dabei den verschiedenen Gliedern des Gottesvolkes je unterschiedliche Rollen und Aufgaben zu, die im Einzelnen erörtert werden. Die sakramentale Initiation, das heißt die Eingliederung eines Menschen in die Kirche, erfolgt durch Taufe, Firmung und Eucharistie. Die jeweiligen Rechte und Pflichten, die aus dem Empfang dieser Sakramente erwachsen, werden im Einzelnen dargelegt.

    Literatur: R. Ahlers, Communio Eucharistica, Regensburg 1990; J. Ammer, Zum Recht der „Katholischen Universität“, Würzburg 1994; B. Laukemper, Die Heilsnotwendigkeit der Taufe und das kanonische Taufrecht, Essen 1992; N. Lüdecke, Die Grundnormen des katholischen Lehrrechts, Würzburg 1997; S. Rau, Die Feiern der Gemeinde und das Recht der Kirche, Altenberge 1990; W. Rees, Der Religionsunterricht und die katechetische Unterweisung in der kirchlichen und staatlichen Rechtsordnung, Regensburg 1986; einschlägige Beiträge im Handbuch des katholischen Kirchenrechts sowie im Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht.

    Vorlesung: Grundfragen des Staat – Kirche – Verhältnisses (01-M12-3V)

    Pflichtvorlesung für Studierende Bachelor Nebenfach sowie für alle Interessierten
    1-stündig; Freitag 8-10 (49.+50.Kal.woche 2010 sowie 2.-6.Kal.woche 2011),
    HS 321 (1 SWS/1,25 CP)

    Das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in Deutschland kann als rechtlich geordnetes kooperatives Zusammenwirken bei gegenseitiger Unabhängigkeit beschrieben werden. Die Vorlesung behandelt Grundfragen des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat und geht auf Einzelfragen ein, die der rechtlichen Regelung bedürfen, wie etwa Religionsunterricht, Vermögens- und Finanzierungs­fragen, Schutz der Sonn- und Feiertage, Militär- und Anstaltsseelsorge und so weiter.

    Literatur: Einschlägige Artikel des Handbuchs des Staatskirchenrechts



    Übung: Examensvorbereitung für Diplomstudierende

    2-stündig; Donnerstag 10-12, Seminarraum 320

    Die Übung richtet sich an alle, die in diesem Semester die Diplomprüfung ablegen wollen. Es werden der Aufbau der kirchenrechtlichen Klausur sowie der Ablauf einer mündlichen Prüfung erläutert und die Fragen behandelt, die sich  den Studierenden während ihrer eigenen Prüfungsvorbereitung stellen.


    Hauptseminar:  Von der Trennung zur Einheit.

    Das Bemühen um die Pius-Bruderschaft

    Hauptseminar für Diplomstudierende, Studierende Magister Theologiae (01-M24-4S1), Lehramtsstudierende und Interessierte
    Blockveranstaltung (Vorbesprechung; Verbindliche Teilnahme an wiss. Fachtagung in Schloss Hirschberg 04.-06.10.2010; Nachbesprechung)
    Verpflichtende Vorbesprechung: Mo, 12.07.2010 10.00 Raum 320.

    Ohne Teilnahme an dieser Vorbesprechung ist eine Teilnahme am Seminar nicht möglich.

    Mit Dekret vom 21. Januar 2009 wurde die Exkommunikation latae sententiae für die vier von Erzbischof Lefebvre illegal geweihten Bischöfe aufgehoben. Dieser Schritt „soll … ein Zeichen sein, um die Einheit der Universalkirche in der Liebe zu fördern und das Ärgernis der Spaltung zu überwinden“.
    Das Seminar will den Konflikt zwischen der Pius-Bruderschaft und Rom nachzeichnen und die rechtliche Situation der Anhänger der Pius-Bruderschaft untersuchen. Sie reflektiert die Aufgabe des Papstes als Garant der Einheit, betrachtet die Feier der Liturgie als Ausdrucksform der Ekklesiologie und fragt nach Möglichkeiten und Grenzen des kirchlichen Strafrechts im Kontext dieses Geschehens. Abschließend sollen notwendige Elemente für die kirchliche Einheit diskutiert werden.

    Literatur:
    Schifferle, Alois, Die Pius – Bruderschaft. Informationen – Positionen – Informationen, Kevelaer 2009;Hünermann, Peter, Exkommunikation oder Kommunikation? Der Weg der Kirche nach dem II. Vatikanum und die Pius-Brüder, Freiburg 2009 (Quaestiones Disputatae 236).

    Oberseminar für Diplomanden und Doktoranden: Forschungsfragen des Kirchenrechts

    2-stündig; 07.10.2010-09.10.2010 sowie nach Vereinbarung; Seminarraum 320

    Dr. theol. Thomas Meckel

    Vorlesung: Einführung in Strukturen und Bereiche kirchlicher Rechtsordnung (01-M4-2)

    Pflichtvorlesung für Studierende Magister Theologiae  sowie für alle Interessierten
    1-stündig; Blockveranstaltung; Dienstag 14-16h, Paradeplatz 4, HS 302 (1 SWS/1,125 CP) im Wechsel mit Florian Kluger / Liturgiewissenschaft

    Was ist Kirchenrecht? Benötigt die Kirche ein Kirchenrecht? Wie unterscheidet sich das Kirchenrecht von staatlichem Recht und vom Staatskirchenrecht? In welchem Verhältnis steht die Kirchenrechtswissenschaft zu anderen theologischen Disziplinen? Welche Rechtsquellen zieht die Kirchenrechtswissenschaft heran? Wie werden kirchenrechtliche Normen begründet? Mit welchen Grundbegriffen arbeitet das Kirchenrecht? Welche Hermeneutik und Methodik ist bei der Auslegung der Rechtsquellen zu beachten? Die Vorlesung beantwortet diese Fragen und führt in grundlegende Strukturen und Bereiche der kirchlichen Rechtsordnung ein. Die Anwendung kirchenrechtlicher Normen wird anhand konkreter Fallbeispiele aus der Praxis eingeübt, sodass die Relevanz der kirchlichen Rechtsordnung für das Handeln der Kirche deutlich wird.
    Eine Literaturliste wird in der Vorlesung ausgegeben.

    Übung: Religionslehrer werden – Konturen eines Berufsbilds

    Übung für Lehramtsstudierende modularisiert (01-ThKR-1Ü Themen des Kirchenrechts) und nicht modularisiert; GWS/EWS-Veranstaltung; sowie alle interessierten Studierenden mit Bezug zum schulischen Religionsunterricht
    2-stündig; Mittwoch 10-12 Uhr; Seminarraum 302 (2 SWS/2 CP)

    Warum gibt es überhaupt konfessionellen Religionsunterricht in staatlichen Schulen? Ist dies ein ungerechtfertigtes Privileg der Kirchen? Warum gibt es eigentlich keinen ökumenischen Religionsunterricht? Was heißt es, konfessionellen Religionsunterricht zu erteilen? Warum benötigt der Religionslehrer eine “Missio Canonica“? Was ist das eigentlich? Warum gibt es in Bremen, in Berlin und in Brandenburg eine von den anderen Bundesländern abweichende Regelung des Religionsunterrichts? In welchem Verhältnis steht der Religionsunterricht zum Ethikunterricht? Wie unterscheidet sich der Religionsunterricht von Katechese oder reiner Religionskunde? Diese Fragen wird die Übung beantworten und möchte so die Konturen des Berufsbilds des Religionslehrers zeichnen.
    Die Übung steht allen Interessierten unabhängig von der Art des Studiengangs offen. Für alle Lehrämter der modularisierten Studiengänge werden 2 ECTS-Punkte für den freien Bereich erworben. Für GWS-Studierende ist der Erwerb von 3 ECTS-Punkten möglich.

    Literatur: Künzel, Heike, Die „Missio Canonica“ für Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Kirchliche Bevollmächtigung zum Religionsunterricht an staatlichen Schulen, Essen 2004 (Beihefte zum Münsterischen Kommentar zum Codex Iuris Canonici 39); Rees, Wilhelm, Art. Religionslehrer II. Kath: LKStKR Bd.3, 414-415; ders., Art. Religionsunterricht II. Kath.: LKStKR Bd.3, 421-423; ders., Der Religionsunterricht und die katechetische Unterweisung in der kirchlichen und staatlichen Rechtsordnung, Regensburg 1986.

    Übung: Etappen kirchlicher Rechtsgeschichte - Einführung in die Editionspraxis mittelalterlicher Rechtsquellen (01-SQL-1a-1)

    Übung für Diplomstudierende, Studierende Magister Theologiae (01-SQL-1b-1), Lehramtsstudierende und Interessierte
    2-stündig; Blockveranstaltung (2 SWS/2,5 CP)
    Verpflichtende Vorbesprechung: Montag, 25.10.2010, 10.00 Uhr s.t.; Seminarraum 320
    In der Vorbesprechung werden die Blocktermine festgelegt.
    Ohne Teilnahme an dieser Vorbesprechung ist eine Teilnahme an der Übung nicht möglich.

    Kirchliche Rechtsnormen werden nicht am Schreibtisch erfunden, sondern kommen aus dem Leben und damit aus der Praxis der Kirche. Die kirchliche Rechtsgeschichte gibt den heutigen Normen ihre Tiefenschärfe und lässt diese heute besser verstehen. Die Übung nimmt in einem ersten Teil wichtige Etappen kirchlicher Rechtsgeschichte von der Antike bis zur neuesten Zeit in den Blick. Mit diesem rechtsgeschichtlichen Horizont wird in einem zweiten Teil ein Einblick in das am Lehrstuhl für Kirchenrecht angesiedelte Forschungsprojekt „Edition der Dekretsumme des Honorius und der Summa Lipsiensis“ geboten.  Beispielhaft wird in den Umgang mit mittelalterlichen Schriften und Rechtsquellen eingeführt und es werden Techniken und Hilfsmittel zur Erstellung und Auswertung von Editionen und der Übersetzung lateinischer Rechtsquellen vorgestellt.

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