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    Chair for Fundamental Theology and Comparative Religious Studies

    Unsicherheit und Terrorangst – die unerhörte Macht der Verwundbarkeit

    Unsicherheit und Terrorangst – die unerhörte Macht der Verwundbarkeit
    Date: 04/26/2018, 7:00 PM
    Location: Sanderring 2 (Neue Universität), HS 317
    Organizer: Universität Würzburg
    Speaker: Prof. Dr. Hildegund Keul und Dipl. Psych. Katharina Obens

    Ein Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung "Gemischtes Doppel: theologische und humanwissenschaftliche Perspektiven zur menschlichen Verwundbarkeit." von Prof. Dr. Hildegund Keul und Dipl. Psych. Katharina Obens am 26. April 2018, Universität Würzburg.

    Vulnerabilität (Verwundbarkeit) und Vulneranz (Fähigkeit und Bereitschaft, Andere zu verwunden) spielen in den Veränderungen, die Europa derzeit bewegen, eine entscheidende Rolle. Denn die Angst davor, verwundet zu werden, übt hier eine unerhörte Macht aus. Wegen der eigenen Verwundbarkeit wird der Ruf nach Sicherheit in den Migrationsdebatten lauter; die Grenzziehungen zwischen Christentum und Islam verschärfen sich; die Angst vor Radikali­sierung und Terror kocht hoch.

    Hildegund Keul beleuchtet diese Problematik aus theologischer Sicht. Sie beschreibt „Herodes-Strategien“, die zu unendlichen Gewaltspiralen führen. Und sie fragt nach christlichen Alternativen zum Ruf nach Krieg fragt. Wie hat die junge Kirche nach dem Tod Jesu reagiert, als sie von Gewalt – der Kreuzigung Jesu – zutiefst getroffen war? Was bedeutet dies für heute?

    Katharina Obens geht der Tatsache nach, dass sich die Debatten um Vulnerabilität, Sicherheit und Resilienz zunehmend in Schulen bemerkbar machen. Lehrende sind aufgefordert zu reagieren, wenn sie mit Terrorangst oder auch Radikalisierung von Schüler*innen konfrontiert werden. Vorgestellt werden aktuelle Forschungsergebnisse und Ansätze einer Pädagogik, die nicht für Abschottung und den Bau von Mauern eintritt, sondern für eine Kultur der Offenheit und Kommunikation. Schüler*innen lernen, Terrorangst zu reflektieren und mit ihrer menschlichen Vulnerabilität umzugehen, ohne andere auszuschließen. 

    Prof. Dr. Hildegund Keul, Apl. Professur für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft, Universität Würzburg; Leiterin der Würzburger Forschungsgruppe „Vulnerabilität, Sicherheit und Resilienz“ www.verwundbarkeiten.de; u.a. Karl-Rahner-Peis für theologische Forschung.

    Katharina Obens, Diplom-Psychologin und Lehrkraft für besondere Aufgaben am Lehrstuhl Pädagogik bei psychosozialen Beeinträchtigungen an der Humboldt-Universität Berlin; sowie am sonderpädagogischen Institut der Universität Würzburg, Bereich Pädagogik bei Verhaltens­störungen; Evaluatorin und Gründerin von Lernkultur – dem Institut für Bildungsforschung und Evaluation für das Jüdischen Museum Berlin, das Museum für Naturkunde Berlin und die Topographie des Terrors; Mitglied der Forschungsgruppe „Vulnerabilität, Sicherheit und Resilienz“. Sie promoviert mit einer psychologisch-geschichtsdidaktischen Forschungsarbeit zum Thema „Emotionen und historisches Lernen im Zeitzeugengespräch“

    Die Würzburger Forschungsgruppe „Vulnerabilität, Sicherheit und Resilienz“ (www.vulnerabilitätsdiskurs.de) veranstaltet in Kooperation mit der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Würzburg, dem Würzburger Studienprogramm GSiK und der Domschule Würzburg im Sommersemester 2018 eine Ringvorlesung. Die Ringvorlesung beleuchtet aktuelle Themen der Verwundbarkeit aus theologischer und humanwissenschaftlicher Perspektive. Dies geschieht an sechs Abenden in einer Art „gemischtem Doppel“ mit jeweils zwei ReferentInnen, jeweils aus Theologie und Humanwissenschaften. Die Vorträge sind wissenschaftlich interessant, gesellschaftlich relevant und auch für Stadtpublikum spannend.

    Sie sind herzlich eingeladen!

    Flyer

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