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    Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft

    Dissertationen

    Aktuelle Dissertationen am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft

    • Segnungen. Katholische Segnungstraditionen zwischen den Liturgiereformen des Konzils von Trient bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil und Bausteine zu einer Theologie des Segens.

    Die Studie untersucht das Benediktionswesen der katholischen Kirche im lateinischen Ritus von 1614 bis 1984. Vergleichend werden vier Benediktionalien bzw. Rituale-Faszikel miteinander konfrontiert: das Rituale Romanum 1614-1952, das unveröffentlichte deutsche Einheitsbenediktionale 1966, die deutsche Studienausgabe des Benediktionale 1978 und das römische Modellbuch Ordo Benedictionum 1984. Nach einer historischen Annäherung an die Entwicklung der jeweiligen Bücher werden in einer Makroperspektive die Benediktionsanlässe der Bücher synoptisch nebeneinandergestellt. Anschließend werden Mikrountersuchungen vorgenommen, um Struktur und Inhalt der Benediktionen zu vergleichen. Hiervon ausgehend werden im Schlussteil Bausteine zu einer heutigen Theologie des Segens entworfen. In den Blick kommen sowohl die Entwicklung der weltkirchlich maßgebenden liturgischen Bücher als auch die Rezeption und Eigenständigkeit von liturgischen Reformen in den deutschen Ortskirchen.

    (Dipl.-Theol. Florian Kluger M. A.)

     

    • Die Liturgie des Bußsakramentes im Spiegel nachkonziliarer Dokumente. Untersuchungen zur Reform des Bußsakramentes auf weltkirchlicher Ebene und in der Ortskirche von Würzburg

      Das II. Vatikanische Konzil hatte in der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium gefordert, das Bußsakrament so zu überarbeiten, dass Natur und Wirkung des Sakramentes deutlicher zum Ausdruck kommen. In der Arbeit sollen die drei Feierformen des Ordo Paenitentiae von dieser Vorgabe her untersucht werden. Außerdem soll die Rezeptionsgeschichte des Ordo Paenitentiae in weltkirchlichen Dokumenten, in Texten der deutschsprachigen Bischofskonferenzen und im ortskirchlichen Kontext des Bistums Würzburg aufgezeigt werden.

      Einen Schwerpunkt der Arbeit bildet die Verbindung von Bußsakrament und Taufe: Während die Taufe in der frühen Kirche eine bewusste Lebensentscheidung war, die eine lange Vorbereitung und einen tiefgreifenden Lebenswandel erforderte, ist sie heute durch die weit verbreitete Praxis der Kindertaufe oft nur eine unbewusste Entscheidung. Die Feier der Buße und Versöhnung bietet die Möglichkeit, diese Entscheidung für das neue Leben im Nachhinein bewusst zu realisieren und immer wieder neu dem damit verbundenen ethischen Anspruch gerecht zu werden.

    (Dipl.-Theol. Martin Riß) 

     

    • Liturgiereform und Frömmigkeit - Sozial und mentalitätsgeschichtliche Annäherungen. Zum Wandel popularreligiöser Feierformen in den Pfarrgemeinden des Bistums Würzburg 1945-1975

      Ziel des Dissertationsprojektes ist es, zu einem besseren Verständnis der Transformationsprozesse zu gelangen, die sich im Bereich des Ritus der römisch-katholischen Kirche im 20. Jahrhundert vollzogen haben. Dies soll beispielhaft anhand ritueller Praktiken aus dem Feld der popularen Religiosität in den Pfarrgemeinden des Bistums Würzburg geschehen. Die Liturgiereform wird dabei als sozialer Vorgang aufgefasst, der nicht unabhängig von den soziokulturellen Rahmenbedingungen, in die er eingebettet ist, verstanden werden kann.

      Vor dem Hintergrund der liturgietheologischen Maßgaben des 2. Vatikanischen Konzils soll zudem anhand der gewonnen Erkenntnisse ein Beitrag zur Verhältnisbestimmung von Kernliturgie und anderen gemeinschaftlich vollzogenen religiösen Praktiken geleistet werden.

    (Benjamin Leven M. A.)

    • Begriff und Theologie des „mysterium paschale“ in der Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ und ihre Wirkungsgeschichte

      Die Arbeit nimmt den Begriff „mysterium paschale“ zum Gegenstand, anhand dessen das Zweite Vatikanische Konzil in seiner Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ ein neues theologisches Konzept der Liturgie als Feier des „mysterium paschale“, des „Pascha-Mysteriums“ Christi entwarf und zur Grundlage künftiger Reformen machte. Dieser liturgietheologische Neuansatz zählt seitdem zum Kernbestand lehramtlicher Theologie.

      Die Arbeit fragt zunächst nach dem Zustandekommen dieses Konzepts, indem sie die Genese von der Mysterientheologie Odo Casels bis zur promulgierten Liturgiekonstitution von 1963 nachvollzieht und daraus Anhaltspunkte für das Begriffsverständnis zu gewinnen sucht.

      Kern der Arbeit wird die Untersuchung des Begriffes „mysterium paschale“ in der Konstitution und seiner Implikationen sein. Es gilt die in diesem Begriff gebündelte theologische Gedankenwelt zu verstehen und wissenschaftlich fundiert zu explizieren. Von hier aus können dann auch konkrete Reformprinzipien erhellt werden, die aus der Theologie der Konstitution erwachsen und in der nachkonziliaren Liturgiereform Anwendung fanden.

      Diese Reform soll ebenfalls untersucht werden. Zu fragen ist, wie hier Begriff und Theologie des „mysterium paschale“ verstanden und wirksam wurden. Dadurch soll der aktuelle Rezeptionsstand aufgezeigt und ferner verdeutlicht werden, wo noch weiteres theologisches Potential verborgen liegt, das künftig fruchtbar gemacht werden kann.

    •                                                                                                                                                                                            (Dipl.-Theol. Simon Schrott)

       

    • Die Ehe zwischen Mann und Frau - eine Form christlichen Lebens, getragen durch das Sakrament der Taufe und vorbereitet durch einen zeitgemäßen Ehekatechumenat.

      Das Ziel der Arbeit ist es, ein der aktuellen Sichtweise des Ehesakramentes angemessenes Bild zu zeichnen, Fragen nach der Tragfähigkeit dieses Bildes zu beantworten, Fragen nach Veränderung zu stellen, und daraus resultierend ein Modell eines zeitgemäßen Ehekatechumenats zu entwickeln.

      Die Arbeit befasst sich hinführend mit der Entwicklung des Eheverständnisses in der Zeit vor und nach dem II. Vaticanum, aus der Perspektive der römisch-katholischen Kirche, nach römischem Ritus und sucht Grundlagen in den praktischen Erfahrungen aus Liturgie, Pastoral und Kirchenrecht im Rahmen der Fachliteratur sowie den „Rahmenbedingungen“ aus Wissenschaft und Lehre.

      Die Verortung des Ehesakramentes unter den übrigen Sakramenten, insbesondere den Initiationssakramenten, der Taufe, der Erstkommunion und der Firmung, sowie den Sakramentalien ist ebenso Bestandteil wie die Analyse der Feier der Trauung nach dem aktuell gültigen Rituale zur Feier der Trauung - Rituale Romanum – Ordo celebrandi Matrimonium – editio typica altera 19.3.1990. Die Aufgabe der Stärkung des Aussagegehaltes des Ehesakramentes ist auch bei getrennt konfessionellen Ehen und Ehen, bei denen ein Partner bekenntnislos ist, gestellt.

      Das bestehende Verständnis von Ehe, als Bund zwischen Mann und Frau, unverändert aufrecht zu erhalten oder Veränderungen anzudenken, damit das Sakrament der Ehe als Form einer christlich gelebten Existenz, gegründet auf der Taufe, weiterhin verstanden und gelebt werden kann, ist Frage aber auch Aufgabe zugleich.

      Am Ende der Arbeit steht die Aufgabe einer konkreten Form der Ehevorbereitung und vielleicht auch einer Ehebegleitung, welche die Ergebnisse der Untersuchungen zum aktuellen Eheverständnis im konkreten Ansatz eng führt und greifbar macht. – Die Frage nach einem Ehekatechumenat. 

      (Dipl.-Theol. Sebastian König)