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    Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft

    Diplomarbeiten

    Aktuelle Diplomarbeiten am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft

     

      • Die liturgische Erneuerung in der Diözese Würzburg in der Zeit vor und nach dem II. Vatikanum. Aufgezeigt am Beispiel der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche in Bad Kissingen.

    Die Diplomarbeit befasst sich mit den architektonischen Gegebenheiten und der liturgischen Praxis, deren Veränderungen und den Gründen für diese Maßnahmen, sowohl in der Zeit vor dem II. Vatikanischen Konzil als auch in der Zeit danach.

    Ziel ist es, durch eine kritische Auseinandersetzung mit den einschlägigen Quellen der Zeit, sowohl den profan-historischen als auch den liturgischen, die jeweils vorherrschenden Umstände, Bedingungen und Veränderungen herauszustellen, zu verdeutlichen und zu bewerten. Hierbei geht es nicht darum, mittels vorgeformter theologischer Thesen, ein Bild der damaligen Zeit zu erstellen, sondern ein aus den Quellen der Zeit gewonnenes Bild mit bestehenden Meinungen und Thesen der Liturgiewissenschaft zu konfrontieren. Da es sich gerade bei der Aufarbeitung der nachkonziliaren Liturgiereform, aufgrund von noch nicht aufgearbeitetem Material und der zum Teil auch noch ausstehenden Umsetzung der Konzilsvorgaben, um ein schwieriges Unterfangen handelt, ist es um so wichtiger festzustellen, ob bereits in der Phase vor dem II. Vatikanischen Konzil Maßnahmen zur Erneuerung des liturgischen Lebens ergriffen und umgesetzt worden sind. Damit gilt es die drängenden Forderungen nach Kontinuität erneut zu überdenken, die der Realität der Zeit nach dem II. Vatikanischen Konzil konträr gegenüberstehen.

    Zunächst gilt es die Historie der Diözese Würzburg im 20. Jahrhundert genauer zu untersuchen. Dies ist aus zwei Perspektiven erforderlich: Zum einen die Betrachtung der liturgischen Veränderungen, die durch Einflüsse aus dem Profanen initiiert sind und zum anderen eine Betrachtung derjenigen Veränderungen und Neuerungen, die durch die katholische Kirche selbst, übertragen auf die diözesane Ebene, durch das Bistum Würzburg initiiert worden sind. Weiterhin wird gezielt auf die Historie der Pfarrei, speziell auf die Historie der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche, deren architektonische und liturgische Umgestaltung unter Stadtpfarrer und Dekan Josef Stürmer eingegangen, um dann anschließend auf die Auswirkungen der Umgestaltungen auf das Gemeindeleben, den Gottesdienst und die Seelsorge einzugehen. Nach einem kurzen Ausblick auf die aktuelle Situation der Kirche bzw. Gemeinde, sollen in einem abschließenden Resümee sowohl der Status Quo als auch die Änderungen-Reform(en)? umfassend und adäquat gewürdigt werden. Dabei gilt es aus liturgiewissenschaftlicher Perspektive zu beurteilen, inwiefern die konkrete Ortskirche eigene Bestrebungen in Angriff nimmt und umsetzt, oder die Bestrebungen des bevorstehenden Konzils vorwegnimmt; anders formuliert gilt es die Frage zu stellen, ob und wie sich in der Ortskirche die konkreten Ergebnisse und Auswirkungen des Konzils widerspiegeln.

     (Sebastian König)

     

    • Obviam Concilium. Untersuchungen im Bereich der Liturgie im Bistum Würzburg in der Zeit in der Zeit von Enzyklika "Mediator Dei" 1947 bis zum Vaticanum II.

      Für die Arbeit wurden die maßgeblichen diözesanen Quellen aus der Zeit zwischen Mediater Dei und Sacrosanctum Concilium untersucht, um daraus Rückschlüsse auf den damaligen liturgischen Status quo in der Diözese Würzburg zu ziehen.

      Zwei große Bereiche kristallisierten sich hierbei heraus: Zum einen Veränderungen der Liturgie, die durch äußere Einflüsse bestimmt waren. Insbesondere die Einwirkungen des Krieges und der Nachkriegszeit auf die Liturgie waren hierbei bedeutend. Zum anderen die liturgische Erneuerungsbewegung im Bistum Würzburg in der Nachkriegszeit, die von offizieller Seite initiiert worden war.

      Die Verlebendigung des Gottesdienstes war ein Hauptanliegen der Liturgischen Bewegung, das im Bistum Würzburg allerdings nur zögerlich aufgegriffen wurde. Verharrte Bischof Ehrenfried noch in alten liturgischen Denkstrukturen, wie die Diözesansynode von 1931, das Dokument "Gottesdienstliche Angelegenheiten im Bistum Würzburg" von 1943 und die fehlende Rezeption der Enzyklika "Mediator Dei" 1947 belegen, befasste sich auch Bischof Döpfner anfänglich sehr zurückhaltend mit der liturgischen Erneuerung. So beinhaltete die Neuauflage des Ave Marias 1949 kaum neue liturgische Konzepte gegenüber der Ausgabe von 1931. Die Einrichtung einer diözesanen Liturgischen Kommission 1951 war sicherlich eine wichtige Maßnahme zur liturgischen Erneuerung in der Diözese Würzburg, doch war die Arbeitsleistung unzureichend. Zwar wurden in der Seelsorgsbeilage zur Gestaltung der Messe in der Pfarrgemeinde von 1951 wichtige Anliegen der liturgischen Erneuerung aufgegriffen. Allerdings waren die Vorschläge zur Verbesserung des Gottesdienstes im Bistum Würzburg eine Einzelmeinung und hatten daher keinen offiziell verbindlichen Charakter. Erst mit dem Dekret "Die liturgische Erneuerung der Pfarrgemeinde" in der Diözesansynode von 1954, das einen maßgeblichen Einfluss von Richard Schömig erkennen lässt, rückte man auch von Seiten der Bistumsleitung von den traditionellen liturgischen Positionen ab und begab sich auf neue liturgische Wege.

    (Dominic Lorenz)

    • Liturgiereform zwischen Kontinuität und Bruch. Versuch der Herausarbeitung einer liturgietheologischen Hermeneutik aus der Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils.

      Die Diplomarbeit nimmt aktuelle Fragestellungen bezüglich des angemessenen hermeneutischen Zugangs zur Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ (SC) des Zweiten Vatikanums sowie der theologischen Bedeutung der historischen Liturgieentwicklung zum Ausgangspunkt. Anliegen dabei ist es, nicht von außen her Kriterien an das Konzilsdokument anzulegen, sondern aus dem Dokument selbst Kriterien für die Hermeneutik liturgischer Reform und für den Umgang mit historischer Veränderung zu gewinnen.

      Die Untersuchung zeigt, dass theologische Kriterien nötig sind, um qualifiziert die Entwicklung von Liturgie bewerten und gestalten zu können. Vor allem die heute erneut virulent gewordene Forderung nach liturgischer Kontinuität, die bisweilen eher oberflächlich der nachvatikanischen Liturgiereform entgegengestellt wird, bedarf einer liturgietheologisch fundierten Hermeneutik, die durch historische Arbeit alleine nicht zu gewinnen ist. Die Grundlage hierfür ist vielmehr in der zentralen Liturgietheologie der Konstitution SC zu finden, in der Theologie der Liturgie als Feier des Pascha-Mysteriums. Diese Theologie wird in der Konstitution zur Grundlage gemacht, aus der sich konkretere Reformanliegen ableiten und begründen lassen, etwa die Feier der Liturgie in der Volkssprache, die angemessene Beteiligung der Getauften an der liturgischen Feier oder die Stärkung der biblischen Verkündigung in der Liturgie.

      Anhand der Allgemeinen Einführung in das Römische Messbuch (1970) und der Grundordnung des Römischen Messbuchs (2000) wird aufgezeigt, dass die nachvatikanische Reform die erneuerte Theologie übernimmt und anwendet. Damit legitimiert sich die erneuerte Liturgie durch SC und ist auch durch eine entsprechende Hermeneutik zu erschließen.

      Für die Frage nach der Kontinuität bedeutet das: SC will die primär in der Liturgie gefeierte Wirklichkeit des Pascha-Mysteriums als durch alle Entwicklungen hindurch notwendige Kontinuität herausstellen und ordnet sie sekundären Traditionen vor. Daher werden gewissen Diskontinuitäten bzw. Brüche hingenommen, sofern sie der Förderung oder Wiederherstellung der eigentlichen Kontinuität der in der Liturgie gefeierten Wirklichkeit dienen. Diskontinuität bzw. Bruch ist somit nicht grundsätzlich Gegenprinzip zur Kontinuität, sondern kann sogar notwendiges Werkzeug dafür sein und soll das sein, entsprechend den Vorgaben in SC.

    (Simon Schrott)

     

    • Mysterium paschale - Zur Genese des Begriffs im Werk von Odo Casel

      Spätestens mit der Liturgiekonstitution "Sacrosanctum Concilium" des Zweiten Vatikanischen Konzils ist "Pascha-Mysterium" zum Grundbegriff der liturgischen Feier schlechthin geworden. Als ein entscheidender Wegbereiter für diesen Schritt gilt der Benediktinerpater Odo Casel und die von ihm grundgelegte Mysterientheologie.

      Die Arbeit wird zunächst Casel in den theologischen Zusammenhang des beginnenden 20. Jahrhunderts stellen. Anschließend soll der Begriff des Pascha-Mysterium, wie Odo Casel ihn verstanden hat, entfaltet und unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden. Zum Schluss der Arbeit wird nach der Rezeption Casels bis zum Text der Liturgiekonstitution gefragt und versucht, durch die gewonnenen Einsichten (neue) Perspektiven aufzuzeigen.

    (Andreas Kneitz)