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    Lehrstuhl für Altes Testament und biblisch-orientalische Sprachen

    Understanding Jesus means understanding Judaism

    07/18/2022

    Neue Perspektiven für biblische Exegese sowie den jüdisch-christlichen Dialog: Gastvortrag der amerikan. Bibelwissenschaftlerin Prof. Dr. Amy-Jill Levine, Co-Autorin von The Jewish annotated New Testament, zur Veröffentlichung der deutschen Übersetzung „Das Neue Testament jüdisch erklärt“

    Bild von links: Prof. Dr. Wolfgang Kraus, Prof. Dr. Barbara Schmitz, Prof. Dr. Amy-Jill Levine, Jan Raithel, Dr. Axel Töllner

    Rund 70 Interessierte besuchten am Mittwoch, den 13.07.22, in der Würzburger Neubaukirche den Vortrag von Prof. Dr. Amy-Jill Levine. Als Jüdin lehrt sie New Testament Studies an der Vanderbilt University Divinity School (Nashville, Tennessee). Aufgewachsen in einem christlich geprägten Umfeld, kennt sie antisemitische Äußerungen und gute Begegnungen mit dem Neuen Testament, aber auch schmerzhafte, wo die Texte des Neuen Testaments antijüdisch ausgelegt werden.

    Besonderes Anliegen von „Das Neue Testament jüdisch erklärt“ sei es darum, einer „verzerrten Botschaft“ etwas entgegenzusetzen, die so auslegt, als hätte Jesus gegen jüdische Traditionen oder Gesetze gepredigt. Jedoch sei Jesus als Jude in seiner jüdischen Umwelt zu lokalisieren. Er habe sich wie ein Jude gekleidet, wie ein Jude gegessen, jüdische Gebote hochgeachtet und über ihr Verständnis diskutiert. Mit dem Gebot der Nächsten- und Gottesliebe stehe er in der jüdischen Tradition der Tora.

    Der Band „Das Neue Testament jüdisch erklärt“ möchte insgesamt zum besseren Verständnis neutestamentlicher Texte und des Judentums des 1. Jahrhunderts beitragen. Dies helfe nicht nur, Jesus zu verstehen, „sondern auch, wie aus diesen Erkenntnissen eine frohe Botschaft erwächst – sowohl für Christinnen und Christen als auch für Jüdinnen und Juden.“ Damit will die Publikation auch die jüdisch-christlichen Beziehungen stärken, indem sich beide Seiten über den Juden Jesus näherkommen, den eigenen Glauben tiefer ergründen aber auch der jeweils anderen Seite mit größerer Wertschätzung und Offenheit begegnen.

    Bei der Veranstaltung waren ebenfalls die Theologen Prof. Dr. Wolfgang Kraus und Dr. Axel Töllner anwesend, Mitherausgeber der dt. Übersetzung „Das Neue Testament jüdisch erklärt“.

    Gastgeberin Prof. Dr. Barbara Schmitz, Lehrstuhl für Altes Testament an der Universität Würzburg, verwies in ihrem Grußwort auf den geschichtsträchtigen Veranstaltungsort: In der Neubaukirche – kein Sakralgebäude mehr, sondern Veranstaltungsraum ­– ist das Herz des Fürstbischofs Julius Echter (1545-1617) bestattet. Neben wohltätigen Initiativen hat Fürstbischof Echter aber auch gewaltsamen Maßnahmen gegen protestantische und jüdische Menschen ergriffen. Dass die Veranstaltung nach reiflicher Überlegung dennoch an diesem Ort stattfinde, setze damit auch ein deutliches Zeichen gegen antisemitische Worte und Taten.

    Mit der englischen Erstausgabe von „The Jewish annotated New Testament“ wurde erstmals eine vollständige Kommentierung des Neuen Testaments durch über 80 jüdische Gelehrte vorgelegt. Das Werk zeigt eindrucksvoll die Verankerung des christlichen Glaubens im Judentum. Neben der Kommentierung sind zusätzliche 50 Aufsätze enthalten, die die Verbindung zwischen Neuem Testament und Judentum aufschlüsseln.

     

     

     

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