Stellenausschreibung


Leiterin / Leiter einer Nachwuchsgruppe

Zur Stärkung exzellenter Forschung bietet die JMU Nachwuchswissenschaftler/-innen mit der Einrichtung des Nachwuchsgruppenprogramms "Exzellente Ideen" in allen Fakultäten eine wissenschaftliche Karriereförderung, eingebunden in eine leistungsstarke Umgebung. Die JMU fördert zunächst bis zu 5 Jahre im gesamten universitären Spektrum insgesamt 13 Nachwuchsgruppen. Zur Verstärkung der Forschungsleistung wurden in allen Fakultäten zukunftsweisende Themengebiete identifiziert.

 

Die Nachwuchsgruppe der Kath.-Theol. Fakultät soll sich mit einem der beiden folgenden Themengebiete befassen:

  • Reflexionen und Umgang mit Emotionen und Emotionalität in den Religionen
    Reflections on and the handling of emotions and emotionality in religions

oder

  • Religiöse Kompetenz angesichts zunehmender religiös inspirierter Konflikte
    Religious competence in the context of increasing religiously inspired conflicts

Sie sind ein/e international erfahrene/r Nachwuchswissenschaftler/-in und haben sich als Postdoc in einem der genannten Themenfelder international sichtbar entwickelt und möchten dieses nun gerne in eigener Verantwortung im Rahmen einer Nachwuchsgruppe mit hoher Dynamik vertiefen?

Bewerben Sie sich als Leiter/-in der Nachwuchsgruppe.

Sie bringen Ihr eigenes innovatives Forschungskonzept zu einem der genannten Felder mit. Bitte formulieren Sie dazu Ausgangslage, Forschungsprogrammatik und Meilensteine verbunden mit einem Begleitschreiben und Ihrem C. V. inkl. Publikationsliste.

 

Beschreibung der Themengebiete

Reflexionen und Umgang mit Emotionen und Emotionalität in den Religionen

Das Bewusstsein für Emotionen in religiösen Kontexten ist in den letzten Jahren in den Fokus der interdisziplinären theologischen Forschung gerückt. Einher geht damit sowohl eine zu beobachtende Bedeutungszunahme von Emotionen für eigene Identitätskonzepte als auch die verstärkte Inszenierung von Emotionalität im öffentlichem Raum. In ihren gegenwärtigen wie historischen Dimensionen sind theologische Konzepte und religiöse Performanz zutiefst imprägniert von Emotionen, die in ihrer Bedeutung von einer kognitiv orientierten Theologie lange unterschätzt worden sind. Dies betrifft sowohl die Beschreibung und Zuschreibung ihrer Ausdrucksformen und Wahrnehmungsmuster, als auch ihre kulturelle Codierung, ihr religiöses Mobilisierungspotenzial und ihre machtpolitische Funktionalisierung. Aufgabe der Nachwuchsgruppe wird sein, ein Forschungsprogramm für die Reflexion und den Umgang mit Emotionen in religiösen Kontexten zu entwerfen und durchzuführen.

 

Religiöse Kompetenz angesichts zunehmender religiös inspirierter Konflikte

Zahlreiche Konflikte in und zwischen Gesellschaften am Beginn des 21. Jahrhunderts beziehen sich explizit und implizit auf Religionen und religiöse Unterschiede. Diese Konflikte sind politisch und kulturell von Bedeutung, weil sie die Frage nach der Legitimität und der Reichweite von Pluralität in modernen Gesellschaften aufrufen und geeignet sind, die soziale Kohäsion zu gefährden. Sie stellen ebenso eine theoretische und praktische Herausforderung für die Theologie im engeren und die Religionswissenschaft im weiteren Sinne dar, weil durch diese Konflikte das das Verständnis von Religion im Kontext einer modernen pluralistischen Gesellschaft insgesamt zur Debatte steht, weil sie Konsequenzen haben für das Verhältnis sowie den Austausch zwischen den Religionen und deren Mitgliedern sowie für die Begegnung zwischen Religionen und nicht-religiösen bzw. säkularen Weltdeutungen.

Auch wenn die religiösen Konfliktbezüge nicht immer authentisch sind und teilweise ökonomische bzw. politische Motive kaschieren, so ist es für den Einzelnen, für soziale Gruppen, für Religionen und ihre Theologien sowie für die Gesellschaft insgesamt notwendig, handlungsrelevante Kompetenzen für den Umgang mit diesen Konflikten und ihren religiösen Bezügen zu entwickeln. Dazu zählen die Kompetenzen des Erkennens, Bewertens und der Deutung religiöser Aussagen, ebenso Kompetenzen des kritischen Dialogs und der Verständigung bei unaufhebbarer Differenz, sowie Kompetenzen der Selbstreflexion und der Ambiguitätstoleranz.

Es ist Aufgabe der Forschung, das Phänomen religiös inspirierter Konflikte zu untersuchen, ihre Ursachen offen zu legen und Kriterien für die Urteilsbildung und das Handeln zu entwickeln.

 

Beschreibung der Themengebiete zum Download

 

Weitere Informationen

Internetportal der JMU zum Nachwuchsgruppenprogramm

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20.04.2017, 14:50 Uhr