Ralf Rothmann erhält den „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“ 2014

  

Rothmann steht mit verschränkten Armen neben einem Baum.

Der Schriftsteller Ralf Rothmann, Träger des Kunst- und Kulturpreises der Deutschen Katholiken 2014. © Franka Bruns, Suhrkamp Verlag

 

„Zeitgenössische Literatur ist für Kirche und Theologie von unschätzbarem Wert“

Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben am Abend des 5. Dezember 2014 den „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“ an den Schriftsteller Ralf Rothmann verliehen. Bei der Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Preises in München mit rund 700 Gästen aus Kirche, Politik und Medien würdigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, den Preisträger Rothmann, der „in seinen Büchern den Blick für die Würde und Verletzlichkeit, die Sehnsüchte und Beschwernisse des Menschen in seiner Alltäglichkeit öffnet. Für Rothmann hat jeder Mensch eine Geschichte und ein Geheimnis, auch die Menschen, die man leicht übersieht, vielleicht auch übersehen will. Das darf man einen durchaus christlichen Blick nennen“. Ralf Rothmanns literarische Erkundungsgänge führten zum „wahrhaft Menschlichen“ dieser Welt. „Sie erinnern mich an Bilder von Pieter Bruegel dem Älteren. Es lohnt sich, hinzuschauen und zu lesen.“

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Preisverleihung 2014

Würdigung durch die Jury

Die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Detering, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Göttingen, würdigt Rothmanns literarische Werke: Die „Anti-Helden Rothmanns“ ließen sich „in ihrer stillen Authentizität nicht verbiegen; sie bleiben sich und ihrer Sehnsucht nach Lebensfülle treu, einer Sehnsucht, die man getrost metaphysisch nennen darf“, so die Jury. „Wer Rothmanns Bücher liest, wird gewahr, dass Rothmanns System-Transzendenz einen (…) religiösen Subtext hat. Denn es ist der – manchmal verzweifelte – Glaube an das Absolute, an den Lebenssinn, an die verwandelnde Kraft von Werten, an die Heilung durch Vergebung, kurz: an die geläuterte Liebe, der Rothmanns Protagonisten am Leben hält“, betont die Jury. Ästhetisch überzeuge Rothmann durch souveräne Tektonik, meisterhafte Porträtkunst, subtiles Spiel mit literarischen Genres vom Psalm bis zum Bildungsroman und einer beinahe „filmischen“ Ausdruckskraft atmosphärischer Bilder. Sprachliche Meisterstücke ganz eigener Art seien die vielen Passagen in der Sprache der „kleinen Leute“ und der urbanen Subkulturen: „Unter deren ruppiger semantischer Oberfläche lässt Rothmann einen Kosmos des Humors, der lebensweltlichen Weisheit und der Liebe zum Leben entstehen.“

Der „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“ ist die höchste Auszeichnung der katholischen Kirche im Bereich Kultur. Mit dieser Stiftung leisten die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken einen Beitrag zur Förderung der Begegnung von Kirche und moderner Kultur. Der Kunst- und Kulturpreis wird seit 1990 alle zwei bis vier Jahre abwechselnd in den Bereichen Literatur, Architektur, Musik, Film, Bildende Kunst und Theater verliehen; 2014 erfolgt die achte Vergabe. Unter den bisherigen Preisträgern waren Gerhard Richter (2004), Tankred Dorst und Ursula Ehler-Dorst (2008) und Peter Zumthor (2011).

 

Die Jurymitglieder 2014

Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Detering (Vorsitz),
Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Göttingen

Prof. Dr. Erich Garhammer,
Professor für Theologie an der Universität Würzburg mit Forschungsschwerpunkt Theologie und Literatur

Prof. Monika Grütters MdB,
Staatsministerin für Kultur und Medien

Richard Kämmerlings,
leitendender Feuilletonredakteur bei DIE WELT

Prof. Dr. Birgit Lermen,
Professorin em. für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Köln

Prof. DDr. Thomas Sternberg MdL,
Direktor der Katholisch-Sozialen Akademie Franz Hitze Haus in Münster sowie Honorarprofessor für Kunst und Liturgie an der Universität Münster

Hermann Wallmann,
Literaturkritiker, künstlerischer Leiter des Lyrikertreffens Münster und Vorsitzender des Literaturvereins Münster

 

 

 

Der Schriftsteller Ortheil liest vor 500 Besuchern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Dreieinigkeitskirche in Regensburg war voll besetzt bei der Lesung von Hanns-Josef Ortheil. Er las aus seinen neuen Büchern „Die Berlinreise“ und „Blauer Weg“.

Weitere Details und die Einführung von Prof. Dr. Erich Garhammer finden Sie Initiates file downloadhier.

Hier finden Sie den Initiates file downloadPressebericht.

 

 

Homiletikausbildung am Lehrstuhl der Pastoraltheologie geht neue Wege

Immer öfter werden von Theologen und Theologinnen Statements in den Medien nachgefragt.
Hier gilt es schon während des Studiums mediale Präsenz und Professionalität zu erwerben.

Der Kurs "Gott zur Sprache bringen. Homiletik & Glaubenskommunikation" mit Prof. Dr. Erich Garhammer reagiert darauf und hat sich ganz neu ausgerichtet. Neben Körperübungen und Raumwahrnehmung geht es um kreative Textarbeit und der Inszenierung dieser Texte in unterschiedlichen Medien.

In diesem Semester haben die Studierenden einen Text zum Thema "Advent" vorbereitet und erhalten ein professionelles Coaching im Lokalfernsehen (Bernadette Schrama) und im Hörfunk (Petra Langer).

Ein Coaching im Studio für kath. Fernseharbeit in Frankfurt durch Ulrich Fischer rundet den Kurs ab.
Der erste Versuch heute im Fernsehstudio war äußerst erfolgversprechend und verheißungsvoll.

Hier die Bilder: Initiates file downloadBild 1, Initiates file downloadBild 2, Initiates file downloadBild 3, Initiates file downloadBild 4, Initiates file downloadBild 5, Initiates file downloadBild 6

 

 

Ralf Rothmann erhält den „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“ Prof. Dr. Erich Garhammer war in der Jury

Bonn/München, 20. Oktober 2014. Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken verleihen den „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“ an den Schriftsteller Ralf Rothmann. Bei einer feierlichen Preisverleihung in München am 5. Dezember 2014 übergeben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, den mit 25.000 Euro dotierten Preis für herausragende künstlerische und kulturelle Leistungen. Die Laudatio hält die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters MdB.
 
Die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Detering, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Göttingen, würdigt Rothmanns literarische Werke: Die „Anti-Helden Rothmanns“ ließen sich „in ihrer stillen Authentizität nicht verbiegen; sie bleiben sich und ihrer Sehnsucht nach Lebensfülle treu, einer Sehnsucht, die man getrost metaphysisch nennen darf“, so die Jury. „Wer Rothmanns Bücher liest, wird gewahr, dass Rothmanns System-Transzendenz einen (…) religiösen Subtext hat. Denn es ist der – manchmal verzweifelte – Glaube an das Absolute, an den Lebenssinn, an die verwandelnde Kraft von Werten, an die Heilung durch Vergebung, kurz: an die geläuterte Liebe, der Rothmanns Protagonisten am Leben hält“, betont die Jury. Ästhetisch überzeuge Rothmann durch souveräne Tektonik, meisterhafte Porträtkunst, subtiles Spiel mit literarischen Genres vom Psalm bis zum Bildungsroman und einer beinahe „filmischen“ Ausdruckskraft atmosphärischer Bilder. Sprachliche Meisterstücke ganz eigener Art seien die vielen Passagen in der Sprache der „kleinen Leute“ und der urbanen Subkulturen: „Unter deren ruppiger semantischer Oberfläche lässt Rothmann einen Kosmos des Humors, der lebensweltlichen Weisheit und der Liebe zum Leben entstehen.“
 
Der „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“ ist die höchste Auszeichnung der katholischen Kirche im Bereich Kultur. Mit dieser Stiftung leisten die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken einen Beitrag zur Förderung der Begegnung von Kirche und moderner Kultur. Der Kunst- und Kulturpreis wird seit 1990 alle zwei bis vier Jahre abwechselnd in den Bereichen Literatur, Architektur, Musik, Film, Bildende Kunst und Theater verliehen; 2014 erfolgt die achte Vergabe. Unter den bisherigen Preisträgern waren Gerhard Richter (2004), Tankred Dorst und Ursula Ehler-Dorst (2008) und Peter Zumthor (2011).
 
Die Jury: Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Detering (Vorsitz), Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Göttingen; Prof. Dr. Erich Garhammer, Professor für Theologie an der Universität Würzburg mit Forschungsschwerpunkt Theologie und Literatur; Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien; Richard Kämmerlings, leitendender Feuilletonredakteur bei DIE WELT; Prof. Dr. Birgit Lermen, Professorin em. für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Köln; Prof. DDr. Thomas Sternberg MdL, Direktor der Katholisch-Sozialen Akademie Franz Hitze Haus in Münster sowie Honorarprofessor für Kunst und Liturgie an der Universität Münster; Hermann Wallmann, Literaturkritiker, künstlerischer Leiter des Lyrikertreffens Münster und Vorsitzender des Literaturvereins Münster. (ps)

 

Der Kunst- und Kulturpreis

Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken verleihen im Turnus von zwei bis vier Jahren den mit 25.000 Euro dotierten „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“ für herausragende künstlerische und kulturelle Leistungen. Mit dieser Stiftung leisten sie einen Beitrag zur Förderung der Begegnung von Kirche und moderner Kultur.

Sie verfolgen damit die Absicht, das kulturelle Bewusstsein in der Kirche zu schärfen und die religiöse Dimension in der pluralistischen Kultur der Gegenwart zu stärken. Der Preis wird durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und den Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gemeinsam verliehen und ist die höchste Auszeichnung des katholischen Kultursektors. Der Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken wurde bislang in den Sparten Literatur (Andrzej Szczypiorski 1990), Architektur (Karl-Josef Schattner 1994), Musik (Petr Eben 1998), Film (Theo Angelopoulos 2001), Bildende Kunst (Gerhard Richter 2004) und Drama (Tankred Dorst und Ursula Ehler-Dorst 2008) vergeben. 2011 erfolgte die Preisvergabe erneut in der Sparte Architektur (Peter Zumthor). 2014 wird der Preis ein weiteres Mal in der Sparte Literatur (Ralf Rothmann) vergeben.

 

 

Reiner Kunze: Instandsetzung des Morgens

Einladung zur Lesung von Reiner Kunze am So, 26. Oktober 2014, 20.00 Uhr in der Katholische Hochschulgemeinde, Hofstallstraße 4, Würzburg.

Den Flyer finden Sie Initiates file downloadhier.

 

 

Gott, Gewalt und die Gegenmittel der Vernunft

Einladung des Würzburger Hochschulkreises der Kath. Akademie in Bayern unter Leitung von Prof. Dr. Erich Garhammer am Freitag, 24. Oktober 2014, 19.00 im Museum am Dom.

Nähere Informationen können Sie dem Initiates file downloadFlyer entnehmen.

 

 

Prof. Dr. Erich Garhammer referiert in Augsburg

"Du öffnest Bücher und sie öffnen Dich"

Einladung zum Diozesankurs der katholischen öffentlichen Büchereien der Diozese Augsburg von 10.-11- Oktober 2014.

Weitere Informationen können Sie dem Initiates file downloadFlyer entnehmen.

 

 

Literatur findet Stadt

Lesung mit Hanns-Josef Ortheil in Regensburg.
Prof. Dr. Erich Garhammer als Moderator.

Den Flyer finden Sie zum Download Initiates file downloadhier.

 

 

Prof. Garhammer referiert beim Thematischen Forum der Trierer Synode

Prof. Dr. Erich Garhammer, Professor für Pastoraltheologie an der Universität Würzburg hielt beim Thematischen Forum anlässlich der Synode im Bistum Trier zwei Workshops zum Thema:

Geschieden – Wiederverheiratet.

Plädoyer für eine lernende Kirche

Walter Kardinal Kasper spricht von einem vertikalen Schisma in der Kirche: Die Kirchenleitung weiß häufig nicht mehr, wie die Gläubigen heute wirklich leben, was ihre Freude und Hoffnung, was ihre Trauer und Ängste sind. In der Frage der geschiedenen Wiederverheirateten wird das beispielhaft manifest. Im Apostolischen Schreiben „Familiaris Consortio“ von 1981 wird betont: ließe man geschiedene Wiederverheiratete zur Eucharistie zu, würde dies bei den Gläubigen Verwirrung hervorrufen. Mittlerweile hat sich dieses Argument in sein Gegenteil verkehrt. Gerade die jetzige Praxis der Kirche ruft Unverständnis und Verwirrung hervor. Sie wird von den Gläubigen größtenteils nicht mehr akzeptiert.

In diesem Forum soll deutlich werden, welche Lösungen in dieser Frage (pastoral)theologisch schon heute möglich und welche Schritte noch nötig sind.

Initiates file downloadWeitere Informationen finden Sie auf dem Flyer

 

 

Brücken zwischen Poesie und Religion

Literatur im Fluss

"Wir haben wieder Gegenwartsautoren, die an Themen anschließen, die oft religiös und sogar theologisch umschwiegen werden", so die These von Erich Garhammer. Der Professor für Pastoraltheologie an der Universität Würzburg hat renommierte Gegenwartsautoren für die Anthologie: "Literatur im Fluss" gewinnen können. Die Autoren schreiben über Wunder und Wahrheit und das Evangelium, sie bauen "Brücken zwischen Poesie und Religion".

Für den Katholikentag in Regensburg organisierte Professor Garhammer ein umfangreiches Literaturprogramm. Er schrieb deutsche Gegenwartsautoren an, er bat sie um einen unveröffentlichten Text und lud sie nach Regensburg  auf ein Literaturschiff zur Lesung ein. "Wir wollten das Gespräch suchen, denn Autoren haben eine eigene Form der Wirklichkeitswahrnehmung und sie ermöglichen eine Vokabularerweiterung für unser Leben", so die Auffassung  von Garhammer. Er versprach den Autoren, dass es in erster Linie um Literatur gehen sollte: "Da wird nichts amputiert, was für die Kirche kritisch sein könnte".

"Die Basis der Poesie ist die Wahrheitsfrage", ist Garhammer überzeugt: "Hier wird sensibel von der Suche nach Wahrheit erzählt, und sie wird nicht mit Hammerschlägen in die Wand getrieben". In der Theologie werde die Wahrheitssuche manchmal zu holzschnittartig, zu wenig gegenwartssensibel, zu doktrinär betrieben. Obwohl die modernen Autoren keine Bekenntnisautoren seien, finden sich in den persönlichen Texten auch Glaubenszeugnisse. So erzählt Andreas Maier in "Flaschenpost Evangelium", warum das Matthäus-Evangelium zu einem zentralen Text für sein Schreiben geworden ist. Sibylle Lewitscharoff schreibt über den Erzengel Michael, Arnold Stadler über den Psalm 90 oder Petra Morsbach über Gleichnisse.

Ein Interview mit Prof. Garhammer und die Vorstellung des Buches finden sich auf folgendem Link:
http://www.domradio.de/radio/sendungen/autorengespraech/bruecken-zwischen-poesie-und-religion