Vorlesung

Kirchengeschichte II: Von Konstanz nach Trient. Reformkonzilien, Gegenreformation und Katholische Reform

Zeit: Montag, 08:15 bis 10:00
Ort:Neue Uni - Hörsaal 318
Beginn: 18.10.2010
Zielgruppe: Diplom, Lehramt, interessierte Hörer aller Fakultäten

Inhalt: Die "Reformationen" (Plural!) des 16. Jahrhunderts gehören zu jenem kirchenhistorischen "Fundamentalvorgang", der das kirchliche (und gesellschaftliche) Leben bis heute nachhaltig beeinflusst. Die Frage nach den Faktoren des Entstehens soll in den weit gespannten Kontext spätmittelalterlicher Frömmigkeit ("kirchenfrömmstes Zeitalter überhaupt") und gescheiterter Reformansätze des 15. Jahrhunderts (konziliare Ideen) eingeordnet werden. Pluriform und vielschichtig waren auch die Wirkungen des "reformatorischen Systembruchs" und die Reaktionsformen der "alten" Kirche.

Literatur: Jan Huizinga, Herbst des Mittelalters. Studien über Lebens- und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden, Stuttgart 122006; Raimund Kottje/Bernd Möller (Hg.), Ökumenische Kirchengeschichte II, Mainz 51993; Wolfgang Reinhard, Reichsreform und Reformation 1495–1555, Stuttgart 102001; Heinrich Lutz, Reformation und Gegenreformation (OGG 10), München 52002; Dieter J. Weiß, Katholische Reform und Gegenreformation, Darmstadt 2005.

Vorlesung

Historische Ekklesiologie

Zeit: Montag, 16:15 bis 18:00
Ort: Neue Uni - Hörsaal 318
Beginn: 18.10.2010
Zielgruppe: Lehramt modularisiert, Mag. Theol., Bachelor Nebenfach

Inhalt: Vorlesung über ausgewählte Grundfragen der Ekklesiologie in historischer Perspektive. Thematisiert werden u.a. Päpstlicher Primat und Konziliare Idee, das Verhältnis zwischen Ortskirche und Gesamtkirche, Fragen zur Diözesanleitung (Generalvikariat, Domkapitel, Diözesansynoden) sowie die Rolle der Laien.

Literatur: Spezielle Literatur wird in der Vorlesung bekannt gegeben.

Anmeldung erforderlich (über SB@Home)

Vorlesung

Kirche im Mittelalter und in der Reformationszeit.

Zeit: Montag, 10:15 bis 11:00
Ort: Neue Uni - Hörsaal 318
Beginn: 18.10.2010
Zielgruppe: MA (M2-2) - für Magister Theologiae; 01-KG-KMA-1V - für alle Lehrämter im Kirchengeschichtlichen Basismodul; Bachelor-Nebenfach

Inhalt: Einführungsvorlesung über die Grundlinien der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kirchengeschichte: „Inkulturation“ der christlichen Botschaft in die pagane Lebenswelt; Ausbildung organisatorischer Strukturen; Verhältnis von geistlicher und weltlicher Gewalt; Entwicklung des Papsttums; Reformation und Konzil von Trient.

Literatur: Arnold Angenendt, Das Frühmittelalter. Die abendländische Christenheit von 400 bis 900, Stuttgart (2. Aufl.) 1995; Isnard W. Frank, Kirchengeschichte des Mittelalters (Leitfaden Theologie 14), Düsseldorf (4. Aufl.) 1997; Klaus Schatz, Allgemeine Konzilien – Brennpunkte der Kirchengeschichte (UTB 1976), Paderborn u.a. 1997; Wolfgang Reinhard, Reichsreform und Reformation 1495–1555, Stuttgart (10. Aufl.) 2001; Heinrich Lutz, Reformation und Gegenreformation (OGG 10), München (5. Aufl.) 2002.

Anmeldung erforderlich (über SB@Home)

Hauptseminar

Kirche im Nationalsozialismus am Beispiel des Rottenburger Bischofs Joannes Baptista Sproll.

 

Zeit: Dienstag, 08:15 bis 09:45
Ort: Neue Uni - Raum 305
Beginn: 19.10.2010
Zielgruppe: Diplom, Magister Theologiae (01-M24-2S2), alle Lehrämter,Bachelor-Nebenfach, Interessierte

Inhalt:

Joannes Baptista Sproll (1870-1949) war der einzige Bischof, der im Dritten Reich verfolgt und schließlich des Landes verwiesen wurde. Seine freimütigen Predigten auf Bischofs- und Jugendtagen brachten Tausende auf die Straße, bei den nationalsozialistischen Machthabern waren seine klaren Worte gefürchtet. 1937 beantragte der Reichsjustizminister unter Berufung auf das „Heimtückegesetz“ ein Ermittlungsverfahren gegen Sproll. Als dieser 1938 der Volksabstimmung über den Anschluss Österreichs – die Abstimmung war gekoppelt an die Zustimmung zur Regierung Hitler – demonstrativ fernblieb, organisierten die Machthaber eine Serie gewalttätiger Demonstrationen gegen den „Volksverräter“, „schwarzen Quertreiber“ und „vaterlandslosen Gesellen“. Die Eskalationen fanden im erzwungenen Abtransport Sprolls ihr vorläufiges Ende. Erst 1945 konnte der Bischof in sein Bistum zurückkehren.

Das „Exempel Sproll“ führte im württembergischen Katholizismus zwar zu einer starken Solidarisierungsbewegung gegen den Nationalsozialismus, verhinderte möglicherweise aber einen breiteren Protest der deutschen Bischöfe. Sein „Fall“ wirft im Blick auf die kirchliche Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus unbequeme Fragen auf, die durch die aktuellen Bestrebungen, eine päpstliche „Seligsprechung“ Sprolls zu erreichen, nicht beantwortet werden.

Scheinerwerb: Kontinuierliche Mitarbeit, Referat, Hausarbeit

Anmeldung per Mail

Oberseminar

Vorstellung von Zulassungsarbeiten, Diplomarbeiten sowie Dissertationsprojekten

Zeit: Blockveranstaltung nach Vereinbarung
Zielgruppe: Studierende, die an einer Staatsexamensarbeit, einer Diplomarbeit oder einer Dissertation im Fach Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit arbeiten; Doktoranden der Graduiertenschule (bei einem Thema mit kirchenhistorischem Bezug)

Inhalt: Das Oberseminar dient der Begleitung und Diskussion der aktuell im Entstehen begriffenen Arbeiten. Besprochen werden auch Methoden, Struktur und praktische Arbeitsschritte.

persönliche Anmeldung beim Dozenten erforderlich

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2010/11

bei wiss. Mitarbeiterin Dr. Maria Cristina Giacomin

Seminar

Der Kulturkampf

Zeit: Donnerstag, 10:00 bis 11:30
Ort: Neue Uni - Raum 305
Beginn: 21.10.2010
Zielgruppe: Lehramt; Diplom; Interessierte

Inhalt:  Mit den ersten Kampfmaßnahmen 1871/1872 begann Bismarcks „Präventivkrieg“ gegen Katholizismus und Kirche im Deutschen Reich. Im Seminar wird nach Voraussetzungen, Motiven und Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen dieses Kampfes gefragt. Zugleich sollen die gängigen Interpretationen des Konflikts diskutiert und hinterfragt werden: Ging es um einen epochenübergreifenden Herrschaftsanspruch der Kirche über den Staat oder wollte der Staat die Kirche unter seinen Einfluss stellen? War der Kulturkampf ein spezifisch deutsches oder ein europäisches Phänomen? Inwiefern lässt sich der Kulturkampf als „Modernisierungskrise“ lesen?

Scheinerwerb: Kontinuierliche Mitarbeit, Referat, Hausarbeit

Literatur: Urs Altermatt, Der Kulturkampf als Modernisierungskrise, in: Ders., Katholizismus und Moderne. Zur Sozial- und Mentalitätsgeschichte der Schweizer Katholiken im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1989, 224-236; Gerhard Besier, Art. Kulturkampf, in: TRE 20 (1990), 209-230; Ders., Der Kulturkampf als europäisches Phänomen? Zur Relativierung einer Kulturkampfhistoriographie aus katholischer Sicht, in: MEKGR 37/38 (1988/89), 515-527; Rudolf Morsey, Der Kulturkampf. Bismarcks Präventivkrieg gegen das Zentrum und die katholische Kirche, in: Manfred Weitlauff (Hg.), Kirche im 19. Jahrhundert, Regensburg 1998, 163-185; Winfried Becker, Der Kulturkampf als europäisches und als deutsches Phänomen, in: HJ 101 (1981), 422-446.

Anmeldung per Mail oder in der Sprechstunde der Dozentin

Übung

Lektürekurs zum Seminar

Zeit: Donnerstag, 12:00 bis 12:45
Ort: Neuee Uni - Raum 305
Beginn: 21.10.2010
Zielgruppe: Lehramt; Diplom; Interessierte

Inhalt: Ziel der Übung ist es, die im Seminar behandelten Themen durch gemeinsame Lektüre und Diskussion der Quellen zu erweitern und zu vertiefen.

 

Anmeldung per Mail oder in der Sprechstunde der Dozentin

Übung

Deutsche Schrift in Quellen des 19. und 20. Jahrhunderts.

Zeit: Donnerstag, 15:15 bis 17:00
Ort: Neue Uni - Raum 305
Beginn: 21.10.2010
Zielgruppe: Lehramt; Diplom; Doktoranden der Graduiertenschule; Interessierte

Inhalt: Ziel der Übung ist es, mit der deutschen Kurrentschrift des 19. und 20. Jahrhunderts vertraut zu machen und somit die Arbeit mit Archivalien zu erleichtern.

Anmeldung per Mail oder in der Sprechstunde der Dozentin