1. Biographische Skizze

Herman Schell (geboren am 28.02.1850 in Freiburg im Breisgau; gestorben am 31.05.1906 in Würzburg) war ein katholischer Theologe und Philosoph.

 

2. Das Herman-Schell-Institut

Das Herman-Schell-Institut ist eine 1971 gegründete wissenschaftliche Einrichtung, die der Erforschung des philosophischen und theologischen Werkes seines Namensgebers dient. Neben der Schell-Forschung (Hasenfuß, Scheele) wurden am Institut zeitweise auch die hermeneutische (Biser) und die Calvin-Forschung (Ganoczy) gepflegt, die dem Institut internationale Kontakte ermöglichte. 

Herman Schell (1850-1906)

3. Projekte

Im Jahr 2000 fand in Zusammenarbeit mit der Universität und der Diözese Würzburg eine großangelegte Veranstaltungsreihe zum 150. Geburtstag Herman Schells statt. Aus ihr ging die folgende Publikation hervor:

Otmar Meuffels/Rainer Dvorak (Hrsg.), Wahrheit Gottes - Freiheit des Denkens. Herman Schell als Impulsgeber für Theologie und Kirche. Gedenkschrift anläßlich seines 150. Geburtstages (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg 57), Würzburg: Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, 2001. [ISBN 3-87717-061-7]

 

Aus dem Vorwort der Herausgeber:

Wer sich der Wahrheit Gottes verpflichtet weiß, gerät in die Freiheit eines theologischen Denkens, das in die Weite weist und tief in die Welt blickt. Ohne die Verpflichtung auf die Wahrheit Gottes verspielt die Theologie diese Freiheit des Denkens, die ihrerseits das von der Kirche vertretene Evangelium davor bewahrt, zu einer wirklichkeitsfernen Doktrin zu verkommen. Identität und Relevanz, Orthodoxie und aggiornamento, Dogmatik und Apologetik sind in solcher Theologie keine Alternativen.
Der Würzburger Theologe Herman Schell hat im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert eine Theologie konzipiert, die gerade wegen ihrer Selbstverpflichtung auf die Wahrheit Gottes die Freiheit besaß, die Versöhnung mit dem modern gewordenen Denken seiner Zeitgenossen zu suchen. Sein Wahrheitswille kam erst an den Herausforderungen seiner Zeit zum Ziel. Schells Theologie erntete deshalb vehemente Zustimmung wie leidenschaftliche Ablehnung, von denen letztere in Gestalt der Indizierung seiner Schriften eine wirkungsgeschichtliche Blockade ersten Ranges darstellte. Erst die in den fünfziger Jahren einsetzenden Rehabilitierungsmaßnahmen und Rezeptionsprozesse vermochten den Blick auf zukunftsträchtige Wegweisungen seiner Theologie zu lenken.
Die Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, ihre Katholisch-Theologische Fakultät sowie die Diözese Würzburg haben den 150. Geburtstag Herman Schells, der am 28. Februar 1850 in Freiburg im Breisgau geboren wurde, mit einer breitangelegten Veranstaltungsreihe gefeiert. Sie stand unter dem Motto, das Herman Schell als Rector Magnificus 1896 über dem Portal der Neuen Universität am Sanderring anbringen ließ und das seine Existenz als Theologe und Wissenschaftler wie nichts sonst charakterisiert: Veritati. Die Veranstaltungen dieses Jubiläumsjahres 2000 - ein Festakt von Universität und Katholisch-Theologischer Fakultät am 10. Februar, ein Symposium der Katholischen Akademie Domschule und der Katholisch-Theologischen Fakultät an den beiden folgenden Tagen, ein Gedenkgottesdienst am 28. Februar, dem 150. Geburtstag, sowie eine Vorlesungsreihe an der Katholisch-Theologischen Fakultät im Sommersemester - galten nicht nur der Rückschau auf Leben und Werk Herman Schells, sondern unter dem Eindruck des zu Ende gehenden Milleniums auch den Impulsen, die seine Theologie für das dritte Jahrtausend bereithält. Daß sie weder bloß wiederholt noch einfach in das Museum der Theologiegeschichte verabschiedet werden kann, war dabei von allen Beteiligten vorausgesetzt.
Dieser Band versammelt sämtliche Vorträge, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Schell-Jubiläum 2000 gehalten wurden. Sie gruppieren sich nach den eigentlichen Festvorträgen in sachlicher Hinsicht um historische, fundamentaltheologische, dogmatische und spirituelle Perspektiven und vermitteln so einen Eindruck von der Vieldimensionalität und Fruchtbarkeit des auch in quantitativer Hinsicht beeindruckenden Werkes Schells.

4. Materialien des Herman-Schell-Instituts

Das Herman-Schell-Institut hat umfangreiche Literatur von und über Herman Schell zusammengetragen, die der Forschung zugänglich sein soll. Nachfolgend sind alle Titel verzeichnet, die im Institut vorhanden bzw. über das Institut zugänglich sind. Interessierte haben nach Absprache Zugriff auf die angeführten Materialien. 

 

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