Austausch trotz unterschiedlicher Linien

Herzliche Atmosphäre und angeregter Austausch am Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaft: Dr. Graeme Smith, Gastgeber Prof. Droesser und Silke Amelang vom CSW-Lehrstuhl sowie Elizabeth Holmes (v.l.)

Beim Besuch im International Office (IO) der Universität: Katharina Gerth (IO), Prof. Droesser, Dr. Graeme Smith, Florian Evenbye (IO) und Elizabeth Holmes (v.l.) (Fotos: Veronica Pohl)

30.05.2012, 16:52 Uhr

Würzburger Katholisch-Theologische Fakultät und Universität Chichester starten Austauschprogramm - Start im Wintersemester

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Würzburg und die südenglische University of Chichester starten im kommenden Wintersemester ein Austauschprogramm für Studierende. Damit wird auch der Kontakt zur Church of England enger.

„Würzburg ist die ideale Studienstadt – unsere Studenten werden nicht mehr zurückkommen wollen“, ist sich Graeme Smith sicher. Der Theologe, der an der University of Chichester in West Sussex im Süden von England doziert, war mit seiner Kollegin Elizabeth Holmes am Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaft der Theologischen Fakultät zu Gast.

Dass sich die Dozenten beider Universitäten gegenseitig besuchen, ist nicht mehr ganz so neu: Seit 2011 existiert ein entsprechender Erasmus-Vertrag, der die „Dozentenmobilität“ möglich macht. Die ersten Studenten auf Bachelor- und Master-Ebene werden hingegen ab dem Wintersemester ausgetauscht, letzte organisatorische Fragen dazu wurden im International Office der Universität geklärt. Eine spannende Aussicht für die Studenten – verfolgen die Universitäten doch recht unterschiedliche theologische Linien: Die University of Chichester befindet sich in Trägerschaft der Church of England, der Mutterkirche der Anglikanischen Gemeinschaft.

Im Mittelpunkt des Besuchs haben dann auch Diskussionen rund um ein „gemeinsames wissenschaftliches Paradigma“ gestanden, wie Professor Gerhard Droesser, Leiter des Lehrstuhls für Christliche Sozialwissenschaft, erklärt: „Unser Thema heißt: ‚Wie kann man in einer postmodernen Gesellschaft Ethik vermitteln?‘. Aber englische und deutsche Wissenschaftstraditionen sind verschieden, und man muss aufpassen, dass man nicht das Selbe sagt und Verschiedenes meint. Hier bedarf es sorgsamer Annäherungen.“

In naher Zukunft soll auch ein regelmäßiger wissenschaftlicher Doktorandenaustausch eingerichtet werden, der gemeinsame Veranstaltungen an beiden Universitäten vorsieht. „Denn unsere so unterschiedlichen kulturellen und religiösen Wurzeln sind ein reicher Fundus“, erklärt Graeme Smith. „Das haben wir bei unserem Besuch hier in Würzburg erlebt – und diese Erfahrung wünsche ich allen Interessierten.“

(Text: Veronica Pohl)

Weitere Informationen zur Partnerschaft erhalten Sie beim Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaft.